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Serdolect 16mg

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Produktinformation zu Serdolect 16mg 3

Indikation

  • Das Arzneimittel enthält den Wirkstoff Sertindol und gehört zu einer Gruppe von Arzneimitteln, die Antipsychotika genannt wird. Es wirkt auf Nervenbahnen im bestimmten Teilen des Gehirns und hilft, dort chemische Ungleichgewichte auszugleichen, die Ihre Symptome verursachen.
  • Es wird zur Behandlung der Schizophrenie angewendet, in Fällen, in denen ein anderes Arzneimittel nicht wirksam war.

Kontraindikation

  • Das Arzneimittel darf nicht eingenommen werden,
    • wenn Sie allergisch gegen Sertindol oder einen der sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind.
    • wenn bei Ihnen ein unbehandelter, zu niedriger Kalium- oder Magnesiumspiegel des Blutes besteht.
    • wenn Sie unter einer schwerwiegenden Herz-Kreislauf-Erkrankung leiden.
    • wenn Sie an einer schwerwiegenden Herzerkrankung leiden wie
      • Herzmuskelschwäche mit Gewebeschwellungen, verursacht durch Flüssigkeitsansammlung
      • Vergrößerung des Herzens
      • unregelmäßiger oder langsamer Herzschlag.
    • wenn Sie eine angeborene oder später aufgetretene Verzögerung im Reizleitungssystem des Herzens haben, die im EKG gemessen wird, oder wenn jemand in Ihrer Familie diese Herzrhythmusstörung hat.
    • wenn Sie unter einer schwerwiegenden Leberfunktionsstörung leiden.
    • wenn Sie Arzneimittel einnehmen, die zu einer Verzögerung im Reizleitungssystem des Herzens führen oder die Leberfunktion beeinflussen. Siehe die ersten beiden Punkte unter Kategorie "Wechselwirkungen".

