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Schilddrüsenerkrankung: Ursachen, Symptome & Behandlung

Schilddrüsenerkrankung: Ursachen, Symptome & Behandlung
Eine Schilddrüsenerkrankung kann weitreichende gesundheitliche Folgen haben. Alles zu Ursachen, Symptome und Behandlung auf medizinfuchs.de.
Patienten, die an einer Schilddrüsenerkrankung leiden, haben meist eine Unterfunktion der Schilddrüse: Das Organ stellt eine zu geringe Menge Schilddrüsenhormone her. Der häufig durch eine Jod-Unterversorgung hervorgerufene Hormonmangel kann die geistige und körperliche Belastbarkeit stark beeinträchtigen. Produziert das Organ jedoch zu viel Hormone, kann es sogar zu schweren Herzkrankheiten und zur Verschlimmerung eines Diabetes kommen. Knoten in der Schilddrüse sind überaktives, aber harmloses Gewebe, im schlimmsten Fall jedoch bösartig. Daher gilt auch für Schilddrüsenerkrankungen: Nur eine rechtzeitige Abklärung und die individuell passende Behandlung können gravierende Folgen vermeiden.

Was sind Schilddrüsenerkrankungen?

Als Schilddrüsenerkrankungen bezeichnet man in der Medizin angeborene oder im Laufe des Lebens erworbene Störungen der Schilddrüsen-Tätigkeit.

Man unterscheidet:
  • Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
  • Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
  • Schilddrüsenentzündung (Thyreoiditis)
  • Schilddrüsenkrebs
Die gestörte Schilddrüsenfunktion hat vor allem Auswirkungen auf den (Energie-) Stoffwechsel und das kindliche Wachstum. Außerdem beeinträchtigt sie die Herz-Kreislauf-Tätigkeit und die Nerven. Voraussetzung, dass das an der Hals-Vorderseite gelegene Organ seiner wichtigen Aufgabe nachkommen kann, ist, dass der Hypothalamus genügend TRH freisetzt. Dieses Hormon regt die Hypophyse dazu an, TSH auszuschütten. Das Thyreoidea-stimulierende Hormon wiederum steuert die Bildung der beiden Hormone T3 und T4 in der Schilddrüse. Dazu benötigt es jedoch eine ausreichende Menge Jod und Eiweiß. Einen erhöhten Jodbedarf haben Frauen in der Schwangerschaft und Stillende.

Was für Schilddrüsenerkrankungen gibt es?

Schilddrüsenerkrankung Schilddrüsenunterfunktion

Eine Schilddrüsenunterfunktion entsteht durch eine unzureichende Produktion von Schilddrüsenhormonen. Sie bewirkt eine Verlangsamung der Stoffwechselvorgänge. Von der Hypothyreose sind überwiegend Frauen betroffen. Das im Kehlkopf befindliche Organ stellt entweder gar kein oder zu wenig T3 (Trijodthyronin) und T4 (Thyroxin) her. Eine Unterfunktion der Schilddrüse hat bei kleinen Kindern eine Verzögerung des Körperwachstums und der Gehirn-Funktion zur Folge. Die Kranken haben eine fehlgebildete oder fehlerhaft arbeitende Schilddrüse. Die erworbene Hypothyreose ist in den meisten Fällen Folge einer Hashimoto-Thyreoiditis, einer chronischen Schilddrüsenentzündung. Bei dieser nur unzureichend erforschten Autoimmunerkrankung werden Antikörper gegen das körpereigene Schilddrüsengewebe gebildet. Die fortschreitende Zerstörung des Organs sorgt dafür, dass nicht mehr genügend Hormone hergestellt werden können. Außerdem kann eine unzureichende Jod-Zufuhr Jodmangel bewirken, der zur Störung der Schilddrüsenfunktion führt.

Schildrüsenerkrankungen Schilddrüsenüberfunktion

Die Überfunktion der Schilddrüse kommt durch im Übermaß hergestelltes T3 und T4 zustande. Sie ist oft Folge der sogenannten Schilddrüsenautonomie oder der Basedowschen Erkrankung. Bei der autonomen Schilddrüse erfolgt die Bildung der Hormone in speziellen Knoten (autonomen Adenomen) unabhängig vom übergeordneten Gehirnzentrum. Diese Form der Hyperthyreose kommt mit zunehmendem Lebensalter immer häufiger vor und wird durch Jodmangel ausgelöst. Die Überproduktion bewirkt eine beschleunigte Stoffwechselfunktion und tritt manchmal zusammen mit einer krankhaft vergrößerten Schilddrüse (Struma, Kropf) auf. Seltener ist ein Morbus Basedow verantwortlich. Bei der vor allem bei Frauen vorkommenden angeborenen Autoimmunerkrankung produziert das Immunsystem Antikörper gegen das Schilddrüsengewebe, das daraufhin eine übergroße Menge Hormone bildet.

