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PCOS: Weiblicher Hormonhaushalt gestört

PCOS: Weiblicher Hormonhaushalt gestört
Kaum bekannt und dennoch tritt die hormonelle Erkrankung bei vielen jungen weiblichen Patienten auf.
Der medizinische Terminus Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS) ist kaum bekannt. Dennoch tritt die hormonelle Erkrankung hierzulande bei verhältnismäßig vielen jungen weiblichen Patienten auf. Dass etwas mit ihrem Körper nicht stimmt, stellen die Betroffenen hauptsächlich dann fest, wenn sie alles Mögliche unternommen haben, um das langersehnte Baby zu bekommen, aber trotzdem nicht schwanger wurden. Andere Frauen beklagen aus unbekannter Ursache ausbleibende Monatsblutungen oder leiden an stark verlängerten Monatszyklen.

Was ist ein PCOS?

Das PCOS oder PCO-Syndrom wird auch Stein-Leventhal-Syndrom und Polyzystisches Ovarialsyndrom genannt. Bei der erstmals von den Wissenschaftlern Stein und Leventhal beschriebenen Krankheit handelt es sich um eine Störung des weiblichen Hormonhaushalts. Die Betroffenen sind ausschließlich Frauen im gebärfähigen Alter. Da sich in ihren Eierstöcken kleine Zysten befinden, leiden die Patientinnen an Hormonstörungen, die den weiblichen Zyklus durcheinanderbringen und weitere psychisch belastende Begleiterscheinungen auslösen.

Hierzulande sind 10 bis 20 Prozent der Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter an einem Polyzystischen Ovarsyndrom erkrankt. Da die Patientinnen zugleich ein erhöhtes Risiko haben, später eine Herzkreislauf-Krankheit oder einen Diabetes mellitus zu bekommen, sollten sie sich baldmöglichst in ärztliche Behandlung begeben. Die genauen Ursachen der weiblichen Hormonstörung und die an ihrer Entstehung beteiligten Mechanismen sind noch nicht umfassend geklärt.

Wie entsteht das PCOS?

hormonhaushalt sorgt für ungleichgewicht

Das Polyzystische Ovarialsyndrom hat eine erhöhte Konzentration an männlichen Geschlechtshormonen (Androgenen) in den Eierstöcken als Ursache. Sie kommt durch die vermehrte Freisetzung von LH (luteinisierendem Hormon) und die reduzierte Ausschüttung von FSH (follikelstimulierendem Hormon) durch die Hypophyse zustande. Im Gegensatz zu Männern, die einen hohen Testosteron-Spiegel haben, ist bei weiblichen Personen der Anteil männlicher Sexualhormone sehr niedrig. Die Androgene sorgen bei Mädchen in der Pubertät für die Entstehung der Achsel- und Schambehaarung und garantieren später eine uneingeschränkte Fortpflanzung.

Verfügt die Betroffene jedoch über zu viele männliche Hormone, ist ein Hyperandrogenismus die unvermeidbare Folge. Das Übermaß an Androgenen bewirkt, dass die in den Ovarien (Eierstöcken) heranreifenden Eibläschen keine oder nur selten befruchtungsfähige Eizellen freisetzen: Die Patientin kann überhaupt nicht oder nur unter erschwerten Umständen schwanger werden. Die Eibläschen verbleiben im Follikel der Eierstöcke und bilden Narbengewebe. An den betreffenden Stellen kommt es später zur Entwicklung kleiner Zysten, die die Hormonproduktion behindern. Die Folge sind Zyklusstörungen: Die Menstruation bleibt aus (Amenorrhoe) oder tritt zeitverzögert auf (Oligomenorrhoe).

Die genauen medizinischen Ursachen des Polyzystischen Ovarialsyndroms sind noch unbekannt: Die Wissenschaftler nehmen eine genetische Veranlagung und Umwelteinflüsse als Auslöser der hormonellen Störung an. Risikofaktoren, die ein PCO-Syndrom begünstigen, sind
  • andauernder starker Stress
  • Schilddrüsen-Unterfunktion 
  • zu hohe Prolaktin-Ausschüttung
  • männliche Hormone produzierende Tumore

Welche Symptome treten bei einem PCOS auf?

