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Migräne: Epi­sodische Schmerz­attack­en mit und ohne Aura behandeln

Autor: medizinfuchs Redaktion
migräne

Neben dem Spannungskopfschmerz löst eine Migräne die häufigste Form von Kopfschmerz aus. Eine klassische Migräne äußert sich durch pochende, pulsierende oder stechende Schmerzen. Durch eine Funktionsstörung im Gehirn besteht eine Überempfindlichkeit auf Reize, durch die mittlere bis sehr starke Beschwerden empfunden werden. Die Zeiträume, in denen die episodischen Attacken vorkommen, sind dabei von Patient zu Patient unterschiedlich. Diese neurologische Erkrankung gilt als unheilbar und chronisch.

Erste Symptome

In den meisten Fällen treten einseitige Schmerzen auf und wirken sich auf Stirn, Augen, Schläfen oder Nacken aus. Sie werden oft von Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit begleitet. Auch über Licht- und Lärmempfindlichkeit klagen viele Betroffene, einige reagieren sogar auf Gerüche. Häufig beginnt eine Attacke am frühen Morgen oder in der Nacht und ist dadurch bereits beim Aufwachen spürbar.

Dauer von Migräne

Diese beginnen langsam und steigern sich in ihrer Intensität bis zum absoluten Höhepunkt, der nach 15 Minuten bis 2 Stunden erreicht ist. Anschließend halten die Beschwerden für 4 bis 72 Stunden an. Dauern die Kopfschmerzen länger als 72 Stunden am Stück, werden sie als "Status migränosus" bezeichnet.

symptome Migräne

Formen von Migräne

Neben der klassischen Form, die am häufigsten vertreten ist, werden bis zu 15 Arten unterschieden. Beispiele dafür sind folgende:
  • Vestibuläre Migräne: kommt bei 7-9 % der Patienten vor. Hierbei stehen nicht die Kopfschmerzen im Vordergrund, sondern eine Störung des Gleichgewichts mit Schwindel. Auch hier kommt es zu attackenförmigen Schüben mit den typischen Begleiterscheinungen.
  • chronische Migräne: erscheint innerhalb von einem viertel Jahr mehr als 15-mal pro Monat. Der Leidensdruck der Betroffenen ist sehr stark, da zwischen den einzelnen Anfällen kaum Zeit zum Erholen ist. 
  • Migraine sans migraine: auch als "isolierte Auren" bezeichnet, empfindet der Patient keinen Kopfschmerz, sondern nur die typischen Aura-Symptome. Dadurch wird sie oft mit anderen Krankheiten verwechselt und lässt sich nicht leicht diagnostizieren.
  • Augenmigräne: auch "ophthalmische Migräne" genannt, betrifft hauptsächlich die Augen. Der Kopfschmerz kommt dabei weniger oder gar nicht vor. Während eines Anfalls können auch hier Sehstörungen auftreten, bei denen es sogar zu optischen Halluzinationen kommen kann.

Migräne mit Aura

migräne mit aura als qual empfinden

An einer "Migraine accompagnée" leiden in Deutschland ungefähr 10-15% der Migränepatienten. Die auftretenden Symptome dauern 15-30 Minuten und ähneln denen eines Schlaganfalls, steigen im Gegensatz dazu aber schleichend an. Es kommt zu neurologische Störungen wie Lichtblitze, ein eingeschränktes Sichtfeld, Doppelbilder oder sogar vorübergehenden Sehverlust. Auch Lähmungen, Sprachstörungen, Schwindel, Gefühlsstörungen wie Kribbeln oder Taubheit sind typische Merkmale.
Das ist für den Betroffenen zwar beängstigend, hinterlässt aber keine bleibenden Schäden. Zu den Unterformen dieser Migräneart zählen auch die hemiplegische und die basiläre Form, welche aber nur sehr selten auftreten. Hier kommen zu den genannten Symptomen außerdem Lähmungen und Bewegungsstörungen hinzu.

