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Tinnitus, Hörsturz oder Ohrgeräusche stören den Alltag

tinnitus als störendes geräusch
Störende Ohrgeräusche sind weit verbreitet. Schätzungen zu Folge leiden 2 bis 3 Prozent der Deutschen am Klingeln in den Ohren.

Erkrankte sollten ihre Wahrnehmungen nicht auf die leichte Schulter nehmen und ärztlichen Rat suchen. Im schlimmsten Fall kann es zu einem Hörsturz kommen. Vermuten Sie, an Ohrgeräuschen zu leiden? Lesen Sie hier mehr über Symptome, Ursachen und Therapie.

Was ist ein Tinnitus?

Unter einem Tinnitus aurium (aus dem lateinischen tinniere, bedeutet klingeln) versteht man Ohrgeräusche, die ohne eine akustische Quelle wahrgenommen werden. Zutreffend werden die akustischen Störer auch als Phantomgeräusch bezeichnet. Betroffene hören ständig ein Rauschen, Zischen, Pfeifen, Klingeln oder Summen in den Ohren, dass keine andere Person wahrnehmen kann. Die gehörten Geräusche sind für sich selbst keine Krankheit, sondern ein auftretendes Symptom. Das Klingeln kann kaum auszuhaltend laut sein, oder nur knapp über der Wahrnehmungsschwelle liegend.

Nicht nur die Lautstärke ist subjektiv, auch die Tonart variiert von Person zu Person. Das Geräusch kann gleichbleibend monoton oder auch pulsierend sein. Kennzeichnend ist es, dass die Geräusche ohne Informationsgehalt sind. Es sind keine Stimmen oder Lieder, die bei psychischen Erkrankungen mit akustischen Halluzinationen wahrgenommen werden.

Häufige Fragen zum Thema Tinnitus

Da die Phantomgeräusche ein Symptom sind (wie Fieber oder Schmerzen) können die Verursacher mannigfaltig sein. Die akustischen Eingebungen können auch als Warnsignal des Körpers eintreten, wenn Menschen sich längere Zeit chronischen Stress oder psychischen Belastungen aussetzen. Auch ist eine andauernde Lärmbelastung, wie beispielsweise durch Maschinen in der Arbeit, ein infrage kommender Faktor.
  • Psychische Ursachen (Stress, chronische Lärmbelastung, seelische Kränkungen, Depression, Burnout etc.)
  • Knall- oder Schalltrauma
  • Erkrankungen der Ohren (viral, bakteriell, Entzündungen, Morbus Menière)
  • Fremdkörper im Ohr (etwa Ohrenschmalz)
  • Schädigungen durch Druck (beim Tauchen), Trommelfell-Defekt
  • Hörsturz
  • Schwerhörigkeit
  • Verursacht durch Arzneimittel
  • Rauschen durch Bluthochdruck oder Durchblutungsstörungen
  • Verwachsungen, Tumore im Bereich der Hör- und Gleichgewichtsnerven
  • Verkrampfungen der beim Ohr gelegenen Muskeln, Kiefergelenksprobleme
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Verspannungen der Nackenmuskulatur oder Schädigungen der Halswirbel
Die Beschwerden sind individuell und ziehen unterschiedliche Folgen nach sich. Die wahrgenommenen Geräuschphänomene sind nie gleich - vom Sausen zum Klingeln ist alles möglich. Treten die Töne einseitig oder beidseitig auf? Sind sie laut, leise oder in der Lautstärke variabel? Gibt es "Ruhephasen" oder ist das Phänomen permanent da? All diese Faktoren sind dafür ausschlaggebend, wie belastet sich Tinnitus-Betroffene fühlen und welche Auswirkungen die subjektiven Töne haben. Manche Tinnitus-Patienten können die Geräusche in ihre Lebensführung integrieren, andere fühlen sich so stark gestört, dass ihnen das Weiterleben kaum möglich erscheint.

Subjektiv vs. Objektiv

ohrgeräusche

Von einem objektiven Tinnitus wird gesprochen, wenn es eine Schallquelle im Körper des Patienten gibt. Diese Quelle befindet sich meist im Ohrbereich. Beispielsweise können Blutgefäße oder die Muskulatur Geräusche erzeugen, die dann als Rauschen oder Knirschen wahrgenommen werden. Diese realen Töne kann ein Arzt nicht selten mit medizinischen Geräten oder einfach mit einem Stethoskop orten.

Viel häufiger leiden Patienten unter der subjektiven Tinnitus-Form. Die Betroffenen nehmen Töne wahr, die sich keiner physikalischen Schallquelle zuordnen lassen. Dennoch bilden sich die Patienten das Klingeln, Summen oder Rauschen nicht ein. Sie hören die Ohrgeräusche tatsächlich aufgrund einer fehlerhaften Informationsverarbeitung im auditorischen System im Gehirn. Das Ohrensausen hat also oft zerebrale Beteiligung, auch wenn der Auslöser ein lauter Knall oder ein anderes Schalltrauma war. Bei etwa 45 Prozent der Betroffenen wird trotz umfangreicher Untersuchung keine Ursache festgestellt. Dies wird als idiopathisch bezeichnet.

