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Die erste Periode nach der Geburt

Periode nach der Geburt
Verfasst von Marie Franke

Die Zeit bis zur ersten Periode nach der Geburt verläuft sehr individuell. Dabei spielen viele Faktoren eine wichtige Rolle. Bei uns erfahren Sie heute, welche Hormone wichtig für das Einsetzen des Eisprunges sind und ab wann Sie wieder einen normalen Zyklus haben.

Für viele Frauen ist die Zeit nach der Geburt sehr angenehm. Das Baby macht gute Laune, der Bauch wird mit jedem Tag kleiner und niemand muss auf seinen Zyklus achten. Häufig bleibt die Periode nach den unendlich langen Wochen des Wochenflusses nämlich aus, denn der Körper regeneriert sich. Für den Wochenfluss sollten Sie übrigens auf Tampons verzichten und auf Binden ausweichen. In diesen Wochen der Regeneration stellt sich der Hormonhaushalt wieder auf den Normalzustand um. Schon mit der Nachgeburt schaltet der Körper um und die Hormone begeben sich in ein totales Chaos. Östrogene und Progesterone werden weniger, diese beiden Hormone haben bis jetzt für ein Aufrechterhalten der Schwangerschaft gesorgt. Damit die Eierstöcke ihre Aufgaben wieder aufnehmen, produziert Ihr Körper ab jetzt wieder FSH (follikelstimulierende Hormone) und LH (luteinisierende Hormone). Aber, Ihre Periode kann trotzdem noch auf sich warten lassen.

Die erste Periode nach der Geburt

Die erste Periode nach der Geburt – Hormonchaos

Falls Sie stillen, wird Ihr Körper vermutlich noch einige Wochen oder Monate länger brauchen, um den Zyklus wieder anzukurbeln. Aber, auch hier gibt es Ausnahmen. Leider bin ich eine davon. Direkt nach Ende des Wochenflusses, mit 6 Tagen Pause, hat sich mein Körper, trotz des Vollstillens für einen normalen Zyklus entschieden. Das finde ich bis heute sehr unfair, ich wäre gerne länger davon verschont geblieben. Normalerweise sorgt das Prolaktin, welches durch den Östrogenabfall produziert wird, für das Ausbleiben der Periode. Prolaktin regt die Milchproduktion an und sorgt für den Milcheinschuss. Bei den meisten Frauen verhindert das Hormon den Eisprung und es kommt zur Laktationsmenorrhoe, dem Ausbleiben der Periode in der Stillzeit. Sollten Sie davon betroffen sein, freuen Sie sich! Einige Frauen freuen sich trotzdem sehr auf die erste Periode nach der Geburt, das hat wohl etwas mit dem Gefühl der Weiblichkeit zu tun. Bei nicht stillenden Müttern normalisiert sich der Spiegel vom Prolaktin meist innerhalb von zwei bis drei Wochen, aber auch hier gibt es Ausnahmen. 

Veränderungen der Periode nach der Geburt 

Wie eine ungeplante Überraschung, im negativen Sinne, sind viele Frauen beim Eintreffen der Periode nach der Geburt sehr überrascht. Das Ausbleiben ist sehr angenehm und mit Baby im Alltag hat man anderes zu tun, als sich mit Bauchkrämpfen und Blutungen auseinanderzusetzen. Jetzt nach zwei Kindern gehöre ich leider auch zu den Frauen, die durch die Geburten erhebliche Veränderungen bemerken. Gegen die starken Krämpfe greife ich neuerdings sehr gerne zu Theramcare Wärmepflastern extra für die Periode. Denn mit Baby kann ich nicht den ganzen Tag auf dem Sofa liegen und mit meinem Körnerkissen entspannen. Vielleicht ist das auch ein neuer Tipp für Sie? Immer wieder hört und liest man, dass die Periode nach der Geburt stärker und schlimmer ist. Ich kenne allerdings auch Frauen, bei denen ist es viel angenehmer als vorher. Durch die Umstellungen braucht Ihr Körper in den ersten Zyklen Zeit, alles wieder in einen geregelten Ablauf zu sortieren. Unregelmäßigkeiten können daher, gerade in den ersten Monaten, dazu gehören. Falls Sie Fragen haben, etwas total ungewöhnlich empfinden, Ihr Frauenarzt steht Ihnen mit Rat und Tat zur Verfügung. Auch Ihre Hebamme kann die ersten Fragen und Unsicherheiten garantiert beantworten.

Binden, Tampons oder Menstruationstasse?

In den Jahren vor der Schwangerschaft hat jede Frau ihr persönliches Highlight der Monatshygiene gefunden. Nach der Geburt hat sich aber auch Ihr Körper verändert. Gerade Frauen, die natürlich entbunden haben, fühlen sich anders. Die Größe des Tampons kann sich verändern und das Gefühl kann durchaus sehr unangenehm sein. Lassen Sie sich und Ihrem Körper Zeit. Zeit, um sich wieder als Frau zu fühlen und Zeit, um den Körper wieder zu spüren. 
In den Wochen direkt nach der Geburt sollte auf Tampons verzichtet werden. Die meisten Krankenhäuser versorgen Sie direkt nach der Geburt mit Binden. Für die Tage zu Hause sollten Sie sich einen kleinen Vorrat anlegen. In den ersten Tagen sollten Sie auf spezielle Wöchnerinnenbinden zurückgreifen, diese sind besonders saugstark und scheuern nicht.

Viele Mütter probieren die Benutzung von Menstruationstassen aus. Im Internet finden Sie dazu Seiten, auf denen die optimale Tasse für Ihren Körper angezeigt wird. In den ersten Tagen kann das Einsetzen ein wenig kniffelig sein, ich höre aber immer wieder, wie angenehm der Alltag mit den Tassen ist. Vielleicht ist das für Sie genau das Richtige?

Die erste Periode beendet eine spannende Zeit Ihre Körpers. Denn häufig wechseln Stillzeit und Zyklus sich ab und beenden die Babyphase. Vielleicht sind Sie in den ersten Zyklen emotional und müssen diese Zeit erst verabschieden, das ist völlig normal.

Mein Tipp: reden Sie mit Ihren Freundinnen. Denn alle Mütter haben diese Zeit erlebt und nicht jede Frau kann offen über Gefühle sprechen. 

Ich freue mich sehr, über Ihre Geschichte. Wie haben Sie sich gefühlt? Wie lange hat es gebraucht, bis Ihr Körper wieder in den normalen Zyklus übergegangen ist?

Ihre Marie Franke

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Dieser Inhalt wurde verfasst von

Marie Franke

Marie Franke ist Erziehungswissenschaftlerin, Germanistin, Bloggerin und Mama. Das chaotische Leben mit ihrer 4-jährigen Tochter bietet ihr genug Material für den Blog kalinchens.de. Dort bloggt sie unter dem Pseudonym Märry Raufuss. Irgendwann will sie mal Lehrerin werden, bis dahin gibt sie Einblick in den total normalen Wahnsinn einer studentischen Mama und in einer Patchworkfamilie. In ihrem Studium beschäftigt sie sich mit den Themen Patchwork, Wandel der Familien und neuen Familienmodellen.

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