Hilfe zum Preisvergleich Tel: 030 - 94 888 740 Di-Do von 10-15 Uhr

nach oben

Nervenschmerzen: Wenn kleinste Berührungen Schmerzen auslösen

Nervenschmerzen, wenn kleinste Berührungen Schmerzen auslöst
Nervenschmerzen können das Wohlbefinden der Betroffenen so stark beeinträchtigen, dass sogar zarte Berührungen der Haut heftige Beschwerden auslösen.
Sie sind nicht heilbar, da sich geschädigte Nervenfasern nicht mehr hundertprozentig erneuern können, und mitunter seelisch so belastend, dass der Patient Depressionen bekommt. Allerdings lassen sich die Beschwerden oft gut mit Medikamenten und ergänzenden therapeutischen Maßnahmen wie Krankengymnastik reduzieren oder sogar vollständig beseitigen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass der Schmerzpatient den Auslöser seiner Gesundheitsstörung feststellen lässt und die zugrunde liegende Verletzung, chronische Krankheit oder Infektion dementsprechend behandelt.

Was sind Nervenschmerzen?

Nervenschmerzen (Neuropathien, Neuralgien) werden von Erkrankungen und Nervenschädigungen hervorgerufen. Bei Neuralgie-Patienten löst das Nervensystem selbst den belastenden Schmerz aus. Wird er chronisch, ist die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigt. Etwa 5 % der Bundesbürger leiden neuesten Statistiken zufolge an neuropathischen Schmerzen. Die meisten von ihnen sind Frauen. Im Gegensatz zu Schmerzen, die nicht von den Nerven selbst verursacht werden, treten Neuropathien mit den unterschiedlichsten Symptomen auf, die sogar im weiteren Verlauf noch wechseln können. Lässt der Erkrankte die neuralgischen Schmerzen nicht behandeln, sind mitunter eingeschränkte Mobilität und Haltungsschäden die Folge.

Wie entstehen Nervenschmerzen?

entstehung von nervenschmerzen

Neuropathien haben diverse Ursachen. Die Mediziner unterteilen sie in zentrale und periphere Nervenschmerzen. Zentrale Neuralgien gehen vom zentralen Nervensystem (Gehirn, Rückenmark) aus, während periphere Nervenschmerzen von allen Nerven verursacht werden können, die sich außerhalb des Schädelknochens und der Wirbelsäule befinden.

Neuropathische Schmerzen entstehen durch:
- Infektionen
- chronische Entzündungen
- operative Eingriffe
- unfallbedingte Verletzungen

Bei der mit starken Gesichtsschmerzen einhergehenden Trigeminusneuralgie haben die kurzzeitig auftretenden Schmerzattacken ihren Ursprung in einer Schädigung des fünften Gehirnnervs (Nervus trigeminus). Patienten, die an Herpes zoster (Gürtelrose) erkrankt sind, hatten ursprünglich eine harmlose Infektion mit dem Windpocken-Virus. Da der Erreger nach dem Abheilen der Kinderkrankheit in den peripheren Nervenwurzeln überlebt, kann er später wieder aktiv werden und die schmerzhafte Gürtelrose auslösen.

Periphere Schmerzen durch:

  • bestimmte Formen von Krebs
  • der Einnahme von Medikamenten
  • Arsen- und Thallium-Vergiftungen
  • Alkoholmissbrauch

Zentraler Schmerzen durch:

  • Tumore in Gehirn oder Rückenmark
  • unfallbedingte Verletzungen (Bandscheibenvorfall)
  • chronische Nervenentzündungen (Multiple Sklerose)
  • Thalamus-Schädigungen durch Schlaganfall oder Hirnblutung

Bei einer Neuropathie kann ein einzelner Nerv oder aber eine Vielzahl von Nerven geschädigt sein (Polyneuropathie). Sie tritt vor allem bei Patienten mit Diabetes mellitus auf. Nervenschmerzen gehen oft mit Beschwerden anderen Ursprungs einher (Mixed Pain). Das ist häufig bei Tumoren oder Rückenschmerzen der Fall.

Welche Symptome treten bei einer Neuralgie auf?

