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Karpaltunnelsyndrom: Wenn Greifen zum Problem wird

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Vor allem ältere Menschen leiden oft an einem Karpaltunnelsyndrom. Sie verspüren Schemrzen bei bestimmten Bewegungen der Hand und des Gelenks.
Schlafen sie nachts mit gebeugtem Handgelenk, sorgen das Kribbeln und die Schmerzen dafür, dass sie erwachen. Dauert die Einengung des in der Handinnenfläche verlaufenden Nervs Jahre an, ohne dass der Betroffene sich ärztlich behandeln lässt, kann sie dauerhafte Gefühlsstörungen und eine eingeschränkte Mobilität der Hand zur Folge haben.

Was versteht man unter einem Karpaltunnelsyndrom?

Als Karpaltunnelsyndrom (KTS) bezeichnet man eine Störung der peripheren Nervenleitung. Sie entsteht, wenn Bindegewebe oder andere Strukturen im Handwurzelkanal den Nervus medianus zusammendrücken. Man nennt die Erkrankung auch Kompressionssyndrom oder Nerven-Engpass-Syndrom des Handwurzelkanals. Die Erkrankung, die meist beide Hände beeinträchtigt, kommt vor allem bei älteren Patienten über 50 Jahren vor. Die Betroffenen sind überwiegend Frauen.

Wie entsteht das Karpaltunnelsyndrom?

Der Handwurzelkanal verläuft auf der Handinnenseite. Er besteht aus den Handwurzelknochen, die einen Hohlraum umschließen. Dieser ist von einer Bindegewebsschicht, dem Retinaculum flexorum, bedeckt. In dem Tunnel befinden sich der Medianusnerv und Sehnen und Muskeln, die vom Handgelenk ausgehend die Beweglichkeit der Finger ermöglichen. Bei Patienten, die ein Karpaltunnelsyndrom haben, übt das Retinaculum flexorum oder eine andere Gewebe- oder Knochen-Veränderung Druck auf den Nerv aus und presst ihn zusammen, sodass es zu Schmerzen und anderen Beschwerden kommt. Das Karpaltunnelsyndrom hat verschiedene Ursachen. Es ist Folge von Krankheiten wie
  • rheumatoider Arthritis
  • Arthrose
  • Stoffwechselstörungen (Schilddrüsenüberfunktion, Diabetes mellitus, Gicht, Myxödem)
  • Tumoren
  • Verletzungen an Hand und Handgelenk
  • Brüchen im Bereich der Hand

Welche Symptome treten beim Karpaltunnelsyndrom auf?

schmerzen im handgelenk beim karpaltunnelsyndrom

Die Erkrankung tritt mit verschiedenen Symptomen in Erscheinung. Der Patient hat Missempfindungen in den Händen und Fingern: Er verspürt ein Kribbeln (Ameisenlaufen) und von Zeit zu Zeit Taubheitsgefühle. Sie verschwinden erst dann wieder, wenn er seine Hände kräftig schüttelt. Die Nervenleitungsstörungen sind in den Fingern am stärksten, die vom Nervus medianus elektrische Impulse erhalten (Mittelfinger, Daumen, Zeigefinger). Außerdem sind sie oft auf der gesamten Innenseite der betroffenen Hand zu spüren.

Betroffene, die seit längerer Zeit am Karpaltunnelsyndrom erkrankt sind, stellen außerdem eine Rückbildung der Daumenmuskeln fest. Die Muskel-Atrophie schränkt die Beweglichkeit des Daumens stark ein, sodass das Umfassen einer Flasche nicht mehr möglich ist (Flaschen-Test). Außerdem fallen ihnen Gegenstände aus der Hand, da die Finger immer kraftloser werden. Vor allem nachts leidet der Patient an starken Schmerzen in der Hand. Sie ziehen über den gesamten Arm zur Schulter hinauf.

Wie diagnostiziert man das Karpaltunnelsyndrom?

