Medizinfuchs-Mythen

Der schlaue Fuchs klärt auf: Frauen frieren schneller als Männer?

Medizinfuchs Mythen Frauen frieren schneller
ER schwitzt, SIE schließt das Fenster, zieht sich eine Strickjacke an und dreht die Heizung höher. Was ist der Grund für dieses Kälteempfinden? Ist es nur ein besonderes Gefühl oder frieren Frauen tatsächlich häufiger als Männer? Im nachfolgenden Text wird erklärt, warum SIE längst friert, während ER sich noch wohlfühlt. Ist es ein Mythos oder Fakt, dass Männer seltener als Frauen frieren?

Es ist ungerecht: Während der Mann mit T-Shirt auf dem Sofa entspannt, sitzt seine Frau im dicken Pullover fröstelnd neben ihm. Doch warum ist Frauen schneller und häufiger kalt? Sind sie einfach nur empfindlicher oder gibt es dafür handfeste biologische Gründe? Der schlaue Fuchs erklärt in diesem Beitrag, was es mit dem Mythos auf sich hat, dass Frauen frieren bevor es die meisten Männer tun.

Frauen frieren wegen fehlenden Muskelmasse

Das Geschlechtshormon Testosteron stattet Männer mit mehr metabolisch aktiver Muskelmasse aus. In der Muskulatur findet ein Großteil des Stoffwechsels statt, sie sind sehr gut durchblutet und produzieren auch im Ruhezustand Wärme. Muskeln funktionieren im übertragenen Sinn als körpereigene Heizung. Während die männliche Körpermasse im Durchschnitt aus 40 Prozent Muskeln besteht, sind es bei Frauen nur rund 25 Prozent. Doch es gibt noch mehr Gründe, warum Männer nicht so schnell wie Frauen frieren.

1. Weniger isolierendes Fett
Unsere weiblichen Urahnen machten die ungünstige Muskelkonstellation mit einer besseren Isolation in Form von Körperfett annähernd wieder wett. Vor Beginn der kalten Jahreszeit futterten sich die Urmenschen eine wärmeisolierende Fettschicht an. In unserer modernen Zeit, die von einem ganzjährigen, schlanken Schönheitsideal geprägt ist, entfällt dieses isolierende Gewebe.
2. Frauenkörper strahlen mehr Wärme ab
Da die Frauen zumeist kleiner als Männer sind, gestaltet sich bei ihnen das Verhältnis von Körpervolumen zu Körperoberfläche ungünstiger. Da ein kleiner Körper weniger Haut pro Kilo aufweist und somit im Verhältnis mehr Körperwärme abstrahlt als ein großer, fröstelt er bei Kälte sehr schnell. Diese Regel trifft selbstverständlich auch auf männliche Köper zu, weshalb ein kleiner Mann, dessen Körper eine geringere Oberfläche besitzt, schneller friert als ein großer.
3. Frauen frieren wegen ihrer dünneren Haut
Was auf den ersten Blick als Mythos erscheinen mag, ist wissenschaftlich bewiesen: Die weibliche Oberhaut ist tatsächlich um 15 Prozent dünner als die männliche. Da sich die Blutgefäße bei Kälte zusammenziehen und somit die Hautdurchblutung drosseln, kühlt Frauenhaut rascher ab und die Nerven melden dem Gehirn, dass der Körper auskühlt.

Der weibliche Körper ist auf Fortpflanzung programmiert

Damit das Baby im Bauch der Mutter gut geschützt ist, setzt der weibliche Körper alles daran, die Temperatur in seinem Inneren möglichst hoch zu halten. Im Gegenzug drosselt er bei kalten Außentemperaturen die Durchblutung seiner „Außenbezirke“, weshalb Frauen sehr schnell kalte Hände undMedizinfuchs Mythen der schlaue Fuchs klärt auf Füße bekommen. Der weibliche Körper bereitet sich somit bereits vor einer Schwangerschaft auf diesen Zustand vor.

Mythos bestätigt?

Ja, Frauen frieren schneller als Männer. Keine Frau muss sich dafür schämen, dass sie rascher friert als ein Mann und häufig kalte Füße hat. Für dieses Phänomen ist schlichtweg die Natur verantwortlich. Es gibt mehrere, wissenschaftlich bewiesene Gründe, die dazu führen, dass eine Frau grundsätzlich kälteempfindlicher ist als ein Mann.

Praxistipp

Fakt ist: Wer friert, schwächt sein Immunsystem und ist schnell erkältet. Um Erkrankungen aufgrund von Verkühlung zu vermeiden, sollten Sie die Signale Ihres Körpers ernst nehmen. Ziehen Sie sich entsprechend Ihrer Befindlichkeit an und achten Sie vor allem auf warme Füße.

Hilfreich sind auch eine wärmende Kopfbedeckung, ein kuscheliger Pulli und Handschuhe. Gegen ständiges Frösteln im Bett hilft eine Wärmflasche oder ein Heizkissen. Und bei Eisfüßen, nach einem Winterspaziergang  hilft am besten ein warmes Fußbad.

Gehören Sie auch zu jenen, die schnell frieren? Was tun Sie dagegen? Teilen Sie uns Ihre Erfahrungen mit!

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Dieser Inhalt wurde verfasst von

medizinfuchs Redaktion

Die Blog-Redaktion von Deutschlands bestem Preisvergleich für Medikamente erstellt hier im Blog interessante Hintergründe, Wissenswertes und Unterhaltsames rund um die Themen Gesundheit, Ernährung, Wellness und Beauty.

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