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Heuschnupfen bei Kindern – gute Tipps für die Pollensaison

Heuschnupfen bei Kindern - Kind mit Heuschnupfen
Verfasst von Marie Franke

Heuschnupfen bei Kindern zählt zwar zu den sehr seltenen Erkrankungen, aber leider verläuft Heuschnupfen immer chronisch. Welche Tipps wir für den Umgang mit der allergischen Erkrankung haben und wie Sie als Eltern feststellen, ob Ihr Kind betroffen ist, lesen Sie heute bei uns.

Heuschnupfen bei Kindern zählt zu den allergischen Erkrankungen, das heißt dass der Körper über ein empfindliches Immunsystem verfügt und bei dem Zusammentreffen mit bestimmten Wirkstoffen eine Entzündung auslöst. Im Falle von Heuschnupfen sind das Pflanzen- und Blütenpollen, die sogenannten Inhalationsallergene. Diese werden durch die Nasen- und Mundschleimhaut aufgenommen. Als betroffene Mutter kann ich Ihnen sagen, dass Heuschnupfen bei Kindern eine wirklich gemeine Erkrankung ist. Das ständige Augen reiben und Niesen ist für meinen Sohn sehr anstrengend. So wie mein kleiner Sohn sind ca. 9% der Kinder davon betroffen. Die Tendenzen steigen leider. Da mein Mann und ich beide auch Allergiker sind, war das Risiko bei meinem Sohn erhöht und leider hat er diese Veranlagung geerbt. 

Heuschnupfen bei Kindern - Mädchen reibt sich die Augen

Heuschnupfen bei Kindern – Vorkommen und Ursachen

Das Risiko an einer Allergie zu erkranken, ist bei Kindern, die mit großen Geschwistern aufwachsen niedriger. Auch Kinder, die auf einem Bauernhof aufwachsen und früh eine Tagesstätte besucht haben, erkranken statistisch seltener. Bei uns passen die Statistiken leider überhaupt nicht, mein Sohn ist trotz großer Schwester und viel Kontakt mit verschiedensten Mikroorganismen erkrankt. Denn gegen die Veranlagung kann man nichts machen. Generell sind Jungs häufiger als Mädchen von Allergien betroffen. Kleine Kinder werden häufig ganz von Allergien verschont. Mit dem Alter des Kindes steigt das Allergierisiko. Denn Allergien entstehen in der Regel im Laufe des Lebens und sind nur sehr selten direkt von Geburt an vorhanden. Durch verschiedene Blüten- und Baumpollen, die durch die Nase, den Mund oder die Augen in den Körper gelangen, wird eine Reaktion hervorgerufen. Das Immunsystem des betroffenen Kindes erkennt die Pollen als feindliche Eindringlinge und löst Entzündungen aus. Das klassische Niesen und die laufende Nase sind daher typisch für Heuschnupfen. 

Symptome und Verlauf im Jahr

Da Heuschnupfen in der Regel nur im Frühjahr, also zur Blüte auftritt, haben viele Betroffene in den dunklen Monaten weniger Beschwerden. Sobald die Pollen anfangen zu fliegen, fangen die unterschiedlichsten Symptome an. Bei meinem Sohn reicht da schon ein kleiner Spaziergang an der frischen Luft und seine Augen sind rot und dick. Viele andere Patienten, so auch mein Mann, sind im Frühling dauerhaft erkältet, haben Schnupfen und Halskratzen. Bei jedem Kontakt mit Pollen versucht der Körper die Eindringlinge zu bekämpfen. 

Heuschnupfen bei Kindern - Niesendes Kind

Klassischerweise ist das Niesen eines der Hauptsymptome. Aber auch Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Husten und Asthma können auftreten. Falls Sie im Frühling häufig beobachten, dass Ihr Kind immer wieder dicke Augen bekommt und niest, ist ein Gespräch mit Ihrem Kinderarzt auf jeden Fall eine sehr gute Idee. Ab Juni sollte das schlimmste überstanden sein, denn dann fliegen weniger Pollen und das Risiko ist minimiert.

