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Körpertemperatur: Wie Hypo- & Hyperthermie den Körper stören

Körpertemperatur: Wie Hypo- & Hyperthermie den Körper stören
Die Körpertemperatur des Menschen liegt bei 37° C. Kleinere Schwankungen sind normal, größere Veränderungen nicht.
Im Sommer schwitzen Menschen bei einer Temperatur von mehr als 30 Grad Celsius. Im Winter macht sich statt Schweiß Bibbern und Beben breit. Eine Temperatur bleibt trotz Veränderungen der Umgebungstemperatur konstant: die menschliche Körpertemperatur, die im Inneren rund 37 °C beträgt und ideale Bedingungen für Durchblutung sowie Stoffwechsel schafft. Anders als wechselwarme Tiere bleiben Säugetiere wie der Mensch im Körperkern gleichwarm und verfügen über ausgeklügelte Regulation. Diese Regulationsmechanismen werden als Wärmeregulation (Thermoregulation) bezeichnet und basieren auf Wärmeabgabe und der Produktion von Wärme. Kleinere Schwankungen der Körperkerntemperatur schaden nicht. Hypothermie (Unterkühlung) und Hyperthermie (erhöhte Temperatur) können allerdings gefährlich werden.

Wieso entsteht bei Krankheiten ein Anstieg oder Abfall der Temperatur?

Krankheiten Körpertemperatur

Von hohem Fieber zu stark erniedrigter Temperatur: Bei Krankheiten stellen sich abnorme Temperaturen im Körperkern ein. Zu krankheitsbedingtem Fieber kommt es bei Infektionen mit Bakterien oder Viren, indem das Gehirn Körpertemperaturen über dem Sollwert einstellt. Bei jeder Infektion bildet der Körper Prostaglandine, um Krankheitserreger zu bekämpfen. Diese Substanzen verlegen den Sollwert nach oben, um ein unattraktiveres Milieu für die Erreger zu schaffen. Medikamente, Drogen sowie Kaffee und Alkohol im Übermaß können leichtes Fieber begünstigen. Auch Unterkühlungen entstehen häufig infolge von Medikamenteneinnahme (Antidepressiva). Außerdem führen lange Kälteexposition, feuchte Kleidung, Wind, Alkohol- und Drogenkonsum sowie falsche Ernährung zu Hypothermie. Dasselbe gilt für Infektionen wie Lungenentzündung, Herzschwäche, Allergien, Schilddrüsenfehlfunktionen und andere Stoffwechselstörungen.

Welche Beschwerden begleiten Hypothermie und Hyperthermie?

Bei Fieber im Rahmen einer Infektion hängen die Begleitsymptome von der Art der Infektion ab. In den meisten Fällen sind für Fiebererkrankungen gestörtes Wärme-Kälte-Empfinden, Schwitzen und rote Gesichtsfarbe ebenso kennzeichnend wie Kreislaufbeschwerden, Schwindel und Herzrasen. Auch erhöhtes Schlafbedürfnis, Abgeschlagenheit, Energielosigkeit und Appetitlosigkeit können Fieberphasen begleiten. Bei hohem Fieber kommen Halluzinationen bis hin zu apathischen Zuständen hinzu. Sogar Ohnmachtsanfälle sind bei stark erhöhten Temperaturen denkbar. Eine Lebensbedrohung stellen Temperaturanstiege auf über 41 Grad Celsius dar. Dasselbe gilt für Unterkühlungen mit Kerntemperaturen um die 26 Grad Celsius. Leichtere Unterkühlung verursacht Symptome wie Schüttelfrost, bleiche Gesichtsfarbe und Muskelsteifigkeit. Als Steigerung dessen führen starke Unterkühlungen zu Lähmungserscheinungen.

Wie verläuft die Diagnostik bei krankhafter Körpertemperatur?

Diagnose Körpertemperatur

Per Fieberthermometer lässt sich die Körpertemperatur rektal (im Po), oral (im Mund) oder im Ohr messen. Die Messung in der Achselhöhle führt zu den niedrigsten Messergebnissen. Bewegt sich die Temperatur zwischen 37,5 °C und 38 °C, liegt erhöhte Temperatur vor. Von Fieber spricht man ab 38 °C, von hohem Fieber ab 39,5 °C und von sehr hohem Fieber ab 41° C. Unterkühlung diagnostiziert man bei Körpertemperaturen ab weniger als 35 Grad Celsius.

Bei starken Unterkühlungen kann die Körpertemperatur 26 Grad Celsius erreichen. Während leichte Sollwertunterschiede nicht zwingend ein Grund zur Sorge sind und oft ohne ärztliche Diagnostik überwunden werden, ist spätestens ab hohem Fieber oder Unterkühlungen mit um die 33 Grad Celsius ärztliche Diagnostik mit anschließender Behandlung erforderlich.

