Medizinfuchs-Mythen

Der schlaue Fuchs klärt auf: Ist häufiges Naseputzen schädlich?

Medizinfuchs Mythen häufiges Naseputzen
Kaum naht die kalte Jahreszeit, läuft vielen Menschen die Nase. Um Abhilfe zu schaffen, gibt es zwei Möglichkeiten: das Nasensekret hinauszuschnäuzen oder die Nase hochzuziehen. Unser schlauer Fuchs deckt auf, ob häufiges Naseputzen zu den Mythen zählt oder es Fakten gibt, welche die Schädlichkeit des Naseputzens bestätigen können.

Wenn es in der Erkältungszeit aus allen Ecken schnieft, empfinden viele Menschen das geräuschvolle Hochziehen der Nase als unangenehm. Doch ist häufiges Naseputzen tatsächlich besser, als den Schleim hochzuziehen? Selbst unter Hals-Nasen-Ohren-Ärzten ist dieses Thema manchmal umstritten. Lesen Sie hier, ob der Mythos des häufigen Naseputzens mit Fakten wiederlegt werden kann oder ein Mythos bleibt.

Druckentwicklung beim Niesen und Naseputzen

Niesen ist eine natürliche Reaktion des Körpers auf Fremdkörper und Schmutz. Sobald die empfindlichen Nervenenden Fremdkörper oder Schmutz entdecken, schicken sie an das Zentralnervensystem ein Signal, welches einen starken Luftstrom, das sogenannte Niesen auslöst und der bis zu 150 km/h schnell ist. Beim kräftigen Naseputzen in ein Taschentuch entsteht ein bedeutend stärkerer Druck, der bis zu zehnmal höher sein kann. Dieser immense Druck kann dazu führen, dass Schmutz, Keime und Schleim nicht nur nach außen, sondern auch in die Nebenhöhlen gelangen, sodass sich ein harmloser Schnupfen schnell zu einer gefährlichen Nasennebenhöhlenentzündung mit Beschwerden wie Fieber und starken Kopfschmerzen entwickeln kann.

Tipps zur richtigen Nasenreinigung bei Schnupfen

Auch wenn die Fakten für das Hinaufziehen sprechen, wird diese Methode in unseren Breiten von der Öffentlichkeit kaum akzeptiert. Um die Etikette zu wahren und eine ungehinderte Atmung wieder herzustellen, empfehlen Hals-Nasen-Ohren-Ärzte folgendes Vorgehen:

Solange die Atmung nicht behindert ist, sollte man das Sekret mit einem sauberen Papiertaschentuch lediglich abtupfen. Vermeiden Sie das Naseputzen, wenn es geht.
Sobald zäher Schleim die Nase verstopft und das Atmen erschwert, bitte nur sehr vorsichtig, ohne Druck schnäuzen und dabei am besten immer ein Nasenloch zuhalten.
Um die Verbreitung von Keimen zu vermeiden, bitte nach jedem Naseputzen die Hände gründlich waschen. Verwenden Sie Papiertaschentücher, diese sollten nach einmaligem Gebrauch weggeworfen werden.

Was passiert beim Hochziehen?

Dass Nasehochziehen zu einer immerwährenden Selbstinfektion führt, ist ein Mythos. Tatsächlich besteht die Möglichkeit, dass beim Hinaufziehen des Nasensekretes einige Keime in die tiefer liegenden Atemwege gelangen und dort eine Entzündung hervorrufen. Doch das passiert eher selten. Der meiste „Rotz“ gelangt in den Rachen und wird über den Schluckmechanismus in den Magen befördert. Dort vernichtet ihn die aggressive Magensäure. Zudem ist Schnupfenhochziehen hygienischer. Während beim Schnäuzen Krankheitserreger auf den Händen zurückbleiben und über Türklinken, Griffe & Co. an andere Personen weitergegeben werden, ist diese Gefahr beim Nasehochziehen von vornherein ausgeschlossen.

Hilfsmittel bei Schnupfen und Erkältung

Um eine verstopfte Nase von Fremdkörpern und Rotz zu befreien, bieten sich Nasenduschen aus dem Fachhandel an. Diese werden mit lauwarmem Salzwasser gefüllt und befreien die Nase auf sehr schonende Weise. Für Babys, deren Atmung durch Nasensekret behindert ist, sind sogenannte Medizinfuchs Mythen der schlaue Fuchs erklärtNasensauger empfehlenswert. Diese Produkte funktionieren mittels Unterdruck, der das Sekret aus der Babynase zieht und gleichzeitig ausreichend Schutz vor Ausbreitung der Infektion bietet.

Mythos bestätigt?

Ja. Häufiges Naseputzen und vor allem kräftiges Schnäuzen kann im Falle einer Erkältung mehr schaden als nützen.

Praxistipp

Zu Hause besser auf häufiges Schnäuzen verzichten und das Sekret so lange vorsichtig hinaufziehen, bis wieder genügend Luft zum Atmen zur Verfügung steht. Achtung! Wer trotz aller Vorsicht schmerzhaften Druck an der Stirn, im Bereich der Wangen oder im Oberkiefer verspürt, sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen. Die Symptome könnten auf eine Entzündung der Nasennebenhöhlen hinweisen.

 

Welche Methode ist besser für Ihre Gesundheit: häufiges Naseputzen oder Hochziehen? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Wir freuen uns über Ihr Kommentar.

 

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Dieser Inhalt wurde verfasst von

medizinfuchs Redaktion

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