Dosierung von Serdolect 16mg

  • Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.
  • Es stehen neben Sertindol 16 mg auch die folgenden Tablettenstärken zur Verfügung: Sertindol 4 mg, Sertindol 12 mg und Sertindol 20 mg.
  • Die empfohlene Dosis beträgt
    • Anfangsdosis:
      • 1 Sertindol 4 mg Tablette, einmal pro Tag.
      • Die Dosis wird alle 4 bis 5 Tage um 1 Sertindol 4 mg Tablette erhöht, bis die Erhaltungsdosis erreicht ist.
    • Erhaltungsdosis:
      • 1 Sertindol 12 mg Tablette bis 1 Sertindol 20 mg Tablette, einmal pro Tag.
    • Höchstdosis:
      • 2 Sertindol 12 mg Tabletten, einmal pro Tag, was nur in sehr seltenen Fällen in Betracht kommen wird.
      • Alternativ kann die Höchstdosis durch die Einnahme von 1 Sertindol 20 mg Tablette und zusätzlich 1 Sertindol 4 mg Tablette erreicht werden.
  • Patienten über 65 Jahren
    • Ihr Arzt wird wahrscheinlich die Dosissteigerung über einen längeren Zeitraum vornehmen, als üblich. Eventuell wird Ihr Arzt auch eine niedrigere Erhaltungsdosis verschreiben, als üblicherweise empfohlen.
  • Patienten mit Leberfunktionsstörungen
    • Sollten Sie an einer leichten oder mittelschweren Leberfunktionsstörung leiden, kann es sein, dass Ihr Arzt Ihren Gesundheitszustand öfter kontrollieren und die Dosissteigerung über einen längeren Zeitraum hinweg vornehmen wird. Eventuell wird Ihr Arzt auch eine niedrigere Erhaltungsdosis verschreiben, als üblicherweise empfohlen.
    • Bei Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen darf Sertindol nicht angewendet werden.
  • Patienten mit Nierenfunktionsstörungen
    • Bei Patienten mit Nierenfunktionsstörungen kann Sertindol in der üblichen Dosierung angewendet werden.
  • Dauer der Anwendung
    • Nehmen Sie die Tabletten solange ein, wie Ihr Arzt es Ihnen empfiehlt.
    • Ändern Sie die Dosis des Arzneimittels nie, ohne dies zunächst mit Ihrem Arzt zu besprechen.
    • Wenn Sie die Einnahme des Arzneimittels beenden wollen, beachten Sie bitte die Informationen unter „Wenn Sie die Einnahme von Sertindol abbrechen“.
  • Wenn Sie eine größere Menge eingenommen haben, als Sie sollten
    • Nehmen Sie sofort Kontakt mit Ihrem Arzt oder dem nächstgelegenen Krankenhaus auf, wenn dieser Fall eintritt. Tun Sie dies auch, wenn Sie keine Beschwerden haben.
    • Zeichen einer Überdosierung können unter anderem sein:
      • zunehmende Erschöpfung
      • verwaschene Sprache
      • beschleunigter Pulsschlag
      • erniedrigter Blutdruck.
  • Wenn Sie die Einnahme von Sertindol vergessen haben
    • Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben. Nehmen Sie Kontakt mit Ihrem Arzt auf, wenn Sie vergessen haben, Ihre tägliche Dosis einzunehmen. Ihr Arzt wird sicherstellen, dass die Behandlung auf die richtige Art und Weise wieder aufgenommen wird.
  • Wenn Sie die Einnahme von Sertindol abbrechen
    • Beenden Sie die Einnahme von Sertindol nicht ohne das Einverständnis Ihres Arztes, auch wenn Sie beginnen, sich besser zu fühlen. Die zu Grunde liegende Krankheit kann über eine lange Zeit fortbestehen. Wenn Sie die Behandlung zu früh beenden, können die Symptome ihrer Krankheit zurückkehren und es können auch unwillkürliche Bewegungen auftreten.
    • Ihr Arzt wird entscheiden, wann und wie die Behandlung beendet werden sollte, um unangenehme Symptome zu vermeiden, die auftreten können. Eine plötzliche Beendigung der Behandlung mit Sertindol kann Absetzsymptome verursachen wie:
      • Übelkeit, Erbrechen
      • Schwitzen
      • Schlafstörungen
  • Wenn Sie weitere Fragen zur Anwendung dieses Arzneimittels haben, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Patientenhinweise

  • Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
    • Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt, bevor Sie Sertindol einnehmen,
      • wenn während der Behandlung mit Sertindol Erbrechen oder Durchfall auftreten.
      • wenn Sie an einer Leberfunktionsstörung leiden.
      • wenn Sie an der Parkinson-Krankheit leiden.
      • wenn Sie an Diabetes leiden oder Risikofaktoren für Diabetes bestehen.
      • wenn Sie ein erhöhtes Schlaganfallrisiko oder eine vorübergehende Verringerung der Blutversorgung des Gehirns haben. Risikofaktoren für einen Schlaganfall sind u. a. Bluthochdruck, ein vorangegangener Schlaganfall oder Herzanfall, Diabetes, hohe Cholesterin-Werte, Demenz, Rauchen.
      • wenn Sie über 65 Jahre alt sind.
      • wenn Sie oder ein Verwandter schon einmal venöse Thrombosen (Blutgerinnsel) hatten, denn Arzneimittel zur Behandlung der Schizophrenie werden mit dem Auftreten von Blutgerinnseln in Verbindung gebracht.
      • wenn bei Ihnen Krampfanfälle aufgetreten sind.
      • wenn bei Ihnen ungewöhnliche Mund- und Zungenbewegungen aufgetreten sind, die ein frühes Anzeichen für eine Störung des Nervensystems sein können, die Spätdyskinesie genannt wird.
      • wenn hohes Fieber, ungewöhnliche Muskelsteifheit und Bewusstseinsveränderungen auftreten, besonders in Verbindung mit Schwitzen und beschleunigtem Herzschlag. Dies können Anzeichen einer seltenen aber schwerwiegenden Störung sein, die malignes neuroleptisches Syndrom genannt wird.
    • Zu Beginn der Behandlung mit Sertindol können Sie sich schwindlig fühlen wenn Sie aus dem Bett oder vom Sitzen aufstehen. Ihr Arzt wird dieses Risiko vermindern, indem er Ihnen zunächst eine niedrige Dosis verschreibt, die dann über mehrere Wochen hinweg langsam gesteigert wird. Dieses Gefühl verschwindet im Allgemeinen, nachdem Sie Sertindol einige Zeit eingenommen haben.
    • Untersuchungen vor und während der Behandlung
      • Vor und während der Behandlung mit Sertindol wird Ihr Arzt Untersuchungen durchführen, und zwar:
        • ein EKG Ihrer Herzkammeraktivität, um zu überprüfen, ob das QT-Intervall verlängert ist. Diese Untersuchung wird nach etwa 3-wöchiger Behandlung wiederholt oder, wenn eine Tagesdosis von 16 mg Sertindol erreicht wird. Im weiteren Verlauf der Behandlung sollte sie alle 3 Monate durchgeführt werden. Außerdem wird ein EKG vor und nach jeder Dosiserhöhung durchgeführt. Dies gilt auch bei Dosisänderungen von anderen Arzneimitteln, die den Sertindol-Blutspiegel beeinflussen können.
        • eine Laborkontrolle des Kalium- und Magnesium-Blutspiegels. Ist der Kalium- oder Magnesiumspiegel zu niedrig, wird Ihr Arzt Gegenmaßnahmen einleiten. Nehmen Sie Sertindol nicht ein, wenn bei Ihnen ein unbehandelter, zu niedriger Kalium- oder Magnesiumspiegel des Blutes besteht. Suchen Sie Ihren Arzt auf, wenn bei Ihnen Erbrechen, Durchfall oder Störungen des Elektrolythaushalts auftreten oder wenn sie Arzneimittel einnehmen, die die Wasserausscheidung fördern. Ihr Arzt wird möglicherweise eine Kontrolle des Kalium-Blutwertes durchführen.
        • die Überwachung Ihres Blutdrucks.
    • Kinder unter 18 Jahren
      • Sertindol sollte in dieser Altersgruppe nicht angewendet werden, da keine Daten vorliegen.
  • Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
    • Führen Sie kein Fahrzeug und bedienen Sie keine Maschinen, bis Sie wissen, wie Sertindol auf Sie wirkt, obwohl Sertindol keine Schläfrigkeit verursacht.

Schwangerschaft

  • Schwangerschaft
    • Sertindol darf während der Schwangerschaft nicht eingenommen werden.
    • Bei neugeborenen Babys von Müttern, die Sertindol im letzten Trimenon (letzte drei Monate der Schwangerschaft) einnahmen, können folgende Symptome auftreten:
      • Zittern
      • Muskelsteifheit und/oder -schwäche
      • Schläfrigkeit, Ruhelosigkeit
      • Atembeschwerden
      • Schwierigkeiten beim Stillen
    • Wenn Ihr Baby eines dieser Symptome entwickelt, sollten Sie Ihren Arzt kontaktieren.
  • Stillzeit
    • Sertindol sollte in der Stillzeit nicht angewendet werden, außer wenn der Arzt sagt, dass dies absolut notwendig ist. Wenn eine Behandlung mit Sertindol notwendig ist, sollte Abstillen in Erwägung gezogen werden, da Sertindol in die Muttermilch übergeht.
  • Fortpflanzungsfähigkeit
    • Sertindol kann Nebenwirkungen haben, die Ihre sexuelle Aktivität und Fruchtbarkeit beeinträchtigen können. Diese Wirkungen sind nicht von Dauer. Bitte besprechen Sie alle Probleme, die mit Ihrer sexuellen Aktivität zusammenhängen, mit Ihrem Arzt.

Einnahme Art und Weise

  • Nehmen Sie die Tabletten im Ganzen mit einem Glas Wasser, jeden Tag um dieselbe Uhrzeit. Die Tabletten können mit oder ohne Nahrung eingenommen werden.

