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Produktinformation zu BIPERIDEN-neuraxpharm 4mg, 60 ST

PDFBeipackzettel BIPERIDEN-neuraxpharm 4mg

Indikation

  • Das Arzneimittel ist ein sogenanntes ?Anticholinergikum", ein Arzneimittel zur Behandlung der Parkinson-Krankheit.
  • Es beeinflusst Erkrankungen, die durch eine Störung der Erregungsübertragung zwischen den Nerven und der Muskulatur hervorgerufen werden.
  • Dadurch kann es zu Störungen im Bewegungsablauf (z. B. Probleme beim Gehen und Zittern der Hände) kommen.
  • Hierzu zählen die Parkinson-Krankheit und durch bestimmte Arzneimittel (insbesondere Neuroleptika - Arzneimittel zur Behandlung von psychischen Erkrankungen) ausgelöste Beschwerden.
  • Das Arzneimittel wird angewendet zur Behandlung von anderen extrapyramidalen Bewegungsstörungen, wie den ganzen Körper (generalisierten) bzw. einzelne Körperteile betreffenden (segmentalen) Bewegungsstörungen (Dystonien), besonderen Störungen der Bewegungsabläufe im Kopfbereich (Meige-Syndrom), Lidkrampf (Blepharospasmus) oder spastischem Schiefhals (Torticollis spasmodicus).

Kontraindikation

  • Das Arzneimittel darf nicht eingenommen werden:
    • wenn Sie allergisch gegen Biperiden oder einen der sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.
    • bei unbehandeltem grünem Star (Engwinkelglaukom).
    • bei mechanischen Verengungen (Stenosen) im Magen-Darm-Trakt.
    • bei Erweiterung des Dickdarms (Megakolon).
    • bei Darmverschluss (Ileus).

Dosierung von BIPERIDEN-neuraxpharm 4mg

  • Dieses Arzneimittel muss individuell dosiert werden. Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.
  • Die Behandlung sollte mit der niedrigsten möglichen Dosis begonnen und dann bis zu der für Sie günstigsten Dosis gesteigert werden.
  • Die empfohlene Dosis beträgt:
    • Anwendung bei Erwachsenen
      • Parkinson-Krankheit
        • Üblicherweise wird mit 2-mal täglich 1/4 Tablette Biperiden (entsprechend 2 mg Biperidenhydrochlorid/Tag) über den Tag verteilt begonnen. Die Dosis kann täglich um 2 mg Biperidenhydrochlorid (entsprechend 1/2 Tablette) bis zu der für Ihre Erkrankung erforderlichen Dosis erhöht werden.
        • Nach erfolgreicher Einstellung werden in der Regel 3- bis 4-mal täglich 1/4 - 1 Tablette (entsprechend 3 - 16 mg Biperidenhydrochlorid/Tag) gegeben.
        • Die Tageshöchstdosis von 16 mg Biperidenhydrochlorid (entsprechend 4 Tabletten/Tag) darf nicht überschritten werden.
      • Medikamentös bedingte Bewegungsstörungen (?extrapyramidale Symptome")
        • Zur Behandlung medikamentös bedingter Bewegungsstörungen wird begleitend zum Neuroleptikum (Arzneimittel zur Behandlung von Psychosen und Erregungszuständen) 1/4 - 1/2 Tablette 2- bis 3-mal täglich (entsprechend 2 - 6 mg Biperidenhydrochlorid/Tag), je nach Stärke der Beschwerden, eingenommen.
      • Anderer extrapyramidaler Bewegungsstörungen
        • Die Einstellung auf die anticholinerge Therapie anderer extrapyramidaler Bewegungsstörungen erfolgt langsam, durch wöchentliche Steigerung der Ausgangsdosis von 2 mg Biperidenhydrochlorid bis zur tolerierten Erhaltungsdosis, die auch die bei anderen Indikationen üblichen Höchstmengen um ein Mehrfaches übersteigen kann.
    • Anwendung bei Kindern und Jugendlichen
      • Zur Behandlung medikamentös bedingter extrapyramidaler Symptome erhalten Kinder und Jugendliche von 3 bis 15 Jahren 1/4 - 1/2 Tablette 1- bis 3-mal täglich (entsprechend 1 - 6 mg Biperidenhydrochlorid/Tag).
    • Anwendung bei älteren Patienten
      • Eine vorsichtige Dosierung ist erforderlich. Ihr Arzt wird die für Sie richtige Dosierung wählen.
    • Anwendung bei Patienten mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion
      • Wenn Sie unter eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion leiden, informieren Sie Ihren Arzt, da eine vorsichtige Dosierung erforderlich ist. Es sollte mit der niedrigsten möglichen Dosis begonnen werden und dann, je nach Ansprechen, die Dosis langsam gesteigert werden.
  • Dauer der Anwendung
    • Die Dauer der Anwendung bestimmt der behandelnde Arzt. Sie kann von einer kurzfristigen Gabe (z. B. bei medikamentös bedingten Bewegungsstörungen) bis zu einer Dauermedikation (z. B. bei Parkinson-Krankheit) reichen.
    • Außer beim Auftreten lebensgefährlicher Komplikationen ist ein plötzliches Absetzen zu vermeiden.
    • Das Absetzen einer Behandlung mit diesem Arzneimittel sollte schrittweise erfolgen.
    • Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie den Eindruck haben, dass die Wirkung zu stark oder zu schwach ist.
  • Wenn Sie eine größere Menge eingenommen haben, als Sie sollten
    • Informieren Sie unverzüglich einen Arzt oder das nächstgelegene Krankenhaus, da es sich um einen Notfall handeln kann. Beschwerden einer Überdosierung sind weite, träge Pupillen, Trockenheit der Schleimhäute, Gesichtsröte, Erhöhung der Herztätigkeit, Störung der Entleerung des Darmes oder der Harnblase, erhöhte Temperatur, Erregung, Bewusstseinsstörung, Verwirrtheitszustände und Wahnvorstellungen. Bei schweren Vergiftungen besteht das Risiko eines Kreislaufversagens und eines Atemstillstandes.
  • Wenn Sie die Einnahme vergessen haben
    • Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben, sondern setzen Sie die Behandlung mit der verordneten Dosis fort.
  • Wenn Sie die Einnahme abbrechen
    • Keinesfalls dürfen Sie die Behandlung eigenmächtig beenden.
    • Sprechen Sie auf jeden Fall vorher mit Ihrem Arzt, z. B. wenn Nebenwirkungen oder Änderungen in Ihrem Krankheitsbild auftreten.
  • Wenn Sie weitere Fragen zur Einnahme dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Patientenhinweise

  • Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
    • Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie das Arzneimittel einnehmen bei
      • Vergrößerung der Vorsteherdrüse (Prostataadenom) mit Restharnbildung.
      • Harnverhaltung, Blasenentleerungsstörungen.
      • Erkrankungen, die zu Beschleunigung des Herzschlags, Herzrasen (Tachykardien) führen können.
      • Myasthenia gravis (eine schwere Form von Muskelschwäche).
      • Schwangerschaft und Stillzeit.
      • Patienten mit erhöhter Krampfbereitschaft.
    • Bei bestehenden Blasenentleerungsstörungen sollten Sie vor der Anwendung des Arzneimittels Ihre Blase entleeren.
    • Sie sollten Ihren Augeninnendruck regelmäßig durch den Augenarzt kontrollieren lassen.
    • Bei Einnahme können Gedächtnisstörungen auftreten.
    • Missbrauch und Abhängigkeitsentwicklung von Biperiden sind vereinzelt beobachtet worden. Dies könnte mit der gelegentlich beobachteten Stimmungsaufhellung und unnatürlich gehobenen Stimmungslage in Zusammenhang stehen.
    • Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre
      • Die Erfahrungen mit Biperiden bei Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahre sind begrenzt und erstrecken sich in erster Linie auf die zeitlich befristete Anwendung bei medikamentös ausgelösten Dystonien (anhaltende Muskelkontraktionen z. B. durch Neuroleptika oder Metoclopramid und analoge Verbindungen), die als Nebenwirkungen oder Symptome einer Überdosierung auftreten können.
    • Ältere Patienten
      • Die Gefahr des Auftretens von Nebenwirkungen ist bei älteren Patienten erhöht. Wenn Sie an bestimmten Hirnleistungsstörungen leiden, wird Ihr Arzt die für Sie richtige Dosierung wählen.
  • Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
    • Bei Einnahme von Biperiden kann es zu Nebenwirkungen, wie z. B. Müdigkeit, Schwindel und Benommenheit kommen. Eine Verstärkung dieser Nebenwirkungen ist durch Alkohol und bestimmte Arzneimittel, die auf das Nervensystem wirken (Anticholinergika, zentral wirkende Arzneimittel) möglich.
    • Dies sollten Sie beim Führen eines Fahrzeuges, Bedienen von Maschinen oder sonstigen gefahrvollen Tätigkeiten berücksichtigen und vorab mit Ihrem Arzt abklären.

