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PMS - Vielfältiges Leiden im Monatszyklus

prämestruelles syndrom
Der Begriff prämenstruelles Syndrom umfasst eine ganze Reihe von Beschwerden, die sich bei vielen Frauen vor der Regelblutung einstellen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist PMS?

Schätzungen zufolge bilden drei von vier Frauen im gebärfähigen Alter regelmäßig ein prämenstruelles Syndrom aus und leiden unter vielfältigen Symptomen, die das Leben belasten. Studien kommen zu dem Ergebnis, dass die Altersgruppe zwischen Ende 20 bis Anfang 40 besonders anfällig dafür ist. Bei schwerem Verlauf können die Auswirkungen nicht nur zu temporärer Arbeitsunfähigkeit führen, sondern auch die beruflichen und privaten Beziehungen stark in Mitleidenschaft ziehen. Die emotionalen und physischen Veränderungen, die Monat für Monat auftreten, müssen dabei nicht gleichbleibend intensiv sein, sondern können durchaus variieren.

Welche Symptome können auftreten?

Die Symptome zeigen sich zumeist während der letzten vier Tage vor Einsetzen der Blutung, treten jedoch bei manchen Frauen schon vierzehn Tage vor der Menstruation auf.

Dazu gehören unter anderem diese Beschwerden:

häufige Symptome

  • Wasseransammlungen im Gewebe (Ödeme)
  • Krämpfe im Unterbauch
  • Rückenschmerzen
  • Spannungsgefühl in den Brüsten bis hin zu extremer Empfindlichkeit (Mastodynie)
  • Hautveränderungen
  • Übelkeit und Kreislaufbeschwerden
  • Kopfschmerzen
  • Migräne
  • Reizbarkeit
  • Gefühl der Überforderung und des Kontrollverlustes

weitere Symptome

  • Appetitlosigkeit oder Heißhunger
  • Anstieg der Sensibilität für bestimmte Reize wie etwa Lärm, Licht oder Geruch
  • Schleimhautreizungen
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie)
  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Erschöpfungssymptome
  • Stimmungsschwankungen
  • Antriebslosigkeit
  • Hyperaktivität
  • Angstzustände
  • Aggressivität
schmerzen bauch

Wie lässt sich PMS gezielt behandeln?

Zahlreiche Beschwerden lassen sich medikamentös behandeln. Welches Mittel sich für therapeutische Zwecke eignet, hängt von individuellen Faktoren ab und ist von Frau zu Frau verschieden. Gynäkologen führen deshalb eine gründliche Anamnese durch und klären genau ab, welche Symptome das Befinden beeinträchtigen, um die richtige Therapieform zu finden. Zur Auswahl stehen Ovulationshemmer, also hormonelle Verhütungsmittel, die den Eisprung verhindern.

depressive stimmung verhindern

Des Weiteren helfen Schmerzmittel, deren Wirkstoffe bei Rücken-, Kopf- oder Brustschmerzen für Linderung sorgen. Tritt eine Wasseransammlung im Gewebe auf, stehen ausschwemmende Mittel zur Verfügung, die sogenannten Diuretika. Stimmungsaufhellende Präparate unterstützen Frauen, die unter erheblichen seelischen Beeinträchtigungen leiden. Es wird ein Zusammenhang zwischen chemischen Veränderungen im Gehirn und der Entstehung des prämenstruellen Syndroms vermutet, der auf Schwankungen des Neurotransmitters Serotonin basiert. So kann ein unzureichender Serotoninspiegel sich negativ auf die Gemütslage auswirken und außerdem Schlafstörungen, Müdigkeit oder Heißhunger auslösen. Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer kommen jedoch meist erst dann zum Einsatz, wenn sich andere Therapien als wirkungslos erweisen.

Was bietet die Naturheilkunde?

Verschiedene pflanzliche Arzneimittel eignen sich ebenfalls zur Behandlung. So ist die Wirksamkeit des Pflanzenextraktes aus Mönchspfeffer wissenschaftlich belegt. Präparate mit diesem Extrakt tragen zur Regulierung des hormonellen Gleichgewichts bei, zudem stimulieren sie die Bildung weiblicher Hormone. Unter anderem verringern sich dadurch Spannungsgefühle in den Brüsten. Allerdings reicht die einmalige Einnahme nicht aus, es empfiehlt sich eine kurmäßige Anwendung über mehrere Monate. Bei psychischen Symptomen hat sich Johanniskraut zur Therapie bewährt. Es hilft bei depressiven Verstimmungen, nervöser Unruhe und Ängsten. Allerdings ist hier zu beachten, dass die Wirkstoffkonzentration des Präparats hoch genug sein muss und die Wirkung erst nach einer Einnahmezeit von mehreren Wochen einsetzt.

