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Reizdarm: Ungefährlich aber unangenehm

reizdarm als folgeerkrankung
Mehr als die Hälfte aller Erkrankten in einer gastroenterologischen Praxis leidet an dieser funktionellen Darmerkrankung.

Was ist ein Reizdarm?

Der Reizdarm, oder auch das Reizdarmsyndrom, ist keine spezifische Einzelerkrankung, sondern beschreibt eine ganze Gruppe von funktionellen Erkrankungen im Darm. Oft ist speziell das Colon, also der Dickdarm, von den unangenehmen Symptomen beim Reizdarmsyndrom betroffen. Die Anzeichen äußern sich oft plötzlich und verharren dauerhaft und sind beim Reizdarmsyndrom und bei anderen Darmerkrankungen sehr ähnlich. Darum ist es unerlässlich, dass Sie diese anderen Krankheitsbilder frühzeitig ausschließen lassen. Ein Reizdarm ist zwar äußerst unangenehm, jedoch nach Ausschluss maligner Grunderkrankungen und Ursachen völlig ungefährlich. Das Krankheitsbild ist eines der häufigsten in der modernen Medizin. Andere Begriffe für das Reizdarmsyndrom sind unter anderen "nervöser Darm", Reizkolon, IDS (irritables Darmsyndrom) oder IBS (irritable bowel syndrome).

Wo liegt die Grundursache dieser gestörten Verdauung?

Über die eindeutigen Ursachen beim Reizdarm wird schon lange Zeit spekuliert. Bis heute ist es Forschern und Medizinern noch nicht gelungen, eindeutige Ursachen vom Reizdarmsyndrom festzustellen. Die Anzeichen beim Reizdarm sind nicht einzigartig, sondern treten oft in ähnlichen Konstellationen auch bei entzündlichen Darmerkrankungen auf. In ihnen selbst ist also keine spezifische Ursache ersichtlich. Oft wird angenommen, dass temporäre bakterielle Infekte, untypische Peristaltik im Darm oder eine Immunstörung innerhalb des Verdauungstraktes auslösend wirken.

Bei mehreren Studien konnten in Darmspiegelungen immer wieder auftretende Veränderungen im Darm bei Betroffenen beobachtet werden. Diese Veränderungen sind allerdings auch bei vielen anderen Erkrankungen, beispielsweise chronischen entzündlichen Darmerkrankungen, zu erkennen und bieten daher keine genaue Erklärung der Ursachen für das Reizdarmsyndrom.

Psychosomatische Ursachen

stress als auslöser

Auffällig ist, dass häufig Stress eine tragende Rolle innerhalb des Krankheitsbildes zu spielen scheint. Speziell Frauen klagen über ein häufiges Auftreten der Symptome, wenn sie unter beruflichen oder emotionalen Belastungen stehen. Eine psychosomatische Komponente beim Reizdarmsyndrom muss also wenigstens bei einem Teil der Betroffenen angenommen werden.

Multimorbide Faktoren
Auffällig ist außerdem das häufige Auftreten des Reizdarmes in Kombination mit bestimmten anderen Krankheiten. So wird im Zusammenhang mit Depressionen Burn-Out-Syndrom, Migräne, chronischen Kopfschmerzen, Angststörungen oder Fatigue-Syndrom (anhaltende Müdigkeit und Erschöpfung) oftmals auch ein Reizdarm festgestellt. Hier zeigt sich erneut ein Zusammenhang zwischen der systemischen Darmerkrankung und psychischem Stress.

Infektionen

Einige Ansätze beschreiben eine bakterielle oder virale Infektion als Ursache beim Reizdarm. Jedoch wird bei weitem nicht die Hälfte aller dokumentierten Fälle von Reizdarm durch eine Magen-Darm-Grippe ausgelöst, sodass dieser Ansatz nicht ausreichend belegt werden kann. Die nachgewiesen auf diese Art ausgelösten Fälle weisen jedoch einen extrem heftigen Verlauf mit starken Durchfällen und Krämpfen auf.

Welche Symptome treten bei einem Reizdarmsyndrom auf?

Die Anzeichen eines Reizdarms können sehr unterschiedlich sein und in ihrer Häufigkeit und Intensität stark abweichen. Die häufigsten Erscheinungen sind Veränderungen in der Stuhlkonsistenz in Form von Diarrhoe oder Verstopfung. Auch die Häufigkeit des Stuhls ist in den meisten Fällen verändert. So müssen Betroffene deutlich öfter als normal die Toilette aufsuchen oder der Stuhlgang bleibt über einen unnatürlich langen Zeitraum aus. Meistens verschafft Ihnen der Gang zur Toilette jedoch eine deutliche Erleichterung und teilweise sogar ein vollständiges Verschwinden der Beschwerden, jedenfalls temporär. Begleitend treten sehr oft Blähungen, krampfartige Bauchschmerzen, stechender Schmerz im Magen, Völlegefühl, Übelkeit und Unwohlsein auf.

