Besondere Vorsicht bei der Einnahme ist erforderlich:
- wenn Sie früher eine Schädigung des Knochenmarks hatten; in diesem Fall ist eine häufige ärztliche Überwachung erforderlich (Blutbildkontrollen).
- wenn Sie an einem systemischen Lupus erythematodes (eine Reaktion der körpereigenen Abwehr gegen eigenes Bindegewebe) leiden.
- wenn Sie an einer Stoffwechselerkrankung, insbesondere einer angeborenen Enzymmangelkrankheit leiden.
Während der Behandlung mit Valproinsäure kann es zu einem Anstieg von Ammoniak im Blut kommen (Hyperammonämie). Suchen Sie deshalb bitte beim Auftreten folgender Symptome Ihren Arzt auf: Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Erbrechen, niedriger Blutdruck oder bei Zunahme der Anfälle. Ihr Arzt sollte dann die Serumspiegel von Ammoniak und Valproinsäure bestimmen; gegebenenfalls ist die Dosis von Valproinsäure zu verringern.
Bei Verdacht auf eine bereits bestehende enzymatische Störung in Ihrem Stoffwechsel sollte der Ammoniakserumspiegel bereits vor Beginn der Therapie mit Valproinsäure bestimmt werden.
- wenn Sie an einer eingeschränkten Nierenfunktion und/oder an Eiweißmangel im Blut leiden. In diesem Fall kann es sein, dass Ihr Arzt die Dosis verringert, um den Gehalt an Valproinsäure in Ihrem Blut zu senken.
- wenn Sie einen chirurgischen oder zahnärztlichen Eingriff (z. B. das Ziehen eines Zahns) planen. Da eine Einnahme von Valproinsäure die Neigung zu Blutungen erhöhen kann, muss Ihr Arzt darüber informiert werden, dass Sie Valproinsäure einnehmen, damit er die Blutgerinnung überprüft.
- wenn Sie gleichzeitig Arzneimittel einnehmen, die die Blutgerinnung hemmen (z. B. Vitamin-K-Antagonisten), können Sie verstärkt zu Blutungen neigen. Die Blutgerinnung muss deshalb regelmäßig überprüft werden.
- wenn Sie gleichzeitg Arzneimittel mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure („ASS") einnehmen. Dies kann zu einer Erhöhung der Konzentration an Valproinsäure (dem Wirkstoff der Retardtabletten) im Blut führen .
Kinder:
Besondere Vorsicht bei der Einnahme ist erforderlich bei:
- Kleinkindern, die gleichzeitig andere Arzneimittel gegen Anfallsleiden einnehmen,
- mehrfachbehinderten Kindern und Jugendlichen mit schweren Anfallsformen.
Säuglinge und Kinder dürfen Valproinsäure und Acetylsalicylsäure bei fieberhaften Erkrankungen nicht einnehmen, Jugendliche nur mit ausdrücklicher ärztlicher Anweisung.
Warnhinweis:
Gelegentlich sind schwere Schädigungen der Leber, selten Schädigungen der Bauchspeicheldrüse beobachtet worden. Patienten, insbesondere Säuglinge, Kleinkinder und Kinder, müssen diesbezüglich, besonders in den ersten sechs Monaten der Behandlung, ärztlich in kürzeren Abständen überwacht werden.
Eine Schädigung der Leber und/oder Bauchspeicheldrüse kann z. B. bei folgenden Beschwerden vorliegen:
- erneutes Auftreten von Anfällen oder Zunahme der Häufigkeit bzw. der Schwere von Anfällen,
- Bewusstseinsstörungen mit Verwirrtheit,
- Unruhe,
- Bewegungsstörungen,
- körperliches Unwohlsein und Schwächegefühl,
- Appetitverlust,
- Abneigung gegen gewohnte Speisen, Abneigung gegen Valproinsäure,
- Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen,
- Teilnahmslosigkeit,
- auffällig häufig Blutergüsse (Hämatome), Nasenbluten
- Wasseransammlung (Ödeme) in einzelnen Körperteilen oder dem gesamten Körper.
Sind diese Beschwerden anhaltend oder schwer, müssen Sie einen Arzt benachrichtigen, damit dieser über die weitere Behandlung entscheidet.
Maßnahmen zur Früherkennung bei einer Schädigung der Leber- und/oder Bauchspeicheldrüse:
Vor Behandlungsbeginn soll durch Ihren Arzt eine ausführliche Befragung und Untersuchung (insbesondere hinsichtlich Stoffwechselstörungen, Erkrankung der Leber oder Bauchspeicheldrüse, Blutbild und Gerinnungsstörungen) erfolgen.
Vier Wochen nach Behandlungsbeginn sollte eine erneute Untersuchung durchgeführt werden.
Wenn Sie ohne Beschwerden sind, der Arzt stellt jedoch 4 Wochen nach Beginn der Behandlung erhöhte Blutwerte fest, sollte eine Kontrolle drei Mal im Abstand von maximal 2 Wochen, dann ein Mal pro Monat bis zum 6. Behandlungsmonat durchgeführt werden.
Eltern/Bezugspersonen sollten bei Auffälligkeiten unabhängig von diesem Zeitplan sofort den behandelnden Arzt informieren.
Bei Jugendlichen (etwa ab dem 15. Lebensjahr) und Erwachsenen sind im ersten Halbjahr monatliche Kontrollen der Behandlung und der Blutwerte sowie in jedem Fall vor Behandlungsbeginn zu empfehlen.
Nach 12-monatiger Behandlung ohne Auffälligkeiten sind nur noch 2 - 3 ärztliche Kontrollen pro Jahr erforderlich.
Eine geringe Anzahl von Patienten, die mit Antiepileptika wie Valproinsäure behandelt wurden, hatten Gedanken daran, sich selbst zu verletzen oder sich das Leben zu nehmen. Wenn Sie zu irgendeinem Zeitpunkt solche Gedanken haben, setzen Sie sich sofort mit Ihrem Arzt in Verbindung.
Hinweis:
Zu Beginn der Behandlung kann eine Gewichtszunahme auftreten. Kontrollieren Sie regelmäßig Ihr Gewicht, und vereinbaren Sie - falls erforderlich - mit Ihrem Arzt geeignete Maßnahmen.
Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen:
Sie dürfen sich nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt an das Steuer eines Fahrzeugs setzen oder Maschinen bedienen.
Nebenwirkungen wie z. B. Schläfrigkeit oder Verwirrtheit können auftreten:
- zu Beginn einer Behandlung mit Valproinsäure,
- bei höherer Dosierung,
- bei gleichzeitiger Einnahme anderer, ebenfalls auf das Zentralnervensystem wirkender Arzneimittel.
Ihr Reaktionsvermögen kann dadurch so weit verändert sein, dass - unabhängig von der Auswirkung des zu behandelnden Grundleidens - die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen vermindert wird. Dies gilt in verstärktem Maße zusammen mit Alkohol.
Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.