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Insideables: Von Wearables zum digitalen Menschen

Insideables digitaler Mensch
Wearables wie Smartwatches sind längst Alltag geworden und messen tagein, tagaus den Puls und die Aktivität ihrer Träger. Der nächste logische Schritt für Forscher und Mediziner sind digitale Insideables – kleine Implantate und smarte Pillen, die unsere Körper von innen heraus diagnostizieren und unterstützen.

Wearables sind elektronische Geräte, die wir an unserem Körper tragen können: Fitnessarmbänder, Pulsuhren, smarte Kleidung mit integrierten Sensoren. Könnten Sie sich vorstellen, Ihren Körper auch von innen mit Wearables, also den Insideables auszustatten? Winzige Chips und smarte Pillen könnten in Zukunft Blutwerte, Nervenaktivität oder die Darmflora messen und drahtlos übertragen. Oder sie könnten, ähnlich wie Herzschrittmacher oder Cochleaimplantate, die Schwachstellen des Körpers ausgleichen.

Technik von heute: Smarte Pillen

Was mit heutiger Technik bereits möglich ist, sind Insideables, die die Größe einer Pille haben. So können sie wie eine herkömmliche Hartkapsel geschluckt werden und durch den Verdauungstrakt wandern. Von dort aus können sie dann z. B. drahtlos Bilder oder Messdaten in Echtzeit an einen Empfänger außerhalb des Körpers senden.

Die Technologie könnte in der Medizin künftig als Alternative zu invasiven Methoden oder als Ergänzung zu Wearables und herkömmlichen Diagnoseverfahren verwendet werden. Die Technik befindet sich derzeit noch in der Testphase, könnte jedoch schon bald in der Praxis zum Einsatz kommen.

Insideables digitaler Mensch

Winzige Insideables sind noch Technik der Zukunft

Eines der aktuellen Probleme beim Bau von Insideables ist deren Größe. Es ist eine Sache, funktionierende Sensoren und Kameras für medizinische Anwendungen zu entwickeln – das ist längst möglich und wird alltäglich eingesetzt.

Doch Technik, die eigenständig im Inneren des Körpers arbeiten soll, muss auf winzige Maße verkleinert werden. Schaltkreise und Bauelemente müssen teils im Bereich weniger Nanometer zuverlässig arbeiten können. Diese Optimierung ist anspruchsvoll und kostet Zeit. Hinzu kommt, dass alle neuen Technologien ausführlich getestet werden müssen, bevor sie für den Einsatz im Alltag infrage kommen. Mikroskopisch kleine Chips und winzige Implantate sind daher aktuell noch Zukunftsmusik.

Forschung arbeitet an neuen Insideables

Aktuell besteht in der Forschung und Medizin hohes Interesse an Sensoren, die klein genug sind, dass man sie beispielsweise per Injektion in den Körper einpflanzen kann. Die Forschung arbeitet seit vielen Jahren an immer raffinierteren Konzepten, um Daten per Mikrochip im Körper zu messen oder Medikamente per Implantat zu dosieren. In Zukunft könnte also ein winziger Chip langfristig medizinisch relevante Daten messen und an ein externes Lesegerät funken.

Mit Insideables chronische Erkrankungen erleichtern

Diabetiker könnten ihren Blutzuckerwert z. B. automatisch durch einen implantierten Mikrochip überwachen lassen, statt sich regelmäßig für ein Tröpfchen Blut zu piksen. Und auch die Kontrolle über Prothesen oder Störungen wie Epilepsie wollen Forscher in Zukunft durch Insideables verbessern können, die nicht größer als ein Sandkorn sind und direkt in Nerven, Muskeln und Organen wirken.

Insideables digitaler Mensch

Neue digitale Pille registriert Medikamenteneinnahme

Manche Patienten nehmen ihre Medizin unregelmäßig bis gar nicht ein, verschweigen es und gefährden so ihre Therapie und Gesundheit. In den USA wurde Ende 2017 eine Pille zugelassen, die Auskunft über ihre eigene Einnahme geben kann. Es handelt sich um einen relativ einfachen Chip, der in eine Pille eingebettet ist. Im Magen wird die Pille zersetzt und so der Chip freigelegt. Bei Kontakt mit Magensäure sendet er ein Signal an ein Pflaster mit integriertem Empfänger, das der Patient auf der Haut trägt. Von dort gelangt die Information aufs Smartphone und kann von Patienten, Ärzten, Pflegern oder Familienmitgliedern geprüft werden.

Diagnose direkt aus dem Körper

Die digitale Pille ist ein erster, kleiner Schritt in Richtung alltäglicher medizinischer Insideables. Wearables wie Smartwatches sind längst Alltag geworden und messen tagein, tagaus den Puls und die Aktivität ihrer Träger. Der nächste logische Schritt für Forscher und Mediziner sind digitale Insideables, kleine Implantate und smarte Pillen, die unsere Körper von innen heraus diagnostizieren und unterstützen.

Was halten Sie von Insideables? Haben Sie bereits Erfahrungen mit den digitalen Erweiterungen gemacht? Über Ihren Kommentar freuen wir uns.

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Dieser Inhalt wurde verfasst von

medizinfuchs Redaktion

Die Blog-Redaktion von Deutschlands bestem Preisvergleich für Medikamente erstellt hier im Blog interessante Hintergründe, Wissenswertes und Unterhaltsames rund um die Themen Gesundheit, Ernährung, Wellness und Beauty.

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