Wechselwirkungen bei Serdolect 16mg

  • Einnahme von Sertindol zusammen mit anderen Arzneimitteln
    • Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen.
    • Wenn Sie die folgenden Arzneimittel einnehmen, darf Sertindol nicht eingenommen werden:
      • Arzneimittel, die den Herzrhythmus beeinflussen können wie:
        • bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen, wie Chinidin, Amiodaron, Sotalol, Dofetilid
        • bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von psychischen Störungen, wie Thioridazin
        • bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von bakteriellen Infektionen, mit Wirkstoffen, deren Bezeichnung auf „mycin“ endet, wie Erythromycin
        • bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von Allergien, wie Terfenadin, Astemizol
        • bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von bakteriellen Infektionen, mit Wirkstoffen, deren Bezeichnung auf „oxacin“ endet, wie Gatifloxacin, Moxifloxacin
        • Cisaprid, ein Arzneimittel zur Behandlung von Magen- und/oder Darmproblemen
        • Lithium, ein Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen und psychischen Störungen
      • Arzneimittel, von denen bekannt ist, dass sie die Leberfunktion beeinflussen:
        • Arzneimittel zum Einnehmen, zur Behandlung von Pilzinfektionen, wie Ketoconazol, Itraconazol
        • bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von bakteriellen Infektionen, mit Wirkstoffen, deren Bezeichnung auf „mycin“ endet, wie Erythromycin, Clarithromycin
        • Arzneimittel zur Behandlung von HIV-Infektionen, mit Wirkstoffen, deren Bezeichnung auf „navir“ endet, wie Indinavir
        • bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von Bluthochdruck und Herzerkrankungen, die Calciumkanalblocker genannt werden, wie Diltiazem, Verapamil
        • Cimetidin, ein Arzneimittel zur Verminderung von Magensäure
    • Andere Arzneimittel, die Einfluss auf Sertindol haben oder von Sertindol beeinflusst werden:
      • Arzneimittel zur Behandlung der Parkinson-Krankheit, die Dopaminagonisten genannt werden
      • bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen und Angststörungen, wie Fluoxetin und Paroxetin
      • Rifampicin, ein Arzneimittel zur Behandlung von Tuberkulose oder bestimmten anderen Infektionen
      • Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital: Arzneimittel zur Behandlung von Epilepsie
      • Arzneimittel, die die Wasserausscheidung fördern und dadurch den Kaliumspiegel im Blut verringern.
  • Einnahme von Sertindol zusammen mit Nahrungsmitteln und Getränken
    • Vermeiden Sie Alkohol während der Behandlung mit Sertindol, obwohl ein Einfluss von Alkohol auf Sertindol nicht zu erwarten ist.
Quelle: ifap Service-Institut für Ärzte und Apotheker GmbH3

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.

Weitere Produkteigenschaften
Packungsgröße: 100 st; verschreibungspflichtiges Medikament: ja

Wirkstoffe & Inhaltsstoffe

Sertindol
16 mg
Cellulose, mikrokristallin
Hilfsstoff
Croscarmellose, Natriumsalz
Hilfsstoff
Eisen (III) oxid
Hilfsstoff
Hyprolose
Hilfsstoff
Hypromellose
Hilfsstoff
Lactose 1-Wasser
Hilfsstoff
Lactose
90,32 mg Hilfsstoff
Macrogol 400
Hilfsstoff
Magnesium stearat
Hilfsstoff
Maisstärke
Hilfsstoff
Titan dioxid
Hilfsstoff
Gesamt Natrium Ion
23 mg Hilfsstoff
Gesamt Natrium Ion
mmol Hilfsstoff

Erfahrungsberichte zu Serdolect 16mg, 100 Stk.

Die Produktbewertungen zu Serdolect 16mg beinhalten die persönlichen Erfahrungen der Medizinfuchs-Nutzer. Sie dienen nicht als Ersatz für eine persönliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.

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