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Rückenschmerzen in der Schwangerschaft

Rückenschmerzen in der Schwangerschaft
Verfasst von Marie Franke

Eine der gemeinsten Nebenwirkungen in der Schwangerschaft sind Rückenschmerzen. Durch den wachsenden Bauch wird das Gewebe weicher und manchmal sind die Muskeln damit überfordert. Wieso es zu Rückenschmerzen in der Schwangerschaft kommt und was Sie dagegen tun können, lesen Sie heute bei uns.

Rückenschmerzen sind gemein und machen aus mir innerhalb von wenigen Minuten eine schlecht gelaunte und hormongeladene Monstermama. Von meiner zweite Schwangerschaft hätte ich auch ohne Schwangerschaftstest erfahren. Mit eintreten der Schwangerschaft fing mein Rücken mit gemeinen Spielchen an und aus Angst vor einem Bandscheibenvorfall ließ ich mich von meinem Hausarzt durchchecken. „Sie sind einfach schwanger. Einige Frauen leiden fast 40 Wochen unter starken Schmerzen, gerade im unteren Rücken. Achten Sie auf ausreichend Bewegung und regelmäßige Besuche beim Physiotherapeuten.“ Mit Tränen in den Augen kroch ich zurück ins Auto und rief meine Hebamme an. Was mir in den verbliebenden 36 Wochen geholfen hat? Meine Erfahrungen teile ich sehr gerne mit Ihnen.

Woher kommen Rückenschmerzen in der Schwangerschaft?

Dass die Hormone in der Schwangerschaft verrückt spielen, haben wir hier schon häufig angesprochen. Mit dem Beginn der Schwangerschaft produziert Ihr Körper immer mehr Progesteron, um die Schwangerschaft zu erhalten. Das Hormon Progesteron hat leider nur einen kleinen Haken: es lockert Sehnen und Bänder und die Wirbelsäule verliert so an Stabilität. Generell ist das Lockern aber gut, denn nur so kann sich der weibliche Körper auf die anstehende Geburt vorbereiten. Die Schmerzen im unteren Rücken sind häufig durch einen eingeklemmten Ischiasnerven bedingt. Das zunehmende Gewicht des Babys drückt den Nerven ab. Viele Schwangere spüren ein Kribbeln in den Beinen oder extreme Rückenschmerzen. Falls Sie also dachten, Ihre Rückenschmerzen wären nur Ihr individuelles Problem: Vielen schwangeren Frauen geht es so und Sie sind damit nicht alleine. 

Bleibt das jetzt für immer? Was kann ich tun?

Wie immer erstmal tief Atmen, denn die Rückenbeschwerden können auf jeden Fall behandelt werden. Jeder Rücken braucht etwas anderes. Das ist so wie mit den eigenen Bedürfnissen, die sind auch sehr individuell. Bis zum gewünschten Erfolg kann es daher sein, dass Sie einige Methoden ausprobieren müssen oder diese sogar miteinander mixen. Das bewährteste Mittel bei Rückenproblemen ist Wärme. Oft hilft schon ein warmes Körnerkissen, eine Wärmflasche oder ein Wärmepflaster in der entsprechenden Region. Für mich  persönlich sind Kirsch-oder Körnerkissen das Mittel der Wahl. Seit Jahren sind sie mein Begleiter und retten mich aus Schmerzen im Bauch, im Rücken oder im Nacken.

Mein Tipp: Auch für Ihren Nachwuchs sind kleine Körnerkissen sehr zu empfehlen. Bei uns zaubern sie die Bauchschmerzen schnell und gut wieder weg. Für Bauchbabys, die häufig mit Koliken und Blähungen zu kämpfen haben, ein einfacher Weg aus den Beschwerden. Falls Sie gerne in die Badewanne gehen, ist ein Entspannungsbad genau das richtige. Durch die Wärme und die Schwerelosigkeit im Wasser wird die Muskulatur entspannt.
Aber Achtung: In den letzten Wochen der Schwangerschaft, und bei vorzeitigen Wehen, sollte ein Bad vorher mit dem Frauenarzt abgesprochen werden, heißes Wasser kann nämlich Wehen auslösen. 

