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Brustkrebs-Vorsorge: So tasten Sie Ihre Brust richtig ab

Brustkrebs-Vorsorge: Brust abtasten
Die Selbstuntersuchung der Brust ist ein wichtiger Bestandteil der Brustkrebs-Vorsorge und sollte daher regelmäßig unternommen werden. Sie ist leicht zu erlernen und bedarf nicht viel Zeit. Wir erklären Ihnen, wie sie funktioniert und worauf Sie achten sollten.

Die häufigste Krebserkrankung bei Frauen ist Brustkrebs. Wenn ein bösartiger Tumor frühzeitig entdeckt wird, gibt es gute Heilungschancen. Jede Frau kann im Zuge der Vorsorge eine regelmäßige Selbstuntersuchung an ihrer Brust vornehmen. Sie ersetzt allerdings nicht die regelmäßige Untersuchung beim Frauenarzt, sondern gilt als sinnvolle Ergänzung zur Mammographie.

Warum ist eine regelmäßige Selbstuntersuchung der Brust so wichtig?

Eine unkomplizierte Möglichkeit für die Krebs-Vorsorge, die Frauen selbst ausführen können, stellt die regelmäßige Selbstuntersuchung der Brust dar. Dabei können Erkrankungen des Brustgewebes oder sogar ein Karzinom frühzeitig festgestellt werden. Allen Frauen ab 25 Jahren wird deshalb empfohlen, dass sie ihre Brust jeden Monat abtasten. So erhalten sie ein besseres Gespür für eventuelle Veränderungen in ihrem Körper.

Bester Zeitpunkt zum Selbstabtasten: einige Tage nach Zyklusbeginn

Der beste Zeitpunkt zum Abtasten der Brust ist einige Tage nach Zyklusbeginn, zum Beispiel am vierten bis sechsten Zyklustag. Dann ist das Drüsengewebe besonders weich. Dabei sollte die Selbstuntersuchung immer zum gleichen Zeitpunkt in jedem Zyklus erfolgen. Auch in den Wechseljahren sollte die Brust regelmäßig selbst untersucht werden.

Auf Veränderungen der Brust achtenBrustkrebs Symbol

Bei jeder Selbstuntersuchung sollte auf Veränderungen geachtet werden, wie beispielsweise ein Größenunterschied der
Brüste, ein Knoten in der Brust oder andere tastbare und sichtbare Veränderungen. Allerdings heißt eine tastbare Veränderung nicht immer, dass sie bösartig ist. Es gibt zum Beispiel auch gutartige Veränderungen, wie zum Beispiel Zysten oder Pseudoknoten bei Mastopathie. Das ist eine Erkrankung der Brust, bei der es zur Vermehrung von Bindegewebe sowie der oberflächlichen Zellen in den Drüsenläppchen und Milchgängen kommt.

Anleitung für die Selbstabtastung der Brust

Schritt 1
Zunächst wird die Brust auf äußerliche Veränderungen untersucht. Dabei sollte die Frau vor dem Spiegel stehen, ihre Arme locker an den Seiten halten und ihre Brüste betrachten. Folgende Fragen können beim Betrachten hilfreich sein: Ist eine der Brüste größer geworden? Hat sich die Lage oder die Form verändert? Hat sich die Hautoberfläche verändert? Gibt es zum Beispiel Einziehungen oder Falten? Gibt es Veränderungen der Brustwarze in Verbindung mit Brustschmerzen?

Schritt 2
Die Arme nun langsam nach oben über den Kopf heben und anschließend wieder senken. Diese Bewegung mehrmals wiederholen. Dabei die Brüste von vorn und von den Seiten im Spiegel betrachten. Bewegen sich die Brüste mit den Bewegungen der Arme nach oben und nach unten gleichmäßig mit? Treten Brustschmerzen dabei auf? Gibt es Konturveränderungen im Bereich der Brustdrüse?

Schritt 3
Nun werden die Brustwarzen sanft zwischen Zeigefinger und Daumen gedrückt. Sind die Brustwarzen dabei schmerzhaft? Tritt eventuell Flüssigkeit aus einer Brustwarze aus und welche Farbe hat das Sekret?

Schritt 4
In diesem Schritt werden die Brüste nacheinander abgetastet, die rechte Brust mit der linken Hand und die linke mit der rechten.

So erfolgt das Abtasten:
Eine Hand unter die Brust legen. Brust leicht anheben und mit den geschlossenen Fingerkuppen der mittleren drei Finger der anderen Hand Stück für Stück abtasten. Dabei am besten immer nach einem festen Schema vorgehen, damit kein Teil der Brust vergessen wird. Zum Beispiel kontinuierlich von innen nach außen und von oben nach unten.

An der Stelle, die gerade abgetastet wird, werden kleine kreisförmige Bewegungen mit den Fingerkuppen ausgeführt. Dabei sollte der Druck von leicht bis stark variieren, damit unterschiedliche Gewebeschichten auf Verhärtungen ertastet werden können.

Schritt 5
Im letzten Schritt werden die Brüste im Liegen abgetastet, um die unteren Bereiche der Brust noch besser zu erreichen und kontrollieren zu können. Dazu auf den Rücken legen und die Brüste wie im Schritt 4 abtasten. Dabei funktioniert das Abtasten im äußeren Brustbereich besonders gut in Seitenlage und mit angewinkelten Beinen. Anschließend die Schulterpartie aus der Seitenlage heraus wieder auf den Rücken drehen und den Arm zur Seite strecken, sodass auch die Achselhöhle geprüft werden kann.

 

Bei länger anhaltenden Veränderungen zum Arzt gehen

Nicht jedes Knötchen in der Brust ist Brustkrebs, es kann auch zyklusbedingt auftreten und nach einigen Tagen wieder verschwinden. Ein ertasteter Knoten bedeutet demnach kein eindeutiges Zeichen für Krebs. Verschwinden die Veränderungen allerdings nach drei bis vier Tagen nicht und treten dabei Brustschmerzen auf, so sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, um die Möglichkeit eines Karzinoms auszuschließen.

Mit anderen Untersuchungen – wie zum Beispiel Mammographie – kombinieren

Die Selbstuntersuchung der Brust ersetzt natürlich keine anderen Maßnahmen, wie zum Beispiel ein Mammographie-Screening oder die Tastuntersuchung der Brust beim Gynäkologen. Die Selbstabtastung ist eher eine Ergänzung. Denn es gibt auch bösartige Tumore, die nicht ertastbar sind.

Welche Erfahrungen haben Sie mit der Selbstuntersuchung zur Brustkrebs- Vorsorge? Kennen Sie eventuell Tipps, die anderen Frauen helfen können?

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Dieser Inhalt wurde verfasst von

medizinfuchs Redaktion

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