Corona

Booster-Impfung – wichtige Strategie gegen die vierte Welle

Booster-Impfung – wichtige Strategie gegen die vierte Welle
Die vierte Corona-Welle ist über Deutschland hereingebrochen. Noch nie steckten sich so viele Menschen mit dem Virus an wie derzeit. Auffrisch-Impfungen sollen die Welle brechen.

Deutschland befindet sich im zweiten Corona-Winter. Die Zahl der Neuinfizierten erhöhen sich in den vergangen Wochen rapide. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg sprunghaft an, die Zahl der Corona-Intensivpatienten lag in dieser vierten Corona-Welle bereits auf einem so hohen Niveau, dass eine Überlastung der Klinken drohte.

Das Problem: Aktuell sind laut Robert Koch-Institut (RKI) erst 74,6 Prozent der Bevölkerung bei uns vollständig geimpft. Lange Zeit waren Experten der Meinung, ab einer Impfquote von etwa zwei Drittel der Bevölkerung sei eine Herdenimmunität erreicht. Die ansteckendere Delta-und Omikron-Variante hat dieses Bild verändert.

Der Impfschutz lässt bei vielen Menschen nach

Ein weiterer wichtiger Faktor: Bei vielen Geimpften verliert der Impfschutz mittlerweile an Wirkung. Sie stecken sich an. Auch wenn die Erkrankung bei vollständig Geimpften meist leicht verläuft, können sie jedoch das Virus weitertragen. Bei hochbetagten Menschen könnten Impfdurchbrüche zudem häufiger dazu führen, dass die Krankheit schwerer ausbricht.

Eine Booster-Impfung frischt den Impfschutz wirkungsvoll auf

Eine Auffrischungsimpfung macht den Impfschutz gegen Covid-19 sicherer. Laut Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) handelt es sich bei Booster-Impfungen um die erneute Gaben des Vakzins von BioNTech/Pfizer oder Moderna, also um einen mRNA-Impfstoff.

Die dritte Impfdosis wirkt auch gegen die Delta-Variante

Die Impfstoff-Hersteller halten Booster-Impfungen für dringend erforderlich. Die dritte Dosis bietet laut Biontech-Chef Ugur Sahin die höchste Schutzwirkung gegen die derzeit getesteten Varianten. Hier geht es vor allem um die hoch ansteckende Omikron.

Booster-Impfungen sollen kurz- und langfristig schwere Corona-Verläufe verhindern

Laut dem Immunologen Carsten Watzl von der TU Dortmund verbessert das Immunsystem jedes Mal, wenn es in Kontakt mit einem Erreger tritt, die Immunreaktion auf diesen Erreger sehr deutlich. Wegen dieser sogenannten Gedächtniszellen bedeutet eine Auffrischungsimpfung eine länger anhaltende Immunisierung. Bei der 3. Impfung bildet sich nochmals eine höhere Zahl von Antikörpern, dadurch fällt der Impfschutz deutlich stärker aus.

Die Wirksamkeit der Booster-Impfung ist durch Studien nachgewiesen

Bei einer Kampagne in Israel wurde die Effektivität der Auffrischungsimpfung erforscht. Personen ab 60 Jahren, deren vollständige Impfung mindestens 5 Monate zurücklag, erhielten dort eine dritte BioNTech-Impfung.
Das Ergebnis: Menschen mit einer Booster-Impfung infizierten sich deutlich seltener mit dem Coronavirus und hatten auch seltener einen schweren Krankheitsverlauf als die Kontrollgruppe der Menschen, die keine Auffrischungs-Impfung erhalten hatten.
Bei einer weiteren Studie zeigte sich, dass auch bei jüngeren Menschen ab 30 Jahren insbesondere der Schutz vor der Infektion mit der Delta-Variante deutlich besser war.

chutz vor der Infektion mit der Delta-Variante deutlich besser

Die Booster-Impfung ist mittlerweile für alle Menschen ab 18 Jahren ratsam

Die Auffrischimpfung ist vor allem für all diejenigen stark angeraten, die gefährdet sind, eine reduzierte Immunantwort nach der vollständigen Covid-19-Impfung zu haben. Auch für Personen, die im Kontakt zu gefährdeten Gruppen oder zu infizierten Menschen stehen, ist die Auffrischungsimpfung ein zusätzlicher Schutz.

