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Jodmangel: Schilddrüsenprobleme durch Nährstoffmangel

Jodmangel: Schilddrüsenprobleme durch Nährstoffmangel
Die geistigen Beeinträchtigungen einer Jodmangelversorgung zeigen sich heute an rund 50 Millionen Menschen.
Zwergenwuchs, aufgestülpte Nase, Kurzfinger und geistige Minderentwicklung: Kretinismus ist eine der verheerendsten Folgen von Jodmangel. Speziell für Ungeborene und Säuglinge ist das Spurenelement Jod für die Entwicklung essenziell. Die geistigen Beeinträchtigungen einer Jodmangelversorgung zeigen sich heute an rund 50 Millionen Menschen. Weltweit leiden aktuell bis zu zwei Milliarden Menschen an Jodmangel. Die Weltgesundheitsorganisation hält Deutschland für jodmangelfreies Gebiet. Nichtsdestotrotz gilt deutscher Boden noch immer als Jodmangelboden. Bis heute haben 30 Prozent aller Erwachsenen mit den gesundheitlichen Folgen von Jodmangelversorgung zu kämpfen: vergrößerte Schilddrüse, Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose ) und Struma (Kropf) sind die verbreitetsten.

Was ist Jodmangel?

Jod ist ein Spurenelement und essenzieller Nährstoff. Der Organismus kann Jod nicht selbstständig produzieren und ist Tag für Tag auf die ausreichende Aufnahme mit der Nahrung angewiesen. Der Körper benötigt Jod besonders zur Herstellung von Schilddrüsenhormonen wie Thyroxin und Trijodthyronin, die an zahlreichen Stoffwechselprozessen beteiligt sind. Durch ausgewogene Ernährung ist die Zufuhr meist ausreichend gesichert. Wer den täglichen Jodbedarf über einen längeren Zeitraum konstant unterschreitet, erkrankt an Jodmangel. Als Richtwerte für die tägliche Jodversorgung gelten für gesunde Erwachsene durchschnittlich 200 µg, für Jugendliche 180 Mikrogramm, für Kinder bis zum neunten Lebensjahr 100 bis 140 µg und für Säuglinge 50 bis 80 Mikrogramm.

Wie entsteht Jodmangel?

erhöhter jod bedarf

Ein Mangel an Jod basiert entweder auf Unterschreitungen der durchschnittlichen Jodzufuhr oder geht auf erhöhte Bedarfsumstände zurück. Schwangere und Stillende werden vom Arzt auf ihren höheren Jodverbrauch mit einer Bedarfserhöhung auf 230 bis 260 Mikrogramm hingewiesen. Ihr Körper muss mit ihrer Jodzufuhr zusätzlich das Kind versorgen, damit sich dessen geistige Leistungsfähigkeit gesund entwickeln kann. Zusätzlich hilft Jod bei der Sicherung des Wachstums. Erhöhter Jodverbrauch stellt sich neben Schwangeren für Leistungssportler sowie Menschen mit Magendarmaufnahmestörungen und Erkrankungen wie Infektionskrankheiten ein. Dasselbe gilt bei der Einnahme bestimmter Medikamente. Auch Vegetarier und Veganer sind Risikogruppen für Jodmangel und sollten auf den Jodgehalt ihrer Lebensmittel achten.

Welche Beschwerden können bei Jodmangelversorgung auftreten?

Symptome

  • Vergrößerung der Schilddrüse
  • Struma (Kropf)
  • Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose)
  • Müdigkeit
  • Antriebslosigkeit
  • bei Kindern: Wachstums- oder Entwicklungsstörungen
  • Flüssigkeitseinlagerungen & Gewichtszunahme
  • Schwellungen am Hals

weitere mögliche Symptome

  • erhöhtes Schlafbedürfnis
  • Konzentrationsstörungen
  • Abnahme der geistigen & körperlichen Leistungsfähigkeit
  • Kälteempfindlichkeit
  • kalte, trockene, teigig aufgeriebene Haut
  • aufgeschwollene Augenlider
  • Heiserkeit & verwaschene Sprache
  • Atembeschwerden & Pfeiffatmung
  • Schluckbeschwerden

Welche Behandlung bei Jodmangel?