Welche Rolle spielt Bewegung?

sportliche bewegung als hilfe

Sportliche Aktivitäten helfen dabei, prämenstruelle Begleiterscheinungen in positiver Weise zu beeinflussen. So dient Bewegung nicht nur dazu, eingelagertes Wasser schneller abzutransportieren, sondern regt auch die Durchblutung an. Letztere sorgt dafür, Krämpfe in der Gebärmutter abzubauen und Rücken- oder Unterbauchschmerzen entgegenzuwirken. Ausdauertraining wie etwa Schwimmen, Joggen oder Radfahren ist besonders ratsam, denn dies begünstigt den Anstieg der Ausschüttung von Endorphinen im Gehirn, den sogenannten Glückshormonen. Frauen, die regelmäßig Sport treiben, können Stimmungsschwankungen somit auf natürliche Weise eindämmen. Wenn Sie zusätzlich Entspannungstechniken wie etwa Yoga-Übungen oder autogenes Training anwenden, profitieren Sie davon, dass Sie den Zeitraum kurz vor der Menstruation als weniger beschwerlich erleben.

Häufige Fragen zum Thema PMS

Der weibliche Zyklus mit seinem Auf und Ab von Hormonen ist verantwortlich für fruchtbare und unfruchtbare Tage. Darüber hinaus kommt es im Zusammenhang mit diesen zyklischen hormonellen Veränderungen zu körperlichen und seelischen Befindlichkeitsstörungen. Bislang sind die Ursachen zwar nicht abschließend geklärt, es steht allerdings fest, dass hormonelle Schwankungen als wesentlicher Faktor einzustufen sind. Generell ist festzuhalten, dass das prämenstruelle Syndrom nicht innerhalb der ersten Zyklushälfte auftritt, sondern ausschließlich in der zweiten Zyklushälfte. Dies ist die Phase der Gelbkörperreifung, die zwischen Eisprung und Beginn der Regelblutung liegt. Nun bildet sich das Gelbkörperhormon Progesteron, zugleich sinkt die Östrogenausschüttung. Damit geht eine verstärkte Neigung einher, mehr Wasser im Gewebe einzulagern, was wiederum zu schmerzhaften Schwellungen im Bereich der Brüste oder Hände und Füße führen kann. Wenn der Zyklus verhindert wird, wie etwa durch die Einnahme von Medikamenten, entfallen die durch PMS ausgelösten Beschwerden. Gleiches gilt während Schwangerschaft und Menopause.
Bei manchen Frauen löst schon der Gedanke an ein bevorstehendes prämenstruelles Syndrom unangenehme Assoziationen aus. So erweisen sich die auftretenden Symptome wie etwa Schmerzen in diesen Fällen als so stark, dass die alltäglichen Aufgaben kaum zu bewältigen sind. Die Betroffenen fühlen sich quasi außer Gefecht gesetzt. Die Bandbreite der psychischen Veränderungen reicht hier von Konzentrationsschwierigkeiten über äußerste Reizbarkeit bis hin zu schweren Depressionen. Diese extreme Form prämenstrueller Effekte wird in der Medizin gesondert betrachtet und als PMDD (premenstrual dysphoric disorder) bezeichnet.
Je nachdem, welche Lebensweise gepflegt wird, lassen sich Beschwerden aufgrund des prämenstruellen Syndroms positiv oder negativ beeinflussen. Als Betroffene haben Sie die Möglichkeit, Ihre Alltagsgewohnheiten auf den Prüfstand zu stellen und aktiv gegenzusteuern. So kann beispielsweise der Genuss von Nikotin oder Koffein ebenso zur Verstärkung der Symptome beitragen wie Schlaf- und Bewegungsmangel, psychische Belastungen oder Stress. Ein Überschuss des Hormons Prolaktin und verschiedene Krankheiten, wie beispielsweise Störungen der Schilddrüse oder Pilzinfektionen gelten ebenfalls als verstärkende Faktoren. Insbesondere dann, wenn mehrere der genannten Kriterien zutreffen, ist es ratsam, gezielte Veränderungen einzuleiten, sodass sich die Auswirkungen des prämenstruellen Syndroms abmildern.

Fazit

Wenn die Diagnose PMS lautet, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, steuernd einzugreifen. Zum einen kann Ihr Arzt im Bedarfsfall eine geeignete Behandlung einleiten, zum anderen stehen Ihnen viele Wege offen, den Verlauf selbst positiv zu beeinflussen. Ob Naturheilmittel, Entspannungstraining oder Sport, greifen Sie gezielt ein, um Ihre Gesundheit zu stärken und prämenstruell bedingte Krankheiten zu vermeiden.

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