Rückenschmerzen in der Schwangerschaft – Sport hilft!

Ich bin ein echter Sportmuffel. Mittlerweile fahre ich gerne mit unserem Lastenrad durch die Gegend, das ist aber schon das höchste aller Gefühle. In meiner zweiten Schwangerschaft, die die überhaupt nicht entspannt war, habe ich aber tatsächlich einige Sportkurse besucht.
Mein Fazit: Melden Sie sich am besten noch heute an. Mein wöchentlicher Yogakurs hat mir fast 4 Tage am Stück ohne Schmerzen beschert. Die Übungen, die die speziellen Muskelregionen stärkt, sind zeitgleich entspannend und verbinden Sie auf ganz wundervolle Art und Weise mit Ihrem Baby. In vielen Städten gibt es spezielle Gymnastikkurse für werdende Mütter, die gezielt gegen Rückenschmerzen helfen. Das Schöne daran: hier lernen Sie andere werdende Mütter kennen und vielleicht entstehen sogar Freundschaften? Ich habe noch heute engen Kontakt zu unserer Mama-Runde aus meiner ersten Elternzeit. In den letzten 7 Jahren sind 5 Kinder dazu gekommen und unsere Treffen sind immer sehr wuselig. 

Osteopathie, Massagen und Physiotherapie

Vielen von Ihnen wissen bereits, dass ich ein großer Fan der Osteopathie bin. Mir helfen diese Sitzungen immer sehr und meine Beschwerden sind danach immer weg. Gerade in der Schwangerschaft kann diese Art der sanften Behandlung viele unterschiedliche Beschwerden lindern. Auch eine Massage kann die verspannten Muskeln auflockern. Sie sollten allerdings immer, wenn man es noch nicht sieht, sagen, dass Sie schwanger sind. Denn viele Techniken dürfen nicht an Schwangeren angewendet werden. Sollten trotz meiner bisherigen Tipp die Beschwerden noch vorhanden sein, ist ein Rezept für den Physiotherapeuten eine gute Idee. Gerade der Ischiasnerv kann durch Übungen und sanfte Lockerungen beruhigt werden. Hier erlernen Sie auch Übungen, die im Alltag problemlos durchgeführt werden. 

Alternative Heilmethoden

Wie immer gilt: Falls Sie kein Fan von alternativen Heilmethoden sind, einfach weiterlesen. Die Heiße 7, Magnesium Phosporicum, der Schüssler-Salze, kann Verspannungen und Schmerzen lindern. Dazu das Salz Nr. 7 in einem Gals mit warmen Wasser auflösen und Schlückchen weise trinken. Der Vorteil: es sind keine Nebenwirkungen für Mutter und Kind bekannt.

Haben Sie Ihre Hebamme gefragt, ob Sie eine Zusatzausbildung in Akupunktur hat? Gerade in der Schwangerschaft ist die Kunst der Akupunktur sehr vielfältig. In einigen Krankenhäusern bieten die Hebammen im Rahmen der Sprechstunde auch Akupunkturtermine an, am besten schauen Sie einfach auf den Internetseiten des Krankenhauses nach.

Aus all den Angeboten sollten Sie für sich die sinnvollsten Helfer suchen. Für Ihre Schwangerschaft wünsche ich Ihnen alles Gute und vor allem wenig Schmerzen!

Ihre Marie Franke

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Dieser Inhalt wurde verfasst von

Marie Franke

Marie Franke ist Erziehungswissenschaftlerin, Germanistin, Bloggerin und Mama. Das chaotische Leben mit ihrer 4-jährigen Tochter bietet ihr genug Material für den Blog kalinchens.de. Dort bloggt sie unter dem Pseudonym Märry Raufuss. Irgendwann will sie mal Lehrerin werden, bis dahin gibt sie Einblick in den total normalen Wahnsinn einer studentischen Mama und in einer Patchworkfamilie. In ihrem Studium beschäftigt sie sich mit den Themen Patchwork, Wandel der Familien und neuen Familienmodellen.

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