Bei der Therapie von Jodmangelzuständen ist die Ursache entscheidend. Bei einseitigen Ernährungsangewohnheiten lässt sich die Ernährung verbessern, um die empfohlene Tagesration des Spurenelements aufzunehmen. Falls Mehrbedarfssituationen wie Schwangerschaft vorliegen, sind Nahrungsergänzungsmittel hilfreich. Meist finden in diesem Zusammenhang Jodsalz oder Jodtabletten Verwendung. Falls Erkrankungen des Magendarmtrakts für den Jodmangel verantwortlich sind, findet neben der Therapie der Primärerkrankung eine Jodsubstitution mittels Injektionen statt, um den Magendarmtrakt zu umgehen. Eine Überdosierung per normaler Nahrung ist bei Jod nahezu ausgeschlossen. Schädliche Überdosierungen liegen bei Tagesaufnahmen von 500 µg und sind bei Nahrungsergänzungsmitteln wie Meeralgen beachtenswert. Jodmangelfolgen wie Schilddrüsenunterfunktion werden mit Hormongabe behandelt. In Einzelfällen sind chirurgische Eingriffe erforderlich.

Wie kann man Jodmangel vorbeugen?

vorbeugen eines Jodmangels

Reichhaltige Ernährung ist die beste Vorbeugemaßnahme im Kontext von Jodmangelerscheinungen. Der tägliche Jodbedarf wird besonders durch Seefisch gedeckt, so beispielsweise durch Schellfisch, Scholle, Seelachs, Kabeljau und Hering. Auch Brokkoli, Erdnüsse und Champignons enthalten ausreichende Jodmengen. Meereskost enthält ebenso viel Jod, so vor allem Garnelen, Algen und Muscheln. In Milchprodukten, Trinkwasser und Speisesalz ist zwar auch Jod vorhanden, oftmals aber nicht genug. In Mehrbedarfssituationen wie der Schwangerschaft sollte der Jodhaushalt regelmäßig geprüft und über Nahrungsergänzung ausgeglichen werden. Dasselbe gilt für Krankheitssituationen und Leistungssportumstände. Bei guter Versorgungslage speichern Schilddrüsen zur Herstellung der Hormone bis zu zehn Milligramm Jod, womit ein dreimonatiger Vorrat angelegt ist.

Häufige Fragen zum Thema Jodmangel

Schwerwiegende Folgen hat Jodbedarfsunterschreitung für Ungeborene. Nehmen werdende Mütter geringe Mengen des Spurenelements mit der Nahrung auf, entwickelt das Kind schlimmstenfalls Fehlbildungen oder Defekte wie Taubheit. Auch Fehlgeburten kommen vor.
Länger bestehende Jodmangelerscheinungen führen zu einer Vergrößerung der Schilddrüse, die durch vermehrte Zellteilung im Sinne einer Hyperplasie entsteht. Immer mehr Schilddrüsenhormone werden abgegeben. Knoten bilden sich im Schilddrüsengewebe, die bedarfsunabhängig weitere Schilddrüsenhormone produzieren. Daraus entwickelt sich oftmals eine Hyperthyreose mit Symptomen wie Gewichtsabnahme, Nervosität, Durchfall, Schlafstörungen und Herzrhythmusstörungen. Schilddrüsenüberfunktionen werden mittels Thyreostatika, Operation oder Radiojodtherapie behandelt. Unbehandelt engen Knoten im Schilddrüsenbereich die Luftröhre ein oder behindern den venösen Blutrückfluss zum Herzen. In seltenen Fällen stellen sich bei unbehandeltem Jodmangel bösartige Schilddrüsenveränderungen mit ungünstiger Prognose ein. Wird die Mangelerscheinung rechtzeitig behoben, bleibt die Prognose hervorragend.

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