Neuropathische Beschwerden zeigen sich als Kribbeln, Stechen, Brennen und ausstrahlende Schmerzen. Manche Betroffene empfinden sogar sanftes Berühren als schmerzhaft (Allodynie). Außerdem werden die Beschwerden meist von weiteren Sinneswahrnehmungen begleitet. Sie entstehen, wenn die beeinträchtigten Nervenfasern die bei ihnen ankommenden anderen Sinnesreize nur unzureichend registrieren können. Eine länger andauernde Neuralgie schadet auch der Seele: Die von den ständigen Beschwerden zermürbten Schmerzpatienten können nur schlecht schlafen und leiden an Ängsten und depressiven Verstimmungen.

Wie diagnostiziert man Nervenschmerzen?

diagnose von nervenschmerzen

Um seinem Patienten die bestmögliche Behandlung zu bieten, muss der untersuchende Facharzt den Auslöser der Schmerzen identifizieren und sie von anderen Schmerzen, die nicht vom Nervensystem selbst verursacht werden, abgrenzen. Erste Anhaltspunkte erhält er durch die Krankengeschichte (Anamnese). Während der umfassenden neurologischen Untersuchung werden die in Erscheinung tretenden Beschwerden genau klassifiziert. Zeigen sich dabei Berührungsschmerzen, Lähmungen und Taubheitsgefühle, die ausschließlich im Zusammenhang mit Neuralgien vorkommen, muss der Mediziner nur noch ihre Ursache finden. Die Wahl der dafür verwendeten bildgebenden Verfahren hängt von der vorläufigen Diagnose ab. Zum Einsatz kommen unter anderem Magnetresonanztomografie, Elektroenzephalografie, Elektroneurografie und Liquor-Punktion (Entnahme und Analyse von Nervenwasser).

Wie behandelt man Nervenschmerzen?

Herkömmliche Schmerzmittel sind oft zur Therapie neuropathischer Schmerzen ungeeignet. Am erfolgversprechendsten sind jedoch Opiate, krampflösende Mittel und bestimmte Antidepressiva. Pregabalin ist ein Antiepileptikum, das die Kalzium-Zufuhr der Nervenzellen hemmt und so die Ausschüttung von Botenstoffen einschränkt, die Schmerzreize hervorrufen und weitertransportieren. Gabapentin scheint neuesten medizinischen Erkenntnissen zufolge eine ähnliche Wirkung zu haben.

Zur Behandlung der Trigeminusneuralgie kommen Antiepileptika zur Anwendung, die die Versorgung der Nerven mit Natrium verhindern und so den Schmerz unterdrücken. Opioid-Schmerzmittel wirken auf die im zentralen Nervensystem lokalisierten Opioid-Rezeptoren ein und blockieren dort die Schmerz-Weiterleitung. Außerdem lassen sich Nervenschmerzen mit trizyklischen Antidepressiva behandeln. Für eine bestmögliche Schmerztherapie setzt der Mediziner oft mehrere Schmerzmittel gleichzeitig ein. Zur lokalen Anwendung bei Rückenschmerzen sind Pflaster mit dem Chili-Wirkstoff Capsaicin hilfreich.

Häufige Fragen zum Thema Nervenschmerzen

Mitunter kommen auch Injektionen mit Medikamenten zur lokalen Anästhesie zum Einsatz. Bei Diabetikern ist die Behandlung der Zuckerkrankheit vorrangig. Patienten mit einem Engpasssyndrom kann man mithilfe einer Operation Erleichterung verschaffen. In anderen Fällen sind außer der medikamentösen Behandlung noch weitere Maßnahmen notwendig. Dazu gehören physiotherapeutische Übungen, transkutane elektrische Nervenstimulation und eine Psychotherapie, falls der Patient auch seelisch unter seinen chronischen Nervenschmerzen leidet.
Werden bei einem Unfall oder einer Operation Nervenfasern durchtrennt, empfindet der Betroffene ebenfalls einen Schmerz. Sogar Phantomschmerzen, die recht häufig nach Amputationen eines Beines oder Armes auftreten, werden den Nervenschmerzen zugerechnet. Bei ihnen verspürt der Patient einen Schmerz, der von dem nicht mehr vorhandenen Körperglied ausstrahlt. Auch Fehlbildungen wie das Karpaltunnelsyndrom können neuralgische Beschwerden zur Folge haben. Bei diesem Engpasssyndrom üben die umliegenden Gewebestrukturen starken Druck auf den in der Handinnenfläche verlaufenden Nerv aus.

Artikel empfehlen:

Bestseller bei Nervenschmerzen

› mehr