Typen des Reizdarmsyndroms sehr unterschiedlich

magenschmerzen durch reizung

Grundlegend gibt es vier Typen des Reizdarmsyndroms, diese sind der Diarrhoe-Typ (Durchfall), der Dolor-Typ (Schmerz), der Obstipations-Typ (Verstopfung) und der Flatulenz-Typ (Blähungen). Welchem Typ Sie angehören, ist abhängig von dem Symptom, welches Sie bei auftretendem Reizdarm am stärksten plagt. Es ist auch möglich, dass Sie einem Mischtypen angehören, wenn bei Ihnen zwei oder mehr Hauptbeschwerden gleich stark ausgeprägt auftreten. Die auftretenden Symptome sind bei jedem Betroffenen anders ausgeprägt und werden unterschiedlich schlimm empfunden.

Häufig sind einzelne Erscheinungen auch nicht einheitlich zu lokalisieren. Schmerz innerhalb eines Reizdarmsyndroms wird beispielsweise völlig unterschiedlich empfunden und beschrieben. Sie sind oft an völlig verschiedenen Punkten des Verdauungstraktes lokalisiert und werden von einigen Menschen als stechend, von anderen als drückend oder brennend beschrieben. Sie können sowohl den Magen, als auch den Dickdarm, den Unterbauch oder den Dünndarm betreffen und wellenartig wiederkehren. Einige Patienten klagen hingegen über dauerhaften Schmerz, der erst mit dem Abgang des Stuhls etwas gelindert wird.

Ausprägung der Symptome

Auch die Intensität der Ausprägungen der Menschen mit Diarrhoe-Typ ist sehr unterschiedlich. Prinzipiell spricht der Mediziner von Durchfall, wenn der Stuhlgang häufiger als drei Mal täglich stattfindet und eine veränderte Konsistenz aufweist. Einige Reizdarmpatienten müssen 3-5 Mal täglich die Toilette aufsuchen, während andere von 7 und mehr Toilettengängen berichten.

Extrem Betroffene berichten sogar von Stuhlgängen einmal stündlich oder öfter. Auch die begleitenden Symptome sind sehr unterschiedlich. Einige Patienten klagen über Völlegefühle und Übelkeit, andere müssen sich sogar Erbrechen oder haben starkes Sodbrennen. Manche Patienten klagen auch über trockene Lippen, Schweißausbrüche oder Kopfschmerz. Allen diesen Erscheinungen ist jedoch gemein, dass sie mit dem Abklingen des Reizdarmsyndroms oder mit dem Stuhlabgang schlagartig verschwinden oder wenigstens deutlich besser werden.

Häufige Fragen zum Thema Reizdarm

Bei betroffenen Menschen wird der nach dem Essen zu verdauende Nahrungsbrei nicht adäquat verdaut. Er passiert den Magen-Darm-Trakt meist zu schnell, was zu starken Durchfällen führen kann. Bei einem Reizdarmsyndrom ist es allerdings auch möglich, dass der Nahrungsbrei nicht zu schnell, sondern zu langsam durch das Verdauungssystem geschleust wird, was dann zu starken Verstopfungen und Druckgefühlen im Darm führen kann. In jedem Fall werden innerhalb der gestörten Verdauung vermehrt Darmgase produziert, welche zu starken Bauchschmerzen und Krämpfen führen können, die oft mit Blähungen einhergehen.
Ein weiterer Versuch der Ursachenklärung ist die Theorie leichter Unverträglichkeiten. Man nimmt an, dass eine leichte Unverträglichkeit auf typische Stoffe wie etwa Laktose oder Gluten zu Störungen der Darmperistaltik und damit zum Reizdarm führen können. Diese Unverträglichkeiten müssten dann jedoch so minimal sein, dass sie keine allergischen Reaktionen auslösen und somit auch schwer oder gar nicht nachweisbar sind.

Dies macht den Beweis dieser Theorie fast unmöglich. Verfechter des Ansatzes berufen sich jedoch auf häufige Aussagen von Betroffenen, dass die Symptome oft nach dem Genuss spezieller Lebensmittel (z.B. kalte Milch, stark glutenhaltige Nahrung, große Mengen Joghurt) auftreten. Auffällig ist außerdem, dass bei von Reizdarm Betroffenen eine erhöhte Immunaktivität im Darm festgestellt werden kann.