Dazu gehören:

  • Menschen ab 70 Jahren
  • alle Menschen mit erhöhtem Risiko für schwere Krankheitsverläufe
  • Bewohner in Pflegeeinrichtungen
  • medizinisches und pflegerisches Personal

Die ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt mittlerweile allerdings allen Geimpften ab 18, sich per Auffrischimpfung den vollen Impfschutz zu erwerben. Dadurch sind sie in dieser vierten Corona-Welle selbst sicherer geschützt, und gleichzeitig reduziert sich das Risiko, andere anzustecken. Mit einer Booster-Impfung für möglichst viele soll die Ausbreitung des Corona-Virus eingedämmt werden.

Sechs Monate nach der Zweitimpfung ist die Auffrischimpfung nötig

Die Empfehlung der STIKO lautet, sich sechs Monate nach der vollständigen Impfung mit einem mRNA-Vakzin impfen zu lassen. Erfolgten die ersten beiden Impfungen mit einem mRNA-Impfstoff (BioNTech oder Moderna), soll bei der Auffrischungsimpfung möglichst einer der beiden Impfstoffe verwendet werden.
Menschen, die mit Johnson & Johnson geimpft wurden, müssen zwei Auffrischungsimpfung mit einem mRNA-Impfstoff erhalten, um einen Booster-Status zu erreichen.

Die Booster-Impfung entfaltet ihre Wirkung nach 5 – 7 Tagen

Das in Deutschland für die Zulassung von Impfstoffen zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) informiert über die Auffrischimpfung so, dass nach aktuellem Kenntnisstand die Gedächtnisantwort des Immunsystems nach fünf bis sieben Tagen den Impfschutz aufbaut.

Die kostenlose Drittimpfung gibt es beim Hausarzt und bei mobilen Impfteams

Eine Auffrischungsimpfung bekommen Interessierte bei ihrem Hausarzt. Auch mobile Impfteams bieten vielerorts eine Booster-Impfung an, entweder mit Terminvergabe oder zur spontanen Teilnahme.

Die Auffrischungsimpfung ist kostenlos!

Eventuelle Impfreaktionen bei der Booster-Impfung fallen ähnlich aus wie nach der zweiten Corona-Impfung

Lokale Impfreaktionen wie etwa Schmerzen und Rötungen an der Einstichstelle traten laut STIKO ein bis zwei Tage nach der Impfung auf und waren im Durchschnitt nach ein bis zwei Tagen verschwunden.

Weitere Impfreaktionen wie Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen und Muskelschmerzen waren größtenteils mild bis moderat ausgeprägt, traten zwei bis vier Tage nach der Impfung auf und hielten ein bis zwei Tage an.
Bis zu 30 Tage nach der Booster-Impfung wurden in den USA in seltenen Fällen Schwellungen der Lymphknoten und allgemeines Unwohlsein beobachtet.
Ob es – wie nach einer Zweitimpfung mit dem Vakzin von BioNTech/Pfizer – in sehr seltenen Fällen nach einer Auffrischungsimpfung zu einer Herzmuskelentzündung kommen kann, ist unklar.

Bürger haben Anspruch auf die kostenlose Booster-Impfung

Alle Bürger haben Anspruch auf die kostenlose Booster-Impfung

Alle Bürger und Bürgerinnen, deren zweite Impfung mehr als sechs Monate zurückliegt, können sich ihre Auffrischungsimpfung kostenlos geben lassen.

Ihre Meinung interessiert uns. Wie sehen Sie das Thema? Hinterlassen Sie uns gerne einen Kommentar zur Booster-Impfung.

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Dieser Inhalt wurde verfasst von

medizinfuchs Redaktion

Die Blog-Redaktion von Deutschlands bestem Preisvergleich für Medikamente erstellt hier im Blog interessante Hintergründe, Wissenswertes und Unterhaltsames rund um die Themen Gesundheit, Ernährung, Wellness und Beauty.

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