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Magersucht: Wenn Abnehmen zur Sucht wird

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Magersucht betrifft meist junge Mädchen und Frauen unter 35. Trotz ihres oft starken Untergewichts sind sie ständig damit beschäftigt, nur wenig zu essen.
Manche von ihnen hungern sogar längere Zeit, was für einen Körper im Wachstum besonders schädigend ist. Auch wenn neuesten Statistiken zufolge nur 1 % der weiblichen Bevölkerung an Anorexie leidet, sollte man besser von einer wesentlich höheren Dunkelziffer ausgehen, da die Magersucht oft nicht erkannt wird.

Was ist Magersucht?

Magersucht (Anorexia nervosa) bezeichnet laut Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation WHO (ICD 10) eine bewusst herbeigeführte, drastische Gewichtsabnahme, die aufgrund einer gestörten Wahrnehmung des eigenen Körpers erfolgt: Die Betroffene ist der Ansicht, ein zu hohes Körpergewicht zu haben und hat Angst vor einer erneuten Gewichtszunahme. Das gestörte Essverhalten setzt oft zu Beginn der Pubertät ein, im Anschluss an eine erfolgreich durchgeführte Diät. Magersucht gehört wie Bulimie (Ess-Brech-Sucht) zu den sogenannten Körperschemastörungen: Auch wenn die Betroffenen extrem dünn sind, halten sie ihren Körper immer noch für zu dick und unförmig.

Wie entsteht Magersucht?

Anorexia nervosa ist meist genetisch bedingt. Weitere Ursachen sind
  • die Verunsicherung über die pubertätsbedingten körperlichen Veränderungen
  • familiäre Gründe
  • psychische Probleme (niedriges Selbstwertgefühl)
  • gesellschaftliche Faktoren (weibliches Schönheitsideal)
Auslöser ist meist eine erfolgreich beendete Diät, durch die die Betroffene viel Anerkennung erhält. Diese wiederum sorgt dafür, dass sie noch weiter abnimmt.

Welche Symptome treten bei Magersucht auf?

brechwahn und gewichtskontrolle bei magersucht

Magersüchtige Mädchen fühlen sich sogar dann zu dick, wenn sie Untergewicht haben. Durch das Hungern kommt es zu diversen Folge-Symptomen. Ihre Monatsblutung bleibt aus. Die jungen Patientinnen wachsen nur langsam und haben eine niedrigere Knochendichte. Auch die Entwicklung ihres Gehirns ist verzögert. Blutbildung und Elektrolythaushalt sind gestört.

Die Anorexie zeigt sich in zwei Formen: Etwa 50 Prozent der jungen Patientinnen nimmt nur wenig Essen zu sich, erleidet jedoch von Zeit zu Zeit einen Essanfall. Schuldgefühle zwingen sie kurze Zeit später dazu, das im Übermaß Konsumierte zu erbrechen. Um den Brechreiz auszulösen, stecken sie sich einfach den Finger in den Hals. Magersüchtige mit Heißhunger-Attacken nehmen außerdem noch Abführmittel, Diuretika und Appetitzügler und leiden oft an Depressionen. Die andere Gruppe Magersüchtiger hat ihr Essverhalten dauerhaft unter Kontrolle, da sie eine strenge Langzeitdiät einhält. Sie treibt übermäßig viel Sport, da starke körperliche Aktivität hilft, noch schneller abzunehmen.

Typisch für Anorektikerinnen ist, dass sie nur noch kalorienarme Nahrungsmittel kaufen und übermäßig viel Wasser trinken. Die Betroffenen halten bestimmte Essrituale wie das Kleinschneiden von Lebensmitteln ein und kauen sehr langsam. Sie stellen sich oft auf die Waage und betrachten ihren angeblich zu dicken Körper häufig im Spiegel.

Wie behandelt man Magersucht?

Beträgt das Körpergewicht der Erkrankten weniger als ein Viertel des normalen Gewichts, empfiehlt es sich, sie über einen längeren Zeitraum in einer speziellen Klinik behandeln zu lassen. Dringend erforderlich ist diese Maßnahme dann, wenn ihr körperlicher Zustand bereits kritisch ist oder akute Selbstmordgefahr besteht. Die stark untergewichtigen Kranken müssen mittels Infusionen künstlich ernährt werden. Sind sie dann ausreichend stabil, wird ihr Gewicht schrittweise erhöht.
behandeln von magersucht mit hilfe der familie

Haben sie etwa 90 % des Body-Mass-Index erreicht, haben sie eine günstige Prognose und können nach Hause entlassen werden.  Die Anorexie selbst wird mithilfe einer Psychotherapie behandelt. Bei einer nicht zu stark ausgeprägten Essstörung kann sie auch ambulant erfolgen. In den Therapiesitzungen lernt die Patientin, ihre seelischen Probleme auf andere Art zu bewältigen als durch zwanghaftes Hungern und gewöhnt sich ein normales Essverhalten an. Haben ihre Probleme familiäre Gründe, werden auch die Eltern und andere Angehörige in die Therapie einbezogen. Sie lernen außerdem, besser mit dem gestörten Essverhalten umzugehen. Eine Ernährungsberatung gibt der Kranken Informationen darüber, welche Lebensmittel für ihren Körper wichtig sind.

Häufige Fragen zum Thema Magersucht

Von einer Anorexie spricht man, wenn das Körpergewicht um mehr als 15 Prozent niedriger ist als das Normalgewicht (bei Erwachsenen: BMI unter 17,5). Wird die Erkrankung rechtzeitig erkannt und behandelt, hat die Patientin gute Chancen, ein normales Körpergewicht zu erreichen. Bei jeder fünften, extrem untergewichtigen Patientin endet sie jedoch tödlich: Sie verstirbt an multiplem Organversagen oder nimmt sich das Leben.
Die Diagnose Magersucht wird oft aufgrund des starken Untergewichts der Patientin und ihres jungen Alters gestellt. Ein persönliches Gespräch über die Themen Körpergewicht und Essen gibt weitere Anhaltspunkte: Bestimmen Essen, Abnehmen und Gewichtskontrolle fast das gesamte Leben der Betroffenen und gibt es kaum weitere Aktivitäten, liegt eindeutig eine Anorexie vor. Zusätzliche Informationen über ihr Essverhalten erhält der untersuchende Arzt durch die Eltern oder andere Angehörigen. Von ihnen erfährt er außerdem, ob es in der Familie der Magersüchtigen Fälle psychischer Erkrankungen (Angststörungen, affektive Störungen) gibt.

Wie kann man Magersucht vorbeugen?

Da die Anorexie viele Ursachen hat, kann man ihr nicht generell vorbeugen. Allerdings können Sie dafür sorgen, dass alle Mahlzeiten in Ruhe und ohne konfliktbeladene Gespräche ablaufen. So vermeiden Sie, dass Ihre heranwachsende Tochter Essen mit Problemsituationen verknüpft. Zwingen Sie sie nicht, die gesamte Mahlzeit aufzuessen, wenn sie schon vorher satt ist. Hat sie stark abgenommen und zeigt sie ein anderes Essverhalten als bisher üblich, sprechen Sie sie in aller Ruhe und ohne Vorwürfe darauf an und versuchen Sie, ihr zu erklären, dass dieses Verhalten gefährliche Folgen haben kann.

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