Besondere Vorsicht bei der Einnahme ist erforderlich:
- wenn in Ihrer Familie früher einmal ein Gilles-de-la-Tourette-Syndrom aufgetreten ist. Dann sollten Sie das Arzneimittel nicht anwenden. Soweit bei Ihnen selbst ein Gilles-de-la-Tourette-Syndrom nur leicht oder mäßig ausgeprägt ist, kann unter besonders engmaschiger, sorgfältiger, fachärztlicher Überwachung ein Behandlungsversuch mit diesem Arzneimittel unternommen werden.
- wenn bei Ihnen motorische Tics (plötzliche, rasche Muskelzuckungen) auftreten bzw. wenn motorisch-verbale Tics in Ihrer Familie vorkommen. In diesen Fällen sollten Sie das Arzneimittel nicht anwenden.
- bei leichtem Bluthochdruck. Auch hier sollte das Arzneimittel nicht angewendet werden.
Methylphenidat kann die Krampfbereitschaft erhöhen. Daher sollte das Arzneimittel bei Patienten mit Epilepsie mit Vorsicht eingesetzt werden. Die klinische Erfahrung hat gezeigt, dass in Einzelfällen die Häufigkeit der epileptischen Anfälle zunehmen kann. Bei einem Anstieg der Anfallshäufigkeit sollte die Therapie überprüft und das Arzneimittel abgesetzt werden. Bei plötzlichem Absetzen können Symptome wie erhöhtes Schlafbedürfnis, Heißhunger, Verstimmungen, Depression, psychotische Reaktionen und Kreislaufregulationsstörungen auftreten.
Angeborene Herzfehler:
Bei Kindern mit angeborenen Herzfehlern wurde im Zusammenhang mit der Anwendung von Stimulanzien des Zentralnervensystems in herkömmlichen Dosierungen über plötzliche Todesfälle berichtet. Ein ursächlicher Zusammenhang mit Stimulanzien konnte nicht festgestellt werden, da einige angeborene Herzfehler an sich mit einem erhöhten Risiko für einen plötzlichen Tod einhergehen. Generell sollten Stimulanzien bei Patienten mit bekannten angeborenen Herzfehlern nicht angewendet werden.
Vorerkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems
Generell darf das Arzneimittel bei Personen mit schwerem Bluthochdruck nicht angewendet werden. Das Arzneimittel erhöht die Herzfrequenz und den systolischen und diastolischen Blutdruck. Darum ist bei der Behandlung von Patienten Vorsicht geboten, deren Zustand durch eine Erhöhung des Blutdrucks oder der Herzfrequenz besonders beeinträchtigt werden könnte, z. B. bei bestehendem Bluthochdruck, bei Herzinsuffizienz oder bei kürzlich erlittenem Herzinfarkt. Methylphenidat darf bei Herzrhythmusstörungen und schwerer Angina pectoris nicht angewendet werden. Bei allen mit Methylphenidat behandelten Patienten sollten in angemessenen Abständen Blutdruckkontrollen durchgeführt werden. Dies gilt vor allem bei Patienten mit leichtem Bluthochdruck. Bei Auftreten von mittelschwerem bis schwerem Bluthochdruck ist das Arzneimittel abzusetzen.
Vorerkrankungen der Blutgefäße im Gehirn
Patienten mit bestehenden Abnormalitäten des Zentralnervensystems, wie zum Beispiel zerebralen Aneurysmen (umschriebene Ausweitungen arterieller Blutgefäße im Gehirn), und/oder Gefäßabnormalitäten, wie Vaskulitis (entzündliche Veränderungen an den Blutgefäßen) oder mit bestehendem Schlaganfall, sollten nicht mit Methylphenidat behandelt werden. Patienten mit zusätzlichen Risikofaktoren (Herz- und Gefäßerkrankungen in der Vorgeschichte, Begleitmedikation, die den Blutdruck erhöht) sollten regelmäßig auf neurologische/psychiatrische Vorzeichen und Krankheitserscheinungen nach Behandlungsbeginn mit Ritalin untersucht werden
Psychiatrische Erkrankungen
Das gleichzeitige Vorliegen von psychiatrischen Erkrankungen bei AD/HS ist bekannt und sollte bei der Verschreibung von Stimulanzien berücksichtigt werden. Die Behandlung von AD/HS mit Stimulanzien sollte nicht bei Patienten mit akuten Psychosen, akuten Manien oder akuter Suizidalität begonnen werden. Diese akuten Vorerkrankungen sollten behandelt und überwacht werden, bevor die Behandlung der AD/HS in Betracht gezogen wird. Sollten psychiatrische Symptome auftreten oder sollten sich bestehende psychiatrische Symptome verschlimmern, sollte das Arzneimittel nicht verabreicht werden, es sei denn der Nutzen überwiegt das potenzielle Risiko.
Psychotische Symptome:
Bei Patienten, denen die normale empfohlene Dosis von Stimulanzien, einschließlich Methylphenidat, verabreicht wurde, wurde über psychotische Symptome, einschließlich bildlicher Halluzinationen und Halluzinationen des Tastsinnes, berichtet. Der behandelnde Arzt sollte einen Abbruch der Therapie in Betracht ziehen.