Die Schilddrüsenentzündung (Thyreoiditis) gehört zu den selteneren Schilddrüsenerkrankungen. Ursachen dafür sind meist genetisch bedingte Autoimmunreaktionen (Hashimoto-Syndrom). Vereinzelt lösen auch Krankheitserreger (Bakterien, Viren), Verletzungen, die Nebenwirkungen von Medikamenten und Strahlen- und Radiojodtherapien die entzündlichen Vorgänge aus.

Welche Symptome treten bei einer Schilddrüsenerkrankung auf?

Symptome Schilddrüsenerkrankung

Eine Hypothyreose zeigt sich mit Symptomen wie Müdigkeit, Konzentrations- und Gedächtnisschwäche, abnehmender Leistungsfähigkeit, Kälteempfindlichkeit, Haarausfall, Gesichtsschwellungen, Heiserkeit, Kropf-Bildung, Gewichtszunahme trotz normalen Essverhaltens, Verstopfung, depressiven Verstimmungen, Missempfindungen und Zyklusstörungen.

Die Überfunktion wird von Schlafstörungen, Gewichtsabnahme trotz normaler Nahrungszufuhr, innerer Unruhe, erhöhter Pulsfrequenz, starkem Durstgefühl, gesteigerter Wärmeempfindlichkeit, Händezittern, Durchfall, Muskelschwäche, Herzrasen und einem gestörten Monatszyklus begleitet. Im Extremfall ist eine lebensgefährliche thyreotoxische Krise die Folge. Lässt der Kranke sich nicht behandeln, kann es zu Vorhofflimmern, Herzrhythmusstörungen und zur thyreotoxischen Krise kommen. Bei Schwangeren sind Früh- und Fehlgeburten sowie kindliche Fehlbildungen möglich.

Häufige Fragen zum Thema Schilddrüsenerkrankung

Akute Schilddrüsenentzündungen zeigen sich mit Rötungen, starken Schwellungen und Schmerzen im betroffenen Bereich. Die Kranken haben Fieber und Schluckbeschwerden. Chronische Formen wie das Hashimoto-Syndrom verlaufen im Normalfall ohne Symptome.
Grundlage der Diagnose sind die Anamnese, das Abtasten des Halsbereichs und eine Blut-Untersuchung. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion findet der Arzt zu niedrige Hormonwerte im Blut. Personen mit einer Überfunktion haben erhöhte T3 und T4-Werte, während ihr TSH-Wert zu niedrig ist. Bei Patienten mit Morbus Basedow und der Hashimoto-Thyreoiditis findet der Arzt spezielle Antikörper im Blut. Die autonome Schilddrüse wird anhand einer Szintigrafie festgestellt. Knoten und eine krankhaft vergrößerte Schilddrüse lassen sich gut auf einem Ultraschallbild erkennen. Leidet der Patient an einer Schilddrüsenentzündung, sind im Blut Entzündungsparameter vorhanden.
Einer erworbenen Krankheit der Schilddrüse können Sie mit einer gesunden, jodhaltigen Ernährung und Jod-Tabletten (Schwangere) vorbeugen. Mediziner empfehlen ihren Patienten, mindestens zweimal wöchentlich Seefisch zu verzehren und mit jodiertem Salz zu würzen. Außerdem können Mineralwässer mit höherem Jod-Gehalt hilfreich sein.

Wie behandelt man eine Schilddrüsenerkrankung?

Bei einer Unterfunktion erhält der Kranke Tabletten, die die fehlenden körpereigenen Schilddrüsenhormone ersetzen. Patienten mit einer thyreotoxischen Krise sollten schnellstmöglich ins Krankenhaus gebracht werden, da akute Lebensgefahr besteht. Leiden Sie an einer Hyperthyreose, bekommen Sie Medikamente, die die Hormon-Überproduktion eindämmen (Thyreostatika). Vorhandene Knoten und ein Kropf werden manchmal operativ oder mithilfe einer stationär durchgeführten Radiojod-Therapie behandelt. Bei dieser wird das überaktive Gewebe durch radioaktive Strahlen zerstört. Akute eitrige Entzündungen der Schilddrüse sprechen gut auf Antibiotika an. Außerdem hat sich die Gabe nicht-steroidaler Antirheumatika bewährt. Schmerzlindernd wirken auch kühlende Auflagen.

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