Die Zellen der Darmschleimhaut produzieren hier eine deutlich höhere Zahl von Abwehrstoffen und von den entsprechen Entzündungsmediatoren, welche zu einer schnelleren Ausleitung vermeintlich schädlicher Stoffe führen. Woher diese erhöhte Produktion von Abwehrmechanismen kommt, kann bis heute nicht nachgewiesen werden.
Prinzipiell gilt, ein Reizdarm ist nicht bedrohlich, aber sehr unangenehm. Wird er nicht ärztlich behandelt, ist dies zwar nicht potentiell gefährlich, kann aber dazu führen, dass die Beschwerden chronisch werden und man sich häufiger als nötig mit ihnen befassen muss. Beim Arzt erhalten Sie Informationen, wie sie mittels Ernährung und Medikamenten schnell schmerzfrei leben können oder welche homöopathischen Alternativen es im Einzelfall gibt. Außerdem ist eine schnelle und effektive Linderung der Symptome mit der Unterstützung des Facharztes viel wahrscheinlicher.

Diagnose eines Reizdarmsyndroms

reizdarm als chronische erkrankung

Das Reizdarmsyndrom ist eines der häufigsten Krankheitsbilder in Deutschland und Zentraleuropa. Auch in den USA ist die Diagnose keine Seltenheit. Um die Diagnose Reizdarm oder auch IBS zu stellen, müssen Sie innerhalb der letzten 12 Monate für mindestens 12 Wochen Schmerzen im Magen-Darm-Trakt verspürt haben. Diese 12 Wochen müssen selbstverständlich nicht aufeinanderfolgend gewesen sein. Des Weiteren müssen mit diesen abdominalen Schmerzen auch mindestens 2 der folgenden Kriterien einhergegangen sein:

1. Beginn der Leiden verbunden mit einer Veränderung der Stuhlkonsistenz (Durchfall oder Verstopfung)
2. Beginn der Leiden verbunden mit einer Veränderung der Stuhlhäufigkeit (häufigerer Toilettengang oder Ausbleiben/Verminderung des Stuhls)
3. Linderung der Beschwerden nach dem Stuhlgang

Die Erkennung wird durch Nebenerscheinungen wie Blähungen, Völlegefühl, schleimigen Stuhl, extrem häufigen Stuhlgang oder Schwierigkeiten beim Toilettengang (Gefühl unvollständiger Entleerung, hoher Kraftaufwand oder starkes Pressen) unterstützt, jedoch sind diese nicht tragend für die Erkennung Ihrer Krankheit. Innerhalb des diagnostischen Prozesses muss der gastroenterologische Facharzt andere Ursachen für die Beschwerden, wie etwa strukturelle Veränderungen, Tumorerkrankungen oder biochemische Dysfunktionen ausschließen. Zu diesem Zwecke werden spezielle Untersuchungen wie etwa Darmspiegelungen, Ultraschalluntersuchungen, Blutbilder, Biopsien, Magenspiegelungen oder Unverträglichkeitstests durchgeführt. Sind diese Untersuchungen alle ohne Resultat, wird Ihnen die Diagnose Reizdarmsyndrom gestellt und die Therapie gestartet.

gesunde ernährung und diäten

Wie wird ein Reizdarm behandelt?

Die Therapie eines Reizdarms ist so unterschiedlich wie seine Symptome, daher hier nur ein paar allgemeine Informationen. In vielen Fällen werden spezielle Diäten oder eine Umstellung der Ernährung zur Behandlung verordnet, um den Darm zu entlasten. Allgemein sollten Betroffene darauf achten, möglichst wenig Hülsenfrüchte, fettige Speisen und starke Gewürze zu sich zu nehmen. In einigen Fällen sollten auch Milchprodukte nur dosiert genossen werden.

Die Ernährung spielt also eine Hauptrolle. Auch bei Alkohol und Nikotin ist Vorsicht geboten. Es wird empfohlen, zu festen Zeiten zu essen und lieber statt wenige große viele kleine Portionen zu sich zu nehmen. Außerdem sollte über den Tag verteilt eine große Menge Flüssigkeit zugeführt werden, am besten stilles Mineralwasser. Ist der Reizdarm stressinduziert, werden entspannende Maßnahmen zur Behandlung eingesetzt. Diese können z.B. autogenes Training oder andere Entspannungstechniken sein. Auch eine kurze Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ist hier denkbar.

Gegen die akut auftretenden Anzeichen, die auch kurzfristig in Erscheinung treten können, wird in den meisten Fällen eine medikamentöse Behandlung empfohlen. So werden Durchfälle mit entsprechenden Präparaten behandelt, die die Stuhlkonsistenz normalisieren sollen. Krämpfe im Bereich des Magens können mit krampflösenden Medikamenten behandelt werden und so weiter. Auch dauerhafte Therapien durch Medikamente, die die Darmtätigkeit unterstützen, sind denkbar.

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