Akut vs. Chronisch

hörtest für diagnose

Tritt ein Ohrgeräusch plötzlich und erstmalig auf, wird von einem akuten Tinnitus gesprochen. Sind die Symptome nach ein bis zwei Tagen nicht abgeklungen, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Bestehen andere Anzeichen wie Schwindel oder gar ein Hörverlust, sollte man sich sofort in ärztliche Behandlung begeben. In den ersten drei Monaten nach dem Auftreten der Phantomgeräusche sind die Heilungschancen am größten.
Existiert das Ohrgeräusch bereits einige Monate oder sogar Jahre, liegt ein chronischer Tinnitus vor. In diesem Fall ist die Wahrscheinlichkeit der vollständigen Heilung gering. Betroffene leiden häufig stark unter den ständigen akustischen Eindrücken. Sie sind subjektiv sehr in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt. Für chronische Tinnitus-Patienten gibt es zahlreiche Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten, die ein Leben trotz Phantomgeräusche ermöglichen.

Die vier Schweregrade

Schweregrad

  • 1 und 2 - kompensierten Tinnitus
  • 3 und 4 - dekompensierte Form

Symptome

  • Ohrensausen nur wenn es völlig still ist
  • immer spürbar, psychische und physische Folgen, Behandlung nötig
tinnitus belastet

Die Diagnose eines Tinnitus

In der ärztlichen Anamnese werden die individuellen Informationen der Krankheitsgeschichte erfasst. Welche Beschwerden treten auf? Gab es schon früher störende Hörgeräusche? Gibt es vielleicht belastende Ereignisse der letzten Zeit, die ein Auslöser sein könnten? Kürzlich durchgestandene Krankheiten? Was wurde bisher unternommen? Beim HNO Arzt ist eine solche bio-psycho-soziale Erhebung der Informationen ein wichtiger Teil der Untersuchung. Nicht nur ein körperlicher Check wird durchgeführt, sondern auch psychische Ursachen erfragt. Nicht selten liegt nämlich hier der Ausgangspunkt bei Tinnitus-Leidensgeschichten.

Der Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde (HNO) untersucht mit einem Ohrmikroskop den Gehörgang und das Trommelfell. Auch die Bereiche der Nase, Rachen und im Hals werden in die körperliche Untersuchung mit einbezogen. Das Durchführen von einem Hörtest gehört ebenfalls zum Standard. Der Arzt präsentiert über Kopfhörer Töne abwechselnd auf dem linken und rechten Ohr. Die Lautstärke wird schrittweise erhöht, bis die Hörschwelle festgesetzt werden kann. In einer Tinnitus-Analyse wird die Frequenz und Lautstärke bestimmt. Der Patient vergleicht verschiedene Töne mit seinen subjektiv wahrgenommenen Ohrgeräuschen. Ein anderer Test versucht herauszufinden, ob sich der Tinnitus-Ton akustisch überdecken ("maskieren") lässt.

Oft werden weitere Untersuchungen von Fachärzten anderer Richtungen für die Suche nach körperlichen Faktoren nötig. Orthopäden können die Halswirbelsäule untersuchen, Internisten widmen sich Blutanalysen und Kieferorthopäden checken die Kiefergelenke und -muskeln. Bildgebende Verfahren wie Ultraschall und CT können Tumore und Verwachsungen im Ohrbereich erkennen.

Sekundär auftretende Symptome durch den Tinnitus:

  • Schlafstörungen (Ein- und Durchschlafprobleme)
  • Konzentrationsstörungen
  • Psychische Probleme (Depressionen, Angstzustände, sozialer Rückzug)
  • Hyperakusis: Geräuschüberempfindlichkeit
  • Kopfschmerzen
  • Anzeichen psychischer Belastung (Gereiztheit, Hilflosigkeit, Überfordertsein)

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Behandlung & Therapie

geräusche ausblenden

Die Behandlungsmöglichkeiten und Therapien unterscheiden sich nach der Art, Dauer und Schwere der Geräusche. Bei akuten Formen kann an Heilungsversuche gedacht werden. Es werden Medikamente eingesetzt (z.B. Cortison, gefäßerweiternde Mittel), um das Entstehen eines chronischen Verlaufes zu verhindern. Je nach Ursache wird die Schallquelle im Körper beruhigt. Tumore werden chirurgisch entfernt, Muskeln gelockert oder rauschende Blutgefäße erweitert. Stress und Lärm sollte tunlichst vermieden werden.

Sind die Phantomgeräusche chronisch vorhanden, sollte an der psychischen Integration in den Alltag gearbeitet werden. Dies meint die Akzeptanz der Tinnitus-Betroffenen, dass die störenden Töne bleiben werden. Unbehandelt kann es zu einer krankhaften Fixierung (Überwahrnehmung) kommen - jeder Tag dreht sich nur mehr um die Ohrgeräusche. Um dies zu vermeiden, stehen therapeutische Ansätze zur Verfügung, die Hilfe dabei leisten, die Phantomgeräusche zu "überhören". Wichtig ist es, dass die Patienten ernst genommen werden und ihre Erkrankung nicht abgetan wird. Mit therapeutischer Hilfe können Wege erarbeitet werden, wie die chronische Form weniger belastend einwirkt.

Folgende therapeutische Möglichkeiten stehen Tinnitus-Betroffenen unter anderem zur Auswahl:

  • Physiotherapie, Massagen
  • Körpertherapie (Biofeedback, Hydrotherapie)
  • Verhaltenstherapie und psychische Krankheitsbewältigung
  • Retraining-Therapie (Umlernen des Gehirns)
  • Selbsthilfegruppen
  • Entspannungsverfahren und Hypnose


Wenn Sie unter störenden Geräuschen leiden, sollten Sie möglichst rasch einen HNO-Arzt aufsuchen. Je eher mit einer Tinnitus-Behandlung begonnen wird, desto größer sind die Chancen einer Heilung. Chronische Patienten sind ebenfalls nicht hoffnungslos. Auch wenn es häufig Training oder Therapie erfordert, die Töne zu kompensieren? Sie können lernen, mit ihren Phantomgeräuschen umzugehen.

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