Welche Behandlung bei erhöhter/ erniedrigter Körpertemperatur?

Bei leichtem Fieber sollten die Betroffenen auf ausreichende Flüssigkeitsversorgung achten. Die Aufnahme von Wasser füllt die Speicher wieder auf, die durch fiebrige Schweißausbrüche verloren gegangen sind. Dehydration und begleitenden Kreislaufsymptomen lässt sich so entgegenwirken. Leichtes bis mittelgradiges Fieber über Fiebersenker zu beenden, ist kontraproduktiv. Die erhöhte Temperatur hilft dem Immunsystem und hat im Rahmen einer Infektion ihre Daseinsberechtigung. Außerdem drohen nach der Einnahme von Fiebersenkern Unterkühlungen. Besser ist die ursächliche Behandlung des Fiebers, so im Falle einer bakteriellen Infektion beispielsweise mit Antibiotika. Kühlende Umschläge sorgen für symptomatische Linderung. Hohes Fieber erfordert unter Umständen notfallmedizinische Behandlung zur Aufrechterhaltung lebenswichtiger Körperfunktionen. Selbiges gilt für starke Unterkühlung. Leichte Unterkühlungen lassen sich mit warmen Bädern, Heizdecken und Bewegung oft auskurieren.

Wie lässt sich krankhafter Körpertemperatur vorbeugen?

vorbeugen Körpertemperatur

Leichtes bis mittelgradiges Fieber ist ein normaler Körperprozess bei Entzündungen und anderen Immunreaktionen. Dieser Form des Fiebers ist höchstens vorzubeugen, indem das Immunsystem durch Nährstoffe wie Vitamine und Mineralien gestärkt wird und damit weniger anfällig gegenüber Infekten ist. In Präparaten und Kombinationspräparaten zur Stärkung des Immunsystems sind neben Vitaminen vor allem Stoffe wie Zink enthalten. Nichtsdestotrotz sollten Betroffene versuchen, die Immunstärkung über ausgewogene Ernährung zu erreichen, bevor sie zu etwaigen Nahrungsergänzungsmitteln greifen. Bis zu einem gewissen Grad lässt sich über Immunstärkung auch Unterkühlungen vorbeugen. Darüber hinaus vermindern hohe Stoffwechselraten das Unterkühlungsrisiko, wie sie beispielsweise für Sportler typisch sind. Auch zur allgemeinen Immunstärkung sind ausreichende Bewegung und frische Luft wichtig.

Häufige Fragen zum Thema Körpertemperatur

Durch die Kontrolle der aktuellen Temperatur im Körperkern erkennt der Hypothalamus gefährliche Erhöhungen und Erniedrigungen. Ist die Temperatur erhöht, lässt er den Körper über die Haut und Weitstellungen der Adern Wärme abgeben oder kühlt den Organismus über die Verdunstungskälte von Schweiß. Sinkt die Körperkerntemperatur deutlich unter den Sollwert, sorgt das Regelzentrum über Stoffwechselaktionen und Muskelarbeit (Schüttelfrost, Kältezittern) dafür, dass der Organismus Wärme produziert. Die Gefäße verengen, damit weniger Wärmeabgabe an die Umwelt erfolgt. An diesen Regulationsmechanismen sind Botenstoffe wie Hormone beteiligt, die an körperliche Rezeptoren binden und damit die Regulationsbemühungen des Hypothalamus in Lokalisationen wie der Haut und dem Gefäßsystem umsetzen.
Bis zu einem gewissen Schweregrad erfordern hyper- und hypothermische Zustände nicht zwingend ärztlichen Beistand. Je schwerer die Abweichung von den Sollwerten, desto wichtiger die Behandlung. Bei Temperaturen von mehr als 40 Grad Celsius verändern sich körpereigene Eiweiße. Diese Denaturierung kann irreversible Organ- oder Gewebeschädigungen zur Folge haben. Ab 42,6 Grad Celsius besteht akute Lebensgefahr. Das Blut kann nicht mehr ungehindert fließen und die Zellatmung ist erschwert. Unterkühlungen lassen den Körper neben dem Sauerstoffverbrauch die Stoffwechselvorgänge drosseln. Bei schweren Unterkühlungen mit Körperkerntemperaturen unter 28 Grad Celsius werden Puls und Atmung langsamer. Akute Lebensgefahr besteht in diesem Fall durch das Risiko eines Atem- oder Herz-Kreislauf-Stillstands.

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