Frauen mit PCOS haben nur selten einen Eisprung. Das ist vor allem bei einem bestehenden Kinderwunsch äußerst belastend. Mitunter ist die Fruchtbarkeit sogar vollständig unterbunden: Der Eisprung kommt gar nicht erst zustande. Die Patientinnen leiden an verschiedenen Formen von Zyklusstörungen: Die Regelblutungen erfolgen überhaupt nicht oder nur in sehr großen Abständen voneinander. Bei vielen Betroffenen kommt es außerdem noch zu Zwischenblutungen. Der zu hohe Androgenspiegel verursacht darüber hinaus
  • männliche Körperbehaarung
  • fettige Haut mit Akne-Pickeln
  • Haarausfall auf der Kopfhaut

Häufige Fragen zum Thema PCOS

Die Behaarung ist nicht nur stärker als normalerweise üblich, sondern tritt sogar als Hirsutismus (männliche Behaarung) auf: Die Haare wachsen vom Schambereich bis zum Bauchnabel oder gehen auf die Oberschenkel über. Bei manchen Patientinnen lässt sich ein Damenbart über der Oberlippe erkennen. In sehr seltenen Fällen kommt es zur Vergrößerung der Klitoris und zu einer tieferen Stimme.
Wird eine junge Frau mit Kinderwunsch nicht schwanger, ist in vielen Fällen ein unbehandeltes Polyzystisches Ovarsyndrom daran schuld. Begibt sie sich in ärztliche Behandlung, führt der Facharzt für Gynäkologie nach der üblichen Anamnese eine Ultraschall-Untersuchung durch. Sind am Rand der Ovarien kleine, wie Perlen auf einer Schnur aufgereihte verdickte Eibläschen sichtbar und sind die Eierstöcke der Betroffenen vergrößert, was sich auch ertasten lässt, wird die Diagnose noch durch eine Blutuntersuchung gesichert: Sind die Werte mehrerer oder aller männlicher Hormone zu hoch, der LH-Wert und der Insulinspiegel ebenfalls erhöht, der FSH-Wert jedoch niedrig oder im Normalbereich, leidet die Untersuchte tatsächlich an einem PCO-Syndrom. Typische Symptome wie stärkere Behaarung und Akne lassen sich mithilfe einer körperlichen Untersuchung feststellen.

Wie behandelt man ein PCOS?

ärztliche Behandlung bei PCOS

Die Behandlung der Hormonstörung ist davon abhängig, ob die junge Frau noch eine Schwangerschaft plant oder nicht. Betroffenen mit Kinderwunsch verordnet man niedrig dosierte kortisonhaltige Medikamente oder Antiöstrogene. Das Kortison hemmt die Herstellung der männlichen Geschlechtshormone in den Nebennieren. Antiöstrogene fördern den Eisprung. Patientinnen, die hormonell verhüten, nehmen statt der bisher verwendeten Antibabypille eine mit anti-androgener Wirkung. Sie unterdrückt die negativen Auswirkungen der männlichen Hormone und reguliert den weiblichen Zyklus.

Da die meisten von einem PCO-Syndrom betroffenen Frauen zugleich an Adipositas (Fettsucht) oder starkem Übergewicht leiden, wird ihnen der behandelnde Arzt zur Unterstützung der Therapie noch eine Umstellung ihrer Ernährungsweise und mehr körperliche Bewegung nahelegen. Sind bei der Patientin Bluthochdruck oder ein Typ-2 Diabetes vorhanden, müssen auch sie behandelt werden: Mithilfe des Wirkstoffs Metformin lässt sich eine bestehende Insulinresistenz bessern und der Blutzuckerspiegel senken. Außerdem löst er den Eisprung aus. Mitunter ist auch eine operative Zerstörung der Zysten mit einem Laser die geeignete therapeutische Option.

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