Der untersuchende Orthopäde erkennt bereits an den klassischen Symptomen, dass der Patient an dieser Krankheit leidet. Zur Sicherung der Diagnose führt er eine körperliche Untersuchung und bestimmte Tests durch. Der Phalen-Test ergibt einen positiven Befund, wenn der Betroffene, der seine Hand so weit wie möglich beugt, stärker werdende Schmerzen und Missempfindungen verspürt. Beklopft der Arzt den Nerv und kommt es dann zu Schmerzen und Taubheitsgefühlen in der Hand (Hoffmann-Tinel-Test), ist der Nerv eingeklemmt.

Wie behandelt man ein Karpaltunnelsyndrom?

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Die Behandlung des Nerven-Engpass-Syndroms erfolgt bei nicht zu stark ausgeprägten Symptomen mithilfe konservativer Maßnahmen. Der Betroffene erhält Kortison-Injektionen in den Karpaltunnel oder Kortison-Tabletten, die die Entzündung und Schwellung im Daumenballen abklingen lassen. Um den betroffenen Arm und die Hand ruhig zu stellen, muss der Kranke nachts eine gepolsterte Schiene tragen. Außerdem darf er seine Hand nicht mehr belasten.

Bei einem besonders stark eingeklemmten Nervus medianus ist eine Operation erforderlich. Die Prognose ist insbesondere dann günstig, wenn der Handwurzelnerv bisher noch überhaupt nicht oder nur geringfügig geschädigt wurde. Während des operativen Eingriffs durchtrennt der Chirurg das Retinaculum flexorum oder schneidet verdicktes Gewebe unterhalb der Sehnen heraus. In der Folgezeit lassen die Schmerzen nach oder klingen sogar vollständig ab. Der Kraftverlust und die Missempfindungen bessern sich in den Folgemonaten.

Häufige Fragen zum Thema Karpaltunnelsyndrom

Eine Messung der Nervenleitgeschwindigkeit im Medianusnerv und eine Elektromyografie (EMG) zeigen, ob er tatsächlich geschädigt ist. Hat der Untersuchende den Verdacht, dass die Verengung Folge knöcherner Veränderungen ist, macht er eine Röntgenaufnahme.

Um herauszufinden, ob Gewebewucherungen für die Beschwerden verantwortlich sind, führt er eine Ultraschalluntersuchung oder eine Magnetresonanztomografie durch. Vor einem geplanten chirurgischen Eingriff muss er außerdem noch ausschließen, dass die vom Betroffenen geschilderten Beschwerden durch eine Quetschung des Medianus im Bereich der Halswirbelsäule (sogenanntes C6-Syndrom) oder des Ellenbogens ausgelöst werden. Diese Bereiche werden ebenfalls mittels bildgebender Verfahren überprüft.
Lässt sich trotz umfangreicher Untersuchungen keine Ursache für das Kompressionssyndrom feststellen, was meist der Fall ist, spricht der Mediziner von einem idiopathischen Karpaltunnelsyndrom. Entzündliche Erkrankungen wie Gicht, Rheuma und Sehnenscheidenentzündungen bewirken eine Schwellung des Gewebes, das die im Karpaltunnel befindlichen Sehnen umschließt und so den Nervus medianus zusammenpresst. Wachsende Tumore können ihn ebenfalls einengen. Knochenbrüche und Verrenkungen führen zu Fehlstellungen der Knochen und verursachen eine dauerhafte Reizung des Nervs. Sogar die mit einer Schwangerschaft verbundene hormonelle Umstellung und regelmäßige Dialysen bei nierenkranken Patienten können das Auftreten des Kompressionssyndroms begünstigen.

Wie kann man einem Karpaltunnelsyndrom vorbeugen?

Dem Auftreten eines Karpaltunnelsyndroms können Sie nicht vorbeugen, da die Erkrankung meist ohne erkennbare Ursache auftritt. Stellen Sie bei sich jedoch die typischen Anzeichen fest, sollten Sie baldmöglichst einen Facharzt aufsuchen, um eine Schädigung des eingeengten Nervs zu vermeiden.

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