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Bulimie: Zwanghaftes, übermäßiges Essen mit Erbrechen

Bulimie: zwanghaftes, übermäßiges Essen mit Erbrechen
Menschen mit Bulimie fallen in der Gesellschaft kaum auf, da sie nur selten über ihre Erkrankung sprechen.
Es ist ihnen peinlich zuzugeben, dass sie ihr Essverhalten nicht im Griff haben und bei ihren häufigen Essattacken jeweils bis zu 10.000 Kalorien zu sich nehmen, um sie unmittelbar danach über selbst herbeigeführtes Erbrechen wieder aus dem Körper zu befördern. Sie beschäftigen sich exzessiv mit ihrem Körper und mit Nahrungsmitteln und bemerken dabei oft nicht, dass sie sich auf dem sozialen Rückzug befinden.

Was ist Bulimie?

Bulimie (Bulimia nervosa) gehört zu den Essstörungen. Die meisten von dieser Ess-Brech-Sucht Betroffenen sind Mädchen in der Pubertät und junge Frauen unter 30. Menschen, die an der chronischen Erkrankung leiden, haben eine gestörte Selbstwahrnehmung: Sie empfinden sich als zu dick, obwohl sie meist ein normales Körpergewicht haben. Das zwanghafte Essverhalten hat verschiedene Ursachen. Viele Patienten, die aktuell an Ess-Brech-Sucht leiden, waren zuvor magersüchtig.

Wie entsteht Bulimie und welche Ursachen hat sie?

Die Essbrechsucht hat ihre Ursache in einer gestörten Körperwahrnehmung: Trotz ihres Normalgewichts halten sich die Patienten für dick und unattraktiv. Sie haben Angst, wegen ihrer Figur von anderen Menschen abgelehnt zu werden. Das unrealistische Selbstbild liegt in der persönlichen Biografie begründet und resultiert aus
  • genetischen
  • familiären
  • psychologischen und
  • soziokulturellen Faktoren
bulimie und selbstwertgefühl

Bulimiker haben ein niedrigeres Selbstwertgefühl, da sie ihren individuellen Wert fast nur aus einer schlanken Figur ableiten. 

Familiäre Faktoren für das Entstehen einer Essbrechsucht sind ein behütendes Elternhaus, ungelöste Konflikte mit den Eltern und ein starker Leistungsdruck. Außerdem haben Frauen aus Familien, in denen es bereits Fälle von gestörtem Essverhalten gibt, ein erhöhtes Risiko, selbst zu erkranken. Die Tatsache, dass manche Bulimikerinnen trotz normaler Nahrungszufuhr an Gewicht zunehmen, deutet darauf hin, dass auch ein genetisch bedingter niedrigerer Kalorienverbrauch die Erkrankung auslösen kann.

Ursachen

  •  sexueller Missbrauch
  • Vergewaltigung
  • körperliche Gewalt
  • Verlust von geliebten Menschen (Angehörigen, Partnern)
  • psychische Überforderung
  • Mobbing
  • gestörtes Selbstbild

Symptome

  • Heißhunger
  • übermäßiges Essverhalten
  • Magenprobleme
  • Heiserkeit
  • Gewichtsschwankungen
  • Zahnprobleme
  • Speiseröhren-Entzündung

Welche Symptome können bei Bulimie auftreten?

Bulimie zeigt sich in unkontrollierbaren Essattacken, auf die bewusst herbeigeführtes Erbrechen folgt. Während der Essanfälle stopfen die Betroffenen riesige Mengen zucker-, kohlenhydrat- und fettreicher Speisen in sich hinein. Das übermäßige Essen tritt mehrmals pro Woche auf. Die Patienten befinden sich in einem seelischen Zwiespalt: Sie möchten einerseits ihren Hunger stillen, bekommen aber nach der Nahrungsaufnahme wegen ihres Kontrollverlusts ein schlechtes Gewissen. Um die befürchtete Gewichtszunahme zu verhindern, stecken sie sich einen Finger in den Hals und lösen so den Brechreiz aus. Diese Form der Bulimie nennt man Purging-Bulimie. Andere Betroffene nehmen noch zusätzlich Abführmittel oder Diuretika ein und machen Sport, um nicht zuzunehmen.