Verlauf Migräne

  • Auch Prodromal-Phase genant
  • Kündigt sich wenige Stunden bis zu 2 Tage im Voraus an
  • Typische Anzeichen: Von Patient zu Patient unterschiedlich
  • Von absoluter Leistungsfähigkeit bis hin zu Müdigkeit oder depressiven Verstimmungen, Heißhunger, Verstopfung
  • In dieser Phase kommt es bei Betroffenen zu neurologischen Störungen oder Ausfällen
  • Das geschieht noch vor den eigentlichen Kopfschmerzen
  • In der sich wellenartige Schmerzen mit den typischen Begleiterscheinungen wie Übelkeit und Erbrechen zeigen
  • Auch "Postdormal-Phase" genannt
  • Jetzt klingen die Symptome ab
  • Der Betroffene fühlt sich meist erschöpft und müde
  • Es kann bis zu weitere 24 Stunden dauern

Auslöser Migräne

  • Stress
  • ungenügender oder auch zu langer Schlaf
  • Hormonelle Schwankungen
  • der Verzehr von Genussmitteln wie Kaffee, Wein, Sekt oder Nikotin
  • Unterzuckerung durch unregelmäßige Nahrungsaufnahme
  • Starke Emotionen
  • körperliche Überanstrengung
  • Medikamentenmissbrauch
  • Nebenwirkungen durch Medikamente
  • Gerüche, Lärm oder unruhiges Licht
  • Wetterumschwünge oder Föhne

Bestimmte Lebensmittel

  • Käse
  • Joghurt
  • Cola oder Schokolade
  • Fertiggerichte
  • Künstliche Zusatzstoffe wie Geschmacksverstärker und Nitrate
  • Genussmitteln wie Kaffee, Wein, Sekt oder Nikotin

Diagnose und Behandlung

medikamente als lösung

In der Regel stellt der Arzt im Gespräch, anhand der charakteristischen Symptome, die eindeutige Diagnose fest. Eine bildgebende Diagnostik, wie MRT oder CT ist nur notwendig, um andere Krankheiten auszuschließen. Die wirkungsvollste Therapie ist die Behandlung mit gängigen Schmerzmitteln, wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder Paracetamol. Zeigen diese keine ausreichende Wirkung, kommen Triptane zum Einsatz. 

Treten die Anfälle öfter als 3x im Monat auf und ist die Einnahme von Medikamenten während der akuten Migräneattacke nicht wirksam, kann eine prophylaktische Gabe verabreicht werden. Diese sollte sich allerdings auf maximal 10 Tage im Monat beschränken, da die Gefahr einer Abhängigkeit besteht. Ist die Form besonders schwer und chronisch, kann eine Neuromodulation, auch Occipitalis-Neurostimulation genannt, angewendet werden. 

Bei Triptanen handelt es sich um hochwirksame Mittel, die in jedem Stadium eines Migräneanfalls die gewünschte Linderung verschaffen können. Konkret sorgen sie durch eine Verengung der Blutgefäße für ein Abklingen der Kopfschmerzen, die der Migräne zuzuordnen sind.

Medikamentöse Therapie versus Alternativtherapie

Schmerzmittel

  • Schmerzmittel in Brause- und Kautablettenform
  • Paracetamol als Zäpfchen
  • Triptane für jedes Stadium eines Anfalls
  • Antiemetika bei Übelkeit und Erbrachen

Alternativen

  • Entspannungstechniken
  • Sport
  • Akupunktur
  • Biofeedback-Verfahren
  • Schmerztagebuch
medikamente oder alternativen

Alternative Behandlung

Dazu zählen unter anderem gezielte Entspannungstechniken, die Ihre Beschwerden drastisch reduzieren können. Progressive Muskelentspannung, Autogenes Training, Meditation und Yoga sind nur einige Beispiele für ganzheitliche Konzepte, die Ihnen im akuten Fall helfen und Sie letztendlich auch ganz von den lästigen Kopfschmerzen befreien können. Mit der Akupunktur und dem Biofeedback-Verfahren bieten sich zwei weitere Optionen, Migräne ohne den Einsatz von Schmerzmitteln zu heilen.

