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Unverträglichkeit: Wenn Lebensmittel mit Laktose und Gluten krank machen

Autor: medizinfuchs Redaktion
Unverträglichkeit: Wenn Lebensmittel mit Laktose und Gluten krank machen
Wenn Milch und Käse zu Durchfall führen, Getreide Bauchschmerzen hervorruft oder Früchte Blähungen auslösen, steckt meist eine Unverträglichkeit dahinter. An solchen Nahrungsmittelunverträglichkeiten leiden im Hinblick auf die deutsche Bevölkerung 17 Prozent aller Bürger. Betroffene vertragen bestimmte Inhaltsstoffe wie Gluten, Laktose oder Fruktose entweder überhaupt nicht oder nur in winzigen Mengen. Zöliakie im Sinne einer Intoleranz gegenüber Gluten, Laktoseintoleranz mit Reaktionen beim Verzehr von Milchzucker, Histaminintoleranz und Fruchtzuckerunverträglichkeit gehören zu den häufigsten Formen nicht-immunologischer Nahrungsmittelunverträglichkeit. Anders als bei immunologischer Nahrungsmittelallergie ist der Auslöser von Intoleranzen im Sinne nicht-immunvermittelter Unverträglichkeit nicht das Immunsystem.

Unterschiede bei den Lebensmittelunverträglichkeiten

unterschiede Lebensmittelunverträglichkeiten

Immunologische Unverträglichkeitsreaktionen sind größtenteils genetisch bedingt und werden laut Hygienethese durch die gestiegenen Hygienestandards der modernen Industrienationen gefördert. Zöliakie ist weder eine klassische Allergie noch eine klassische Unverträglichkeit, sondern eher eine chronisch entzündliche Darmerkrankung mit dem Trigger-Faktor Gluten.

Für nicht-immunologische Unverträglichkeitsreaktionen auf bestimmte Lebensmittel oder einzelne Bestandteile von Nahrungsmitteln spielen als Ursachen Darmerkrankungen und Enzymmangel eine Hauptrolle. Enzymmangel kann eine genetische Komponente haben und dementsprechend angeboren sein. Dazu gehört zum Beispiel die Fruktoseintoleranz, dabei bereitet Fruchtzucker Verdauungsprobleme. Der Dünndarm kann ihn wegen eines angeborenen oder erworbenen Protein-Defekts nicht zerlegen. Einfachste Art der Behandlung ist hier: Wer keinen Fruchtzucker verträgt, kauft Produkte, die mit Zuckerersatzstoffen gesüßt sind.

Laktoseintoleranz

Ca. 15 von 100 Menschen leiden in Deutschland an Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Blähungen und Bauchschmerzen nach dem Genuss von laktosehaltigen Lebensmitteln. Ein Mangel am Laktose-spaltenden Enzym Laktase ist für die Symptome verantwortlich. Die Zellen in der Schleimhaut des Dünndarms von Betroffenen produzieren zu wenig Laktase oder in manchen Fällen gar keine. Dieses Enzym ist für die Spaltung des Milchzuckers in Galaktose und Glukose verantwortlich. Diese Spaltungsprodukte werden dann vom Darm resorbiert.

Unterschiedliche Formen der Laktoseintoleranz

Es gibt verschiedene Ursachen für die Milchzuckerunverträglichkeit. Dabei wird die Intoleranz in primäre, sekundäre und angeborene unterschieden.

Primär
  • die häufigste Form und die natürliche Form der Unverträglichkeit
  • Sie ist genetisch bedingt
  • Ein Großteil der Bevölkerung im Erwachsenenalter ist betroffen
  • Mit der Zeit zu wenig oder gar kein Enzym für die Verdauung des Milchzuckers herstellen
  • Milchzuckerunverträglichkeit ist für die meisten Menschen völlig normal 
Sekundär
  • Durch eine Schädigung der Schleimhaut im Dünndarm hervorgerufen
  • Es entsteht Mangel des laktosespaltenden Enzyms Laktase
  • Intoleranz endet, sobald die Darmschleimhaut wieder gesund ist
Diese Form der Laktoseintoleranz kann durch Morbus Crohn, Zöliakie, Pilzbefall und bakterielle Darminfektionen ausgelöst werden. Störend auf die Darmflora wirken sich außerdem Antibiotika und Zytostatika aus.
Angeboren
  • Sehr seltener Gendefekt, der im Säuglingsalter auftritt
  • Der Dünndarm des Neugeborenen kann nur sehr geringe Mengen des laktosespaltenden Enzyms oder gar keins produzieren