Durch die im Übermaß zugeführte Nahrungsmenge und das anschließende, ebenfalls zwanghafte Erbrechen kommt es zu Magenproblemen. Die die Speiseröhre hinaufsteigende Magensäure bewirkt oft eine Speiseröhren-Entzündung und Zahnschäden. Im schlimmsten Fall kommt es sogar zu Herzrhythmusstörungen und einer Niereninsuffizienz. Weitere körperliche Symptome sind angeschwollene Speicheldrüsen, Schluckbeschwerden und ein gestörter Wasser- und Elektrolythaushalt.

Wie behandelt man Bulimie?

Um die Bulimie behandeln zu können, muss der Psychotherapeut sie zuerst von der Anorexie (Magersucht) und vom Binge-Eating abgrenzen. Menschen mit Magersucht halten zwar auch oft Diät und entledigen sich der zugeführten Nahrungsmittel durch Erbrechen oder den Missbrauch entwässernder und abführender Mittel, leiden jedoch nicht an Essattacken und sind untergewichtig. Um auszuschließen, dass der Patient zu den Anorektikern oder den Binge-Eatern gehört, führt der Untersuchende eine Gewichtskontrolle durch. Er bestimmt den Body-Mass-Index und macht eine körperliche Untersuchung, während derer typische Folgeschäden festgestellt werden. In der anschließenden Psychotherapie wird die Bulimie-Ursache aufgedeckt und psychologisch bearbeitet. Der Patient lernt, ohne Reue Nahrungsmittel zu sich zu nehmen und entwickelt alternative Quellen der Bedürfnisbefriedigung. Er erfährt, wie er besser mit Problemen umgehen und sich und seinen Körper akzeptieren kann.
trost familie

Wie kann man Bulimie vorbeugen?

Da Bulimie verschiedene Ursachen hat, kann man ihr nicht vorbeugen. Stellen Sie jedoch fest, dass es unter ihren Freunden eine Person gibt, die möglicherweise an der Ess-Brech-Sucht leidet, können Sie versuchen, ihr mit viel Fingerspitzengefühl den Besuch einer Beratungsstelle vorzuschlagen. Eltern pubertierender Kinder zeigen sich am besten stets gesprächsbereit und vermitteln den Heranwachsenden das Gefühl, sie so zu lieben, wie sie sind.

Häufige Fragen zum Thema Bulimie

Die gestörte Körperwahrnehmung hat ihre Ursache im weiblichen Schönheitsideal der westlichen Welt. Den jungen Mädchen und Frauen wird tagtäglich über die Werbung suggeriert, dass sie schlank sein müssen, um von anderen Menschen akzeptiert zu werden: Frauen, die Diät halten, haben sich unter Kontrolle und verdienen Anerkennung. Vor allem junge Mädchen, die die mit der Pubertät verbundenen körperlichen Veränderungen seelisch verunsichern, sind gefährdet, Opfer des Zwangs zur Schlankheit zu werden: In dieser Altersgruppe findet man sehr viele Patientinnen mit Magersucht (Anorexia nervosa) und Bulimie.
Die Gewissheit, sich selbst und das eigene Essverhalten nicht unter Kontrolle halten zu können, untergräbt das ohnehin schon geschädigte Selbstwertgefühl noch mehr. Bei vielen Patienten sind daher Depressionen die Folge. Versuche, mithilfe einer Diät, mit Fasten oder der Einnahme von Appetitzüglern (Non-Purging-Bulimie), die Essanfälle zu zügeln, gelingen ihnen nur für kurze Zeit. Die obsessive Beschäftigung mit Nahrungsmitteln, Diäten und Figur-Problemen führt oft dazu, dass sie bisherige Freizeitaktivitäten und soziale Kontakte vernachlässigen.

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