Akute Behandlung

Leiden Sie akut unter Migräne, so ist schnelles Handeln gefragt, um die Intensität der Symptome nach Möglichkeit abzuschwächen. Viel Ruhe und Entspannung wirken ebenso wohltuend wie Schlaf. Grelles Licht und Lärm sollten Sie vermeiden und sich stattdessen in einen dunklen Raum zurückziehen, in dem Sie für sich alleine sind. Ätherische Öle wie Pfefferminzöl und kalte Umschläge auf den Schläfen können den pochenden Kopfschmerzen schnell den Schrecken nehmen. Vanilleextrakt und frischer Ingwer: So lautet das Duo, das die wirksamen Hausmittel gegen Migräne anführt. Großer Beliebtheit unter den schmerzlindernden Heißgetränken erfreuen sich abgesehen von Kaffee auch Rotbuschtee und Gewürznelken.

Sonderfall Migräne bei Kindern

Sonderfall Migräne bei Kindern

Migräne entwickelt sich zu einer der am weitesten verbreiteten Volkskrankheiten. Betroffen sind zunehmend auch Kinder. In der Symptomatik gibt es kaum Unterschiede zu den Beschwerden, die bei Erwachsenen auftreten können. Während die Kopfschmerzen hier weniger ausgeprägt sind, dominieren Krankheitszeichen wie Schwindel, erhöhte Temperatur und Bauchschmerzen. Dass diese auf eine Migräne zurückzuführen sind, wird häufig nicht erkannt, sodass eine Behandlung lediglich an der Bekämpfung der Symptome ansetzt. Die Dauer eines Migräneanfalls bei Kindern beläuft sich auf eine bis sechs Stunden. Intensität und Symptomatik sind von Fall zu Fall verschieden.

Migräne erkennen

Je nach Alter des betroffenen Kindes kann es als außenstehende Person oftmals schwierig sein, die Krankheitszeichen richtig zu deuten. Viele Betroffene sind noch zu klein, um die einzelnen Beschwerden genau artikulieren zu können. Es gibt jedoch Hinweise, die es Ihnen auch aus der Distanz ermöglichen, eine entsprechende Diagnose zu stellen.

Äußert Ihr Kind den Wunsch, sich zurückzuziehen und zu schlafen, weist es im Gesicht eine extreme Blässe oder Rötung auf, zeigt es Unruhe und Konzentrationsprobleme und klagt über Bauchschmerzen, so sind dies eindeutige Anzeichen für eine Migräne.

Ursachen und Behandlung

Ursachen

  • erbliche Veranlagung
  • Stress
  • Hochleistungssport
  • elektronische Geräte
  • bestimmte Lebensmittel
  • Wetterwechsel

Behandlung

  • Kopfschmerztagebuch
  • Entspannungsübungen
  • abgedunkelte Rückzugsmöglichkeiten
  • Antiemetikums bei Erbrechen
  • Paracetamol oder Ibuprofen

Migräne vorbeugen

Das Führen eines Schmerztagebuchs kann aufschlussreiche Hinweise zu den Triggern geben. Halten Sie darin die Dauer, Lokalisierung, Abstände, Gewohnheiten, eventuell eingenommene Medikamente und Begleitbeschwerden fest. Anhand dieser Analyse kann eine Vorbeugung neuer Anfälle gelingen. Sind die Auslöser gefunden, gilt es sie zu vermeiden.

entspannungsübungen helfen

Gönnen Sie Ihrem Körper während der Akutphase viel Ruhe und Schlaf. Abgedunkelte Räume ohne Sinnesreize tragen zur Linderung bei. Auch Entspannungsübungen wie Yoga und Meditation wirken sich positiv aus. Sie reduzieren zum einen den Stress, lindern zum anderen das Beschwerdebild und können neue Attacken verhindern. Als weitere alternative Heilmethode kann die Akupressur angewendet werden, in der die Massage bestimmter Druckpunkte erfolgt. Auch mit Akupunktur wurden schon Erfolge erzielt. Diese Behandlung können einige Ärzte mit entsprechender Zusatzausbildung vornehmen. Ob die Krankenkasse die Kosten übernimmt oder zur Zuzahlung beiträgt, muss im Einzelfall erfragt werden.

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