Schwangerschaft

  • Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme aller Arzneimittel Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.
  • Schwangerschaft
    • Es liegen keine Erfahrungen mit der Anwendung von Biperiden in der Schwangerschaft vor. Daher soll Biperiden in der Schwangerschaft nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abschätzung durch Ihren Arzt eingenommen werden.
  • Stillzeit
    • Der Wirkstoff kann die Milchbildung hemmen. Es ist auch anzunehmen, dass Biperiden in die Muttermilch übergeht. Daher soll das Arzneimittel während der Stillzeit nicht angewendet oder abgestillt werden.
  • Zeugungs-/Gebärfähigkeit
    • Die Wirkung auf die Zeugungs- und Gebärfähigkeit des Menschen ist nicht bekannt.

Einnahme Art und Weise

  • Die Tagesdosis sollte auf mehrere Einzeldosen aufgeteilt und gleichmäßig über den Tag verteilt eingenommen werden.
  • Die Tabletten sind mit ausreichend Flüssigkeit (z. B. 1 Glas Wasser) vorzugsweise während oder nach einer Mahlzeit einzunehmen.
  • Nebenwirkungen auf den Magen-Darm-Trakt lassen sich durch die Einnahme unmittelbar nach den Mahlzeiten vermindern.

Wechselwirkungen bei BIPERIDEN-neuraxpharm 4mg

  • Einnahme zusammen mit anderen Arzneimitteln:
    • Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.
    • Die gleichzeitige Anwendung des Arzneimittels und anderen auf das Nervensystem wirkenden Arzneimitteln (z. B. Psychopharmaka, Mittel gegen Allergien [Antihistaminika], Antiparkinsonmittel und krampflösende Arzneimittel [Spasmolytika]) kann zu einer Verstärkung der Nebenwirkungen führen.
    • Bei gleichzeitiger Einnahme von Chinidin (Arzneimittel zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen) kann es zur Verstärkung der Herz-Kreislauf-Wirkungen kommen.
    • Levodopa (Arzneimittel zur Behandlung der Parkinsonkrankheit) und gleichzeitige Gabe des Arzneimittels können unwillkürliche Bewegungen (Dyskinesien) verstärken. Besondere Bewegungsstörungen (tanzähnliche Bewegungen) wurden bei gleichzeitiger Anwendung von Biperiden und Levodopa/Carbidopa-Arzneimitteln bei Patienten mit der Parkinson-Krankheit beobachtet.
    • Durch Neuroleptika (Arzneimittel zur Behandlung von psychischen Erkrankungen) ausgelöste unwillkürliche Bewegungen vor allem im Hand-, Fuß- und Gesichtbereich wie z. B. Schmatz- und Kaubewegungen können durch Biperiden verstärkt werden. In diesen Fällen informieren Sie Ihren Arzt. Er wird Sie über die weiterführende Behandlung beraten.
    • Die Wirkung von Metoclopramid (Arzneimittel zur Behandlung von Übelkeit oder anderen Magen-Darm-Störungen) und Arzneimittel mit ähnlicher Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt wird durch Anticholinergika wie das Arzneimittel abgeschwächt.
    • Biperiden kann die Nebenwirkungen von Pethidin (starkes Schmerzmittel) auf das Nervensystem verstärken.
  • Einnahme von Biperiden zusammen mit Nahrungsmitteln, Getränken und Alkohol
    • Die Wirkungen von Alkohol können bei gleichzeitiger Anwendung verstärkt werden. Trinken Sie daher während der Behandlung keinen Alkohol.

Wirksame Bestandteile und Inhaltsstoffe

3,6 mg

Carboxymethylstärke, Natriumsalz Typ A
Hilfstoff
Cellulose, mikrokristallin
Hilfstoff
Lactose 1-Wasser
Hilfstoff
Magnesium stearat
Hilfstoff
Silicium dioxid, hochdispers
Hilfstoff


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