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Benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel: Welt ohne Balance

Benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel: Welt ohne Balance
Von den Drehbewegungen der Welt bekommt die Masse wenig mit, doch für Schwindelpatienten dreht sich die Welt im wahrsten Sinne des Wortes.
Abhängig vom Kontext und den einzelnen Symptomen der Schwindelanfälle definiert die Medizin unterschiedliche Formen. Benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel ist die mitunter häufigste Schwindelform und betrifft Schätzungen zufolge bis zu drei Prozent der Bevölkerung. Die Schwindelanfälle von BPLS-Patienten hängen von der Position des Körpers im Raum ab. Lagerungsmanöver wie Drehungen des Kopfes und Körpers im Liegen, schnelles Aufrichten oder schnelles Hinlegen führen bei Menschen mit BPLS zu Drehschwindelattacken.

Was ist benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel?

Schwindelattacken

BPLS-Schwindel ist ein Gleichgewichtsproblem, das vom Gleichgewichtssinn im Innenohr ausgeht. Die Medizin definiert die Schwindelform als episodisch kurzen, aber wiederkehrenden Drehschwindel, der attackenartig (paroxysmal) bei Körperpositionsveränderungen auftritt. Die Schwindelattacken sind in den meisten Fällen harmlos (benigne), können aber auch auf eine Erkrankung hindeuten.

Viele Forschungsquellen berichten für BPLS jährlich von mindestens 45 Neuerkrankungen auf 100.000 Einwohner. Unter Medizinern ist bei der Schwindelform des paroxysmalen Lagerungsschwindels auch vom benigne paroxysmalen positionalen Vertigo (BPPV) die Rede. Obwohl die Schwindelattacken zu den gutartigen Leiden zählen, ist das „Karussell im Kopf“ für Betroffene zumindest sehr unangenehm.

Symptome

  • Spontaneität der Schwindelattacken
  • Bewegungsabhängigkeit der Schwindelanfälle
  • zeitversetzter Eintritt des Schwindelanfalls
  • kurze Dauer des Schwindels

Therapie

  • Bewegungsübungen
  • Lagerungsübungen nach Brandt und Daroff
  • Semont-Manöver

Wieso lösen sich Otokonien aus dem Gleichgewichtsorgan?

Gleichgewichtsorgan Ohr Aufbau

Unterschiedliche Umstände können zur Ablösung von Kristallen im Bereich des Gleichgewichtsorgans führen. Die meisten Patienten mit BPLS sind zwischen 40 und 60 Jahre alt. In diesem Alter treten natürliche Degenerationserscheinungen im Bereich verschiedener Körperorgane auf, so auch in den Ohren. Im Gleichgewichtsorgan kann diese Degeneration Ablösungsprozesse bedingen. Auch Innenohrentzündungen oder Gleichgewichtsorganentzündungen können die Ohrenkristalle insoweit beschädigen, dass sie sich bewegungsabhängig aus ihrer Ursprungsposition lösen. Eine weitere Ursache sind Verkehrs- oder Sportunfälle mit traumatischen Kopfverletzungen. In diesem Kontext vergehen die Schindelattacken zum Teil bereits nach kurzer Zeit und kehren oft nicht wieder zurück, sobald die Akutphase des Traumas überstanden ist.

An welchen Beschwerden leiden Patienten mit paroxysmalem Lagerungsschwindel?

Wie die meisten Schwindelarten geht benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel mit Symptomen wie Übelkeit oder Erbrechen, Oszillopsien ohne Hirnstammanzeichen und Ohrengeräuschen wie Tinnitus einher. Anders als bei kreislaufabhängigen Schwindelattacken wird Patienten mit bewegungsabhängigem Schwindel meist nicht schwarz vor Augen. Um die Schwindelattacken von Patienten mit BPLS von anderen Schwindelformen zu unterscheiden, ist der Kontext ausschlaggebend.
schwindelattacken belasten alltag

Welche Behandlung erhalten BPLS-Patienten?

Da viele Medikamente die Übertragungsvorgänge peripherer und zentraler Nerven stören, eignen sich medikamentöse Therapieformen für Patienten mit benignem paroxysmalem Lagerungsschwindel kaum. Die Therapie fokussiert spezielle Übungen, die über Bewegungsabfolgen die verrutschten Kristalle aus den Bogengängen herausbefördern. Neben der Lagerungsübung nach Brandt und Daroff gibt es zu diesem Zweck Lagerungsübungen nach Epley und das sogenannte Semont-Manöver. Unter Zuhilfenahme der Schwerkraft befördern die Übungen und Manöver die eingespülten Teilchen aus den Gängen. Da die Kristalle schwerer sind als die Bogengangflüssigkeit, sinken sie bei ruhiger Lage nach unten und lassen sich durch Bewegungsabfolgen gezielt verrücken. Meist sind BPLS-Patienten nach wenigen Übungswochen geheilt.

Häufige Fragen zum Thema benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel

Eine genaue Diagnose ist im Hinblick auf Lagerungsschwindel schwierig und kann nur durch fachkundige Ärzte erfolgen. Der Arzt setzt speziell bei der Diagnosesicherung auf die Durchführung sogenannter Manöver nach Hallpike. Diese Manöver entsprechen Provokationstests im Sinne von Bewegungsabfolgen, die gezielt Lagerungsschwindel auslösen sollen. Auf Basis der Anamnese lässt sich über die primäre Ursache der Ohrenkristallablösung spekulieren.
Als wichtigste Differentialdiagnosen schließt der Arzt bei BPLS-Patienten neben zentralnervösen Gleichgewichtsstörungen den Drehschwindel des Morbus Menière aus. Bei dieser Krankheit handelt es sich um eine Innenohrerkrankung, die ähnlich der Schwindelanfälle von BPLS-Patienten durch starke, anfallsartige Schwindelgefühle charakterisiert ist und häufig mit kurzweiligem Hörverlust einhergeht. Neben Tinnitus und Hörminderung können bei der Krankheit Unwohlsein, Erbrechen, Übelkeit und Fallneigung auftreten. Obwohl diese Symptome teilweise auch für BPLS charakteristisch sind, bestehen einige Unterschiede. Zum einen werden die Anfälle von BPLS-Patienten klar und deutlich durch Bewegungen ausgelöst und zum anderen führt BPLS nur kurzzeitig zu Schwindelattacken, während Morbus Menière durch anhaltenden Drehschwindel gekennzeichnet ist.
Bei Patienten mit gutartigem, paroxysmalem Lagerungsschwindel ist der Gleichgewichtssinn die Ursache der Schwindelattacken. Das Gleichgewichtsorgan enthält natürlicherweise Kristalle aus Calciumcarbonat (Otokonien, Otolithen). Sind diese Teilchen beschädigt, können sie sich ablösen. Bei Drehschwindelpatienten mit BPLS spülen die winzigen Ohrensteine zusammen mit der Flüssigkeit des Innenohrs bewegungsabhängig in die Bogengänge der Ohren und übermitteln dem Gehirn über Sensorzellen widersprüchliche Körperpositionsinformationen. Das Gehirn reagiert darauf mit Gleichgewichtsstörungen in Form der typischen Symptome. Meist verschwindet die Gleichgewichtsstörung bei Patienten mit BPLS durch gezieltes Drehen oder andere Bewegungen des Kopfs. Die Prognose für Betroffene ist deshalb eine positive.

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