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Corona-Impfung – Welche Impfstoffe sind zugelassen?

Corona-Impfung - Covid-19-Impfstoff

Eine Erkrankung mit dem Coronavirus kann schwerwiegende Folgen haben. Zudem können Erkrankte andere Menschen anstecken. Deshalb ist eine Corona-Impfung sehr wichtig. Lesen Sie bei uns, welche Impfstoffe bisher zugelassen sind und wie eine Impfung funktioniert.

Die Corona-Impfung ist ein weltweiter Hoffnungsschimmer im Kampf gegen die Pandemie. Je mehr Menschen geimpft sind, desto näher rückt ein Leben mit weniger Einschränkungen.

Bisher sind nur 3 Impfmittel in Deutschland zugelassen. 2 mRNA-Impfstoffe und 1 Vektorimpfstoff. Mehrere Mittel sind noch in Entwicklung und könnten nach erfolgreicher Testung bald auf dem Markt kommen.

Welche Impfstoffe gegen das Coronavirus sind aktuell zugelassen?

In Deutschland sind zum Stand Anfang Februar 2021 3 Impfstoffe gegen das Coronavirus zugelassen:

  • Comirnaty (BNT162b2, Biontech / Pfizer) – EU-Zulassung am 21.12.2020
  • Moderna (mRNA-1273, Moderna Biotech) – EU-Zulassung am 06.01.2021
  • AstraZeneca (AZD1222, AstraZeneca) – EU-Zulassung am 29.01.2021
Comirnaty von Biontech / Pfizer

Comirnaty (BNT162b2) ist ein sogenannter mRNA-basierter Impfstoff, der für die Prävention von COVID-19 ab 16 Jahren zugelassen ist. Zusätzlich enthält er eine Lipid-Nanopartikel-Formulierung. Seine Wirksamkeit wurde an 43500 Teilnehmern einer Studie untersucht. Er wird in die Muskulatur eines Oberarms gespritzt. Es sind zwei Impfdosen erforderlich. Die 2. Dosis erfolgt nach Fachinformation 21 Tage nach der 1. Dosis. Die ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt einen Impfabstand von 3 bis 6 Wochen.

Moderna von Moderna Biotech

Moderna (mRNA-1273) ist ebenfalls ein mRNA-Impfstoff, der zusätzlich eine Lipid-Nanopartikel-Formulierung enthält. Er ist für Personen ab 18 Jahren zugelassen. Bisher wurde er an 43000 Teilnehmern erprobt. Gespritzt wird er in die Muskulatur eines Oberarms. Wie bei Comirnaty sind 2 Dosen erforderlich. Die 2. Dosis erfolgt nach Fachinformation 28 Tage nach der 1. Dosis. Die STIKO empfiehlt einen Impfabstand von 4 bis 6 Wochen.

AstraZeneca von AstraZeneca

AstraZeneca (AZD1222) ist ein sogenannter vektorbasierter Impfstoff. Er ist ebenfalls für Personen ab 18 Jahren zugelassen. Bislang wurde das Mittel an 24000 Teilnehmern in insgesamt 4 Studien erprobt. Wie bei den anderen bisher zugelassenen Impfstoffen wird auch er in die Muskulatur eines Oberarms gespritzt. Es sind 2 Impfdosen notwendig. Laut Fachinformationen erfolgt die 2. Gabe 4 bis 12 Wochen nach der 1. Dosis. Die STIKO jedoch empfiehlt einen Impfabstand von 9 bis 12 Wochen.

Corona-Impfung – Welche Nebenwirkungen sind bisher bekannt?

Folgende Nebenwirkungen sind aktuell bei allen 3 bisher zugelassenen Impfstoffen bekannt, die aber meist leicht bleiben:

Menschen mit Allergien gegen die Inhaltsstoffe sollten nicht geimpft werden

Besteht eine bekannte Allergie gegen einen der Inhaltsstoffe des jeweiligen Impfmittels oder geht eine 1. Impfdosis mit schweren allergischen Reaktionen einher, sollte nicht beziehungsweise nicht weiter geimpft werden.

Was sind mRNA Impfstoffe?

Moderna und Comirnaty sind sogenannte mRNA-Impfstoffe, die Genabschnitte des SARS-CoV-2-Virus in Form von mRNA enthalten. Die mRNA ist die sogenannte messenger-RNA, die auch als Boten-RNA bezeichnet wird. Nach der Verabreichung der Impfstoffe werden ausgehend von der mRNA Proteine (sogenannte Spike-Proteine) des Virus in den Körperzellen hergestellt. Sie regen das Immunsystem zu einer zellulären Abwehr gegen mit dem Coronavirus infizierte Zellen und zu einer gezielten Bildung von Antikörpern gegen das neuartige Coronavirus an. Die Proteine, die eine Immunreaktion anregen, werden als Antigene bezeichnet. Kommt die geimpfte Person später in Kontakt mit dem jeweiligen Virus, wird dieser nun schnell erkannt und kann gezielt bekämpft werden. Von mRNA-Impfstoffen lassen sich innerhalb weniger Wochen eine große Anzahl Impfdosen herstellen.

Warum enthalten die bisher zugelassenen mRNA-Impfstoffe zusätzlich eine Lipid-Nanopartikel-Formulierung?

Um die Aufnahme der mit Erbinformationen ausgestatteten mRNA in die Körperzellen zu verbessern, umhüllen die Hersteller der Impfstoffe die mRNA mit einem Lipid (Fettstoff). Dadurch entstehen sogenannte Lipid-Nanopartikel. Wie Studien zeigten, sind die Partikel nicht zellschädigend und stellen deshalb keine Gefahr für den menschlichen Körper dar.

Was sind vektorbasierte Impfstoffe?

Sogenannte vektorbasierte Impfstoffe bestehen aus „Hüllen“ von Viren, die für den Menschen harmlos sind. Sie enthalten lediglich eine Abschrift (Bauplan) für das Spike-Protein auf der Oberfläche des SARS-CoV-2-Virus. Körperzellen nehmen diese sogenannten Vektoren auf und stellen für eine kurze Zeit das Protein des Virus her. Das regt das Immunsystem an, T-Zellen (Abwehrstoffe) gegen dieses Protein zu bilden. Sobald die geimpfte Person später einmal in Kontakt mit dem neuartigen Coronavirus kommt, so kann ihr Immunsystem den Virus schneller erkennen und gezielt bekämpfen.

Wie laufen die Corona-Impfungen ab?

Bei allen 3 in der EU bisher zugelassenen Impfstoffen müssen 2 Impfdosen in den jeweiligen Abständen verabreicht werden.

Auch wenn zwischenzeitlich weitere Impfstoffe zugelassen werden, muss eine begonnene Impfserie mit dem gleichen Vakzin abgeschlossen werden, mit dem die Impfserie begonnen wurde. Dabei hat in einer impfstoffknappen Phase die Vervollständigung der Impfserie bei Personen, die bereits eine 1. Dosis erhalten haben, gegenüber der Erstimpfung einer anderen Person Vorrang.

Wird jedoch nach der 1. Dosis labordiagnostisch eine Infektion mit SARS-CoV-2 nachgewiesen, soll zunächst keine Gabe der 2. Dosis erfolgen.

Darüber hinaus dürfen die Impfstoffe nur in den Muskel (intramuskulär) verabreicht werden, auch bei Patienten, die Blutgerinnungshemmer (Antikoagulanzien) einnehmen. Dafür müssen aber sehr feine Kanülen eingesetzt werden. Ebenso muss die Einstichstelle für mindestens 2 min nach der Injektion komprimiert werden.

Falls auch andere Impfungen notwendig sind, sollte ein Mindestabstand von 14 Tagen vor Beginn und nach Abschluss der Impfserie gegen COVID-19 eingehalten werden. Dabei sind Notfallimpfungen allerdings ausgenommen.

Welche Impfmittel können noch kommen?

Es gibt mehrere Impfmittel, die noch in der Entwicklung sind und eine Zulassung durch die Europäische Union anstreben:

  • mRNA-Impfstoffkandidat von Tübinger Unternehmen CureVac (bereits in Phase-III-Studie)
  • Impfstoffkandidat von der Uniklinik Tübingen (Wirkung basiert auf der Aktivierung von T-Zellen)
  • Vektorimpfstoff Adenovirus Serotyp 26 (Ad26) von Janssen-Cilag International N.V. (aktuell im Roll-out-Verfahren)
  • Vektorimpfstoff von IDT Biologika aus Dessau

Wichtig: Über die einzelnen Regelungen in Bezug auf Impfprioritäten und Termine gibt es auf gesundheitsinformation.de Informationen für die einzelnen Bundesländer.

Wie stehen Sie zur Corona-Impfung? Werden Sie sich impfen lassen oder wurden Sie bereits geimpft? Wir freuen uns, wenn Sie uns einen Kommentar hinterlassen.

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Dieser Inhalt wurde verfasst von

medizinfuchs Redaktion

Die Blog-Redaktion von Deutschlands bestem Preisvergleich für Medikamente erstellt hier im Blog interessante Hintergründe, Wissenswertes und Unterhaltsames rund um die Themen Gesundheit, Ernährung, Wellness und Beauty.

6 Kommentare

  • Sie beschreiben die o.g. Impfstoffe als „zugelassen“. Ist es nicht richtig, dass – trotz millionenfacher Impfungen – für die mRNA-Impfstoffe noch immer nur eine so genannte „bedingte Zulassung“ vorliegt?
    Wenn ja, weshalb ist das so und weshalb kann man oder wird keine ordentliche Zulassung erteilt?

    Falls mittlerweile eine ordentliche Zulassung erteilt wurde, wo kann man das nachlesen? Habe nichts gefunden.

    Vielen Dank.

    MfG,
    Tassilo Wenzl-Sylvester

    • Guten Tag Herr Wenzl-Sylvester,

      Eine bedingte Zulassung ist eine Zulassung, die an Auflagen geknüpft ist.
      Sie kann im Interesse der Allgemeinheit für ein Arzneimittel erteilt werden.
      In dieser Pandemie ist dieses Kriterium erfüllt, da die Impfung ein wichtiger Bestandteil zur Bekämpfung von Covid darstellt.
      Diese Zulassung ist ein Jahr lang gültig und kann jährlich erneuert werden oder in eine Vollzulassung übergehen.
      Sobald umfassende Daten über das Arzneimittelprodukt vorliegen, kann die Zulassung in eine normale Zulassung mit unbegrenzter Gültigkeit umgewandelt werden. Dies ist bisher nicht der Fall.

      Hier finden Sie alle wichtigen Informationen zu bedingte Zulassung der COVID-19-Impfstoffe:
      https://www.pei.de/DE/service/faq/coronavirus/faq-coronavirus-node.html

      Bleiben Sie gesund.

      Dein Team von medizinfuchs.de

  • Ich werde mich nicht impfen lassen. Mein Sohn war durch eine Impfung schwerstbehindert und ist mit 18
    Jahren verstorben. Ich habe ihn nur durch einen hömopatischen Weg das Leben erleichtert. Deshalb
    vertraue ich der Schulmedizin schon seit Jahren nicht mehr. Ich weiß gar nicht mehr, wann ich das
    letzte Mal beim Arzt war, bin selten krank, da ich Vorsorge betreibe. Ich bin 58 Jahre und habe ein
    gutes „g“ nämlich gesund.

    • Guten Tag Frau Elisabeth Niedermaier,

      vielen Dank für Ihren Kommentar.

      Wir möchten Ihnen unser tiefempfundenes Beileid für Ihren Verlust aussprechen.

      Dennoch möchten wir gerne Bezug auf das Thema „Impfung“ nehmen.
      Impfungen wirken, das hat sich in der Vergangenheit immer wieder gezeigt. Auch diese Pandemie könnten sie beenden.
      Ein Beispiel sind die Pocken oder Polio, an denen seit über dreißig Jahren in Deutschland keiner mehr erkrankt ist. Auch die Zahl der Masernansteckungen und -erkrankungen, an denen im Schnitt immer noch eines von 1000 Kindern stirbt, ist drastisch gesunken.
      Wirksame Impfstoffe verhindern, dass sich Krankheiten weiter ausbreiten – so auch beim Coronavirus.

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