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Besonderheiten bei Kindern

Von 100 Neugeborenen entwickeln zwei im Laufe ihres ersten Lebensjahres eine Intoleranz gegenüber Milcheiweiß. Bei zirka 80 Prozent dieser Kinder klingt sie allerdings noch vor dem Beginn des Schulalters ab. Junge Patienten mit einer Beta-Laktoglobulin-Sensibilisierung sind jedoch auch noch als Erwachsene gegen dieses spezielle Protein allergisch. Neugeborene und kleine Kinder, die an einer Überempfindlichkeit gegen Milcheiweiße leiden, haben
  • Juckreiz auf der Haut
  • Hautausschläge (Ekzeme, Neurodermitis)
  • Bauchschmerzen und Durchfall
  • Blähungen
  • Verstopfung
  • Übelkeit bis hin zum Erbrechen
Vereinzelt kann es sogar zum lebensgefährlichen anaphylaktischen Schock kommen. Bei Säuglingen und Kleinkindern sind die Symptome deutlicher ausgeprägt als bei größeren Kindern und Erwachsenen.
Laktoseunverträglichkeit bei Kindern

Eine milcheiweißarme Alternative für Säuglinge ist hydrolysierte Babynahrung: Sie enthält nur einen sehr geringen Anteil Kuhmilcheiweiß. Um ganz auf der sicheren Seite zu sein, empfiehlt sich der Kauf von Säuglingsnahrung, die zu 100 Prozent aus Aminosäuren besteht. Ab dem zweiten Lebensjahr können Sie Ihrem Kind dann auch Sojamilch und andere Sojaprodukte geben. Als Milchersatz für jüngere Kinder ist die aus Sojabohnen gewonnene Milch jedoch nicht geeignet.

Ist Ihr Baby allergiegefährdet, sollte es so lange wie möglich gestillt werden. Muttermilch bietet einen ausgezeichneten Schutz vor Infektionen. Außerdem erkranken lange gestillte Babys später wesentlich seltener an Allergien als Säuglinge, die früh abgestillt oder überhaupt nicht gestillt wurden. Experten empfehlen eine Stilldauer von wenigstens einem halben Jahr, wobei Sie Ihrem Kind mindestens fünf Monate lang täglich mehrmals die Brust geben sollten.

Gluten-Intoleranz

Als Gluten bezeichnet man das in vielen einheimischen Getreidearten (Gerste, Weizen, Hafer, Roggen, Dinkel) vorkommende Kleber-Eiweiß. Da viele Fertigprodukte unter Verwendung der genannten Getreide hergestellt werden, enthalten sie natürlich ebenfalls (verstecktes) Gluten. Nach neuesten Schätzungen leidet in Europa jeder hundertste bis zweitausendste Bürger an einer Zöliakie. Patienten mit Glutenunverträglichkeit (Zöliakie, Sprue) sind, anders als Laien gerne vermuten, beispielsweise nicht gleich Weizenallergiker. Zwar leiden beide Patientengruppen nach dem Verzehr von Weizen an Beschwerden wie Bauchschmerzen, allerdings handelt es sich bei der Unverträglichkeit um eine Darmerkrankung, während jede Allergie auf Reaktionen des Abwehrsystems basiert. Allergiker begeben sich mit weizenhaltigen Produkten schlimmstenfalls in Lebensgefahr. 

Bäckerhusten
Auch die Inhalationsallergie Bäckerhusten ist eine Weizenallergie und betrifft vorwiegend die Bäckerberufsgruppe. Bei der Inhalation von Weizenmehl zeigen Betroffene eine allergische Reaktion auf Weizenbestandteile. Die weizenabhängig anstrengungsindizierte Anaphylaxie entspricht einer neuen Allergieform mit lebensbedrohlichen Symptomen in Belastungssituationen.

Weizenallergie

  • reagieren auf Weizenpollen oder Weizenmehlbestandteile
  • Ersatzprodukten wie Soja oder Dinkel essbar
  • Auslöser: Weizenpollen im Sommer
  • Beschwerden: in den Bronchien, auf der Haut und im Darm
  • Überreaktion des Immunsystems

Glutenunverträglichkeit

  • Vermeidung aller Lebensmittel aus Roggen, Weizen, Hafer, Gerste oder Dinkel
  • Symptome: Magen-Darm-Probleme
  • weitere Symptome: Knochenschmerzen, Eisen- und Vitaminmangel, Nierenerkrankungen und Ödeme
  • Reaktion auf bestimmte Eiweiße wie Albumin und Globulin innerhalb der äußeren Schale oder das Klebereiweiß Gluten
Gluten-Intoleranz

Histaminintoleranz

Menschen mit einer Histaminunverträglichkeit wissen oft nicht, dass der Verzehr bestimmter Lebensmittel und Getränke an ihren Beschwerden schuld ist: Sie genießen ihre leckere Käseplatte mit einem delikaten Rotwein und haben in den darauf folgenden Stunden heftige Kopfschmerzen, Juckreiz und eine laufende Nase. Histaminintoleranz (Histaminose)ist die allergische Reaktionen auf das in fermentierten Käsen und Rotwein vorkommende Histamin. Der Dünndarm kann es aufgrund eines Enzym-Defekts nicht abbauen.

Ursachen einer Histaminunverträglichkeit
Erhöht man den Histaminspiegel durch den Verzehr histaminreicher Lebensmittel (reifem Käse, Rotwein, Nüsse, Salami), kann es zu einem Histamin-Überschuss kommen. Dasselbe passiert, wenn man Nahrung zu sich nimmt, die zwar histaminfrei ist, aber die Ausschüttung des körpereigenen Histamins fördert (Schokolade, Erdbeeren). Die Histaminallergie kommt hierzulande nur äußerst selten vor. Gesundheitsexperten schätzen, dass zirka 1 % der Bundesbürger an der Pseudoallergie leiden. Zu den Betroffenen gehören überwiegend Frauen zwischen 35 und 45.

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Symptome einer Unverträglichkeit

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Bei Unverträglichkeiten treten allergietypische Entzündungen der Schleimhäute mit Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Bauchschmerz und Erbrechen, Bronchialbeschwerden wie Asthma sowie Hautveränderungen im Sinne von Nesselsucht, Augenödemen oder Juckreiz auf.

Grundsätzlich kommt bei enzymmangelbedingten Intoleranzen wie der Laktoseintoleranz und Transporter-mangelbedingten Unverträglichkeiten wie der Fruchtzuckerunverträglichkeit auf das Mangelausmaß an. Bei den meisten mangelbedingten Intoleranz-Patienten liegt kein vollständiger Mangel vor.

Spezifische Symptome bei Laktose-, Histamin- und Gluten-Intoleranzen

  • extremer Flatulenz,
  • Magen- und Bauchkrämpfen,
  • Bauchschmerzen,
  • Völlegefühl,
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Völlegefühl
  • Übelkeit & Erbrechen
  • Bauchschmerzen im Bereich des Unterbauchs
  • Durchfall
  • Blähungen
  • Meteorismus
  • laufende oder verstopfte Nase
  • anfallsartig auftretenden Hautrötungen
  • Heiserkeit
  • Juckreiz
  • Nesselsucht
  • Magen-Darm-Problemen
  • Kopfschmerzen
  • Atemnot bis hin zum Asthma-Anfall

Behandlung der verschiedenen Unverträglichkeiten

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Unverträgliche Lebensmittel streichen Betroffene zur Therapie einer Nahrungsmittelunverträglichkeit konsequent vom Speiseplan. Um eine ausgewogene und bedarfsdeckende Ernährung aufrechtzuerhalten, können Ernährungsberater die Ernährungsumstellung begleiten. Strikte Eliminationsdiäten sind meist nicht die beste Wahl.

Einige Allergene und Unverträglichkeitsauslöser lassen sich beispielsweise allein durch den Erhitzungsprozess inaktivieren. Patienten mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten infolge von Enzymmangel erreichen durch die Einnahme der fehlenden Enzyme in Tabletten- oder Kapselform oft außerdem die Möglichkeit zum beschwerdefreien Verzehr der unverträglichkeitsauslösenden Stoffe.

Für Patienten mit allergischen Unverträglichkeiten stehen Hyposensibilisierungstherapien bereit, bei denen der Patientenkörper durch die Gabe von kleinen Allergenmengen unter ärztlicher Aufsicht an die allergieauslösenden Stoffe gewöhnt wird. Allergische Akut-Symptome werden mit Antihistaminika behandelt.

Ganz auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Sie stets ein Notfall-Set mit sich führen. Es umfasst ein kortisonhaltiges Mittel, ein adrenalinhaltiges Medikament (Epinephrin) und ein rasch wirkendes Antihistaminikum.

Diagnose und Behandlung bei Laktoseunverträglichkeit

Bei einer Laktoseunverträglichkeit
Der Laktoseunverträglichkeits-Selbsttest ist ein Expositionstest, auch Provokationstest oder Diättest genannt. Hierbei dürfen die Betroffenen für einen gewissen Zeitrahmen keine Milchprodukte oder Nahrungsmittel, die Milchzucker enthalten, verzehren. Verschwinden die Symptome in diesem Zeitrahmen, so liegt sehr wahrscheinlich eine Laktoseunverträglichkeit vor. Um richtige Klarheit zu erhalten, müssen die Betroffenen anschließend ein Glas mit gelöster Laktose trinken, sodass bei Unverträglichkeit die Symptome wie Durchfall und Baumschmerzen wiederkehren. Der Laktoseprovokationstest ist in Apotheken erhältlich.

Sobald die Diagnose Laktoseunverträglichkeit von einem Arzt bestätigt wurde, sollte für ca. 3 bis 4 Wochen auf milchzuckerhaltige Lebensmittel verzichtet werden, damit sich der Darm etwas regenerieren kann. Das bedeutet: laktosefrei essen. Dabei sollte eine Art Schonkost eingehalten werden. Schwer verdauliche Mahlzeiten sind strikt zu meiden.

Das milchzuckerspaltende Enzym kann zum Beispiel in Form von Pulvern, Lösungen oder Tabletten eingenommen werden, um wieder beschwerdefrei und normal essen zu können. Ein bekanntes Präparat ist zum Beispiel LactoStop. Die Tabletten gibt es in unterschiedlichen Stärken, je nachdem wie stark die Unverträglichkeit ausgeprägt ist.

Behandlung einer Glutenunverträglichkeit

Bei einer Glutenunverträglichkeit
Bei Weizenlebensmittelallergien steht die Vermeidung des auslösenden Allergens im Fokus, so über eine Ernährungsumstellung, bei der Weizen inklusive verwandter Getreidesorten gestrichen wird. Die Diät verbannt neben offensichtlichen Weizenprodukten bestimmte Wurstwaren, Fertiggerichte, Gewürze, Soßen, Suppen, Kaugummis und Bonbons vom Speiseplan. Ernährungsberater raten oft außerdem dazu, zusätzlich auf Grünkern im Sinne von unreifem Dinkel, Einkorn, Emmer sowie Kamut zu verzichten.

Weizeninhalationsallergiker vermeiden ihre Allergene über die Kontaktvermeidung mit Weizenmehl oder Pollen und erhalten im Akut-Fall Glukokortikoide, Antihistaminika oder Inhalationsadrenalinsprays.

Eine Histamin-Intoleranz behandeln
Die in drei Stufen erfolgende und mehrere Monate andauernde Umstellung der Ernährung, die der Betroffene im Rahmen der Diagnose-Erstellung durchführen musste, dient gleichermaßen als Behandlung der Histaminallergie: Sein individueller Speiseplan enthält so wenig Histamin wie möglich. Patienten mit einer Histaminose, die ihre histaminarme Ernährungsweise zeitweilig nicht praktizieren können, erhalten beim Auftreten von Beschwerden Antihistaminika. Kranke mit nachgewiesenem Vitamin B6-Mangel können diesen mithilfe spezieller Nahrungsergänzungsmittel ausgleichen. Arzneimittel, die den Histaminspiegel erhöhen, sollten seitens des behandelnden Arztes durch verträglichere Medikamente ersetzt werden.

Tipps: Unverträglichkeiten vorbeugen

  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten im Sinne von nicht-allergischen Intoleranzen lässt sich nicht vorbeugen.
  • Allerdings können werdende Mütter zumindest allergischen Nahrungsmittelunverträglichkeiten des ungeborenen Kindes vorbeugen, indem sie während der Schwangerschaft auf den Verzehr besonders allergiekritischer Lebensmittel verzichten.
  • Ist der Säugling auf der Welt, hilft das Stillen bis zum vierten oder sechsten Monat zusammen mit dem Verzicht auf Säuglingsnahrung bei der Allergieprävention. Auch während der Stillzeit verzehren Mütter idealerweise keine allergiekritischen Nahrungsmittel und verzichten dementsprechend auf Fisch, Soja, Erdnüsse oder Kuhmilch.
  • Inhaltsstofflisten auf Supermarktlebensmitteln helfen in diesem Zusammenhang beispielsweise dabei, Spuren von Nüssen in der Nahrung auszuschließen.
  • Um einer Histaminunverträglichkeit vorzubeugen, sollten Sie keine stark fermentierten, alten Käsesorten verzehren. Eine gute Alternative sind junge, nicht so reife Käse, Hüttenkäse und