Diagnose

Betroffene Kinder haben häufig eine Reihe von anderen Allergien, sind also Kreuzallergiker. Die Liste der Allergien meines Sohnes wächst stetig und manchmal verliere ich den Überblick. Blütenpollenallergiker haben häufig Probleme mit einigen Obstsorten und Nüssen. Erle, Hasel und Birke sind da die häufigsten Kreuzallergene. Falls Sie beobachtet haben, dass Ihr Kind auf Obst oder Nüsse reagiert, ist das Abklären von Heuschnupfen ein wichtiger Bestandteil. Aber auch das typische Beschwerdebild: niesen, juckende Augen und Halskratzen im Frühjahr, sollte ärztlich abgeklärt werden. Besteht der Verdacht auch nach dem Gespräch mit dem Kinderarzt wird ein Pricktest durchgeführt.

Pricktest für Kinder mit Heuschnupfen

Bei diesem Test werden die Pollen-Arten einzeln auf die Haut gebracht. Mit einem kleinen Pikser werden Kratzer auf die Haut gebracht, in die dann die Lösung gegeben wird. Treten an den Stellen Rötungen oder Schwellungen auf, leidet die betroffene Person unter der Allergie. So kann genau abgelesen werden, auf welche Allergene jemand reagiert. Falls Sie jetzt denken, dass der Pricktest dramatisch ist, kann ich Sie beruhigen. Für kleine Kinder ist das ganze Prozedere eher spannend, als schlimm. Einzig das Jucken ist für ein paar Minuten unangenehm. 

Und was mach ich jetzt, wenn mein Kind Heuschnupfen hat?

Erstmal atmen. Denn auch wenn die Beschwerden wirklich gemein sind, es gibt eine Reihe von Möglichkeiten diese zu lindern. Wir haben lange mit unserer Kinderärztin gesprochen und eine Reihe von Medikamenten zusammengestellt. Allen voran ein gutes Nasenspray und Augentropfen. Falls die Beschwerden ausgeprägt sind, können diese auch mit Tropfen und Säften gelindert werden. Allerdings sind diese verschreibungspflichtig und die Einnahme sollte ärztlich geklärt werden. Viele Kinder werden davon müde, daher würde ich Ihnen dazu raten, die Medikamente zum Abend zu geben. Auch über eine Hyposensibilisierung kann bei Kindern nachgedacht werden. Hier werden über viele Wochen hochverdünnte Allergene gespritzt, um die Toleranz des Körpers zu unterstützen. Dafür braucht es einen guten Kinder-Allergologen. 

Homöopathie bei Heuschnupfen

Was bei uns niemals in der Handtasche fehlen darf sind Augentropfen und Nasenspray. Aber auch verschiedene homöopathische Präparate gegen Allergien helfen auf Dauer gut. Meine kleine aber feine Hausapotheke bei Heuschnupfen habe ich hier für Sie zusammengestellt:

Bei Akutbeschwerden: Alle zwei Stunden drei Globuli (Kleinkinder), bzw. fünf Globuli (Schulkinder) in der Potenz D6 oder D12.
Wenn sich die Beschwerden bessern: auf zwei Mal drei, bzw. fünf Globuli täglich reduzieren.

Für die nächsten Wochen wünsche ich Ihnen wenig Beschwerden und schnelle Helfer! Haben Sie noch einen Tipp für betroffene Eltern?

Ihre Marie Franke

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Dieser Inhalt wurde verfasst von

Marie Franke

Marie Franke ist Erziehungswissenschaftlerin, Germanistin, Bloggerin und Mama. Das chaotische Leben mit ihrer 4-jährigen Tochter bietet ihr genug Material für den Blog kalinchens.de. Dort bloggt sie unter dem Pseudonym Märry Raufuss. Irgendwann will sie mal Lehrerin werden, bis dahin gibt sie Einblick in den total normalen Wahnsinn einer studentischen Mama und in einer Patchworkfamilie. In ihrem Studium beschäftigt sie sich mit den Themen Patchwork, Wandel der Familien und neuen Familienmodellen.

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