Aggressives Verhalten:
Es wurde beschrieben, dass es während der Therapie mit Stimulanzien zum Auftreten von aggressivem Verhalten oder zu einer Verschlimmerung bei bestehendem aggressivem Verhalten kommen kann. Allerdings kann es bei AD/HS-Patienten auch als Ausdruck der Grunderkrankung zu Aggression kommen. Aus diesem Grund ist ein ursächlicher Zusammenhang mit der Behandlung schwer einzuschätzen. Bei Patienten, die diese Verhaltensveränderungen zeigen, sollte der Arzt die Notwendigkeit einer Umstellung der Behandlung evaluieren, unter Berücksichtigung der Notwendigkeit einer Erniedrigung oder Erhöhung der Dosierung. Die Unterbrechung der Behandlung kann in Erwägung gezogen werden.
Suizidalität:
Patienten, bei denen während der AD/HS-Behandlung Suizidgedanken oder suizidales Verhalten auftreten, sollten sofort von ihrem Arzt untersucht werden. Der Arzt sollte die entsprechende Behandlung der zu Grunde liegenden psychiatrischen Ursachen einleiten und eine etwaige Umstellung der AD/HS-Behandlung erwägen.
Medikamenten-Missbrauch und Herz-Kreislauf-Erkrankungen:
Der Missbrauch von Stimulanzien des Zentralnervensystems kann zu plötzlichem Tod und anderen ernsten Nebenwirkungen am Herz-Kreislauf-System führen.
Kinder:
Für die Behandlung von Kindern unter 6 Jahren reichen die Erfahrungen nicht aus, um die Anwendung des Arzneimittels empfehlen zu können.
Weitere Hinweise:
Klinische Daten zeigen, dass Patienten, die als Kinder Methylphenidat zur Therapie hyperkinetischer Verhaltensstörungen erhalten haben, als Jugendliche oder Erwachsene kein erhöhtes Missbrauchsrisiko aufweisen. Auch bei Erwachsenen mit Narkolepsie spielt das Abhängigkeitsrisiko praktisch keine Rolle.
Dieses Arzneimittel ist Teil eines therapeutischen Behandlungsprogramms, das typischerweise psychologische, erzieherische und soziale Maßnahmen umfasst. Ziel der Therapie ist es, die Verhaltensauffälligkeiten wie leichte bis schwere Ablenkbarkeit, kurze Aufmerksamkeitsspanne, emotionale Unbeständigkeit und Impulsivität zu vermindern. Die Ursache der Hyperkinetischen Störung / AD/HS ist nicht vollständig bekannt. Es gibt keinen einzelnen diagnostischen Test. Für eine korrekte Diagnose werden sowohl medizinische als auch psychologische, pädagogische und soziale Untersuchungen benötigt. Leitsymptome sind: Beeinträchtigte Aufmerksamkeit, Ablenkbarkeit, emotionale Labilität, Impulsivität, mäßige bis starke Hyperaktivität, gering ausgeprägte neurologische Symptome, Lernschwierigkeiten. Abnorme EEG-Befunde können, müssen aber nicht vorhanden sein. Die Symptome der Narkolepsie umfassen Tagesmüdigkeit, nicht angebrachte Schlafepisoden und plötzlichen Verlust der Muskelspannung.
Die klinische Bedeutung der Verzögerung des Längenwachstums und der verzögerten Gewichtszunahme bei Kindern mit Hyperkinetischer Störung / AD/HS ist nicht endgültig geklärt. Ein ursächlicher Zusammenhang mit Methylphenidat konnte für die Wachstumsverzögerung nicht nachgewiesen werden. Regelmäßige Kontrollen der Körpergröße und des Gewichts werden empfohlen.
Bei längerer Behandlungsdauer sollten die Patienten sorgfältig beobachtet und Blutbilduntersuchungen (einschließlich Differenzialblutbild) durchgeführt werden.
Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen:
Methylphenidat verbessert die Aufmerksamkeit. Dennoch können unerwünschte Nebenwirkungen wie z. B. Schläfrigkeit und Schwindel auftreten, die das Reaktionsvermögen beeinträchtigen. Sie können dann auf unerwartete und plötzliche Ereignisse nicht mehr schnell und gezielt genug reagieren. Die Einnahme kann außerdem zu Selbstüberschätzung und gesteigerter Risikobereitschaft führen.
Fahren Sie daher nicht selbst Auto oder andere Fahrzeuge! Bedienen Sie keine elektrischen Werkzeuge und Maschinen! Arbeiten Sie nicht ohne sicheren Halt! Beachten Sie besonders, dass Alkohol Ihre Verkehrstüchtigkeit noch weiter verschlechtert!
Narkolepsie-Patienten sind unbehandelt unfähig zum Führen von Kraftfahrzeugen und Bedienen von Maschinen. Unter der Behandlung mit Methylphenidat kann das Führen von Kraftfahrzeugen unter Umständen bedingt möglich sein, wenn bei auftretender Müdigkeit eine sofortige Unterbrechung der aktiven Teilnahme am Straßenverkehr gesichert ist und Verkehrssituationen mit hohen Aufmerksamkeitsanforderungen gemieden werden können.
Bei Patienten mit einer Hyperkinetischen Störung / AD/HS scheint eine Behandlung mit Methylphenidat im Gegensatz zu unbehandelten Patienten zu einer Verbesserung der Verkehrsfähigkeit zu führen. Schwankungen der Aufmerksamkeit im Rahmen der Grunderkrankung bzw. bei nachlassender Wirkung des Arzneimittels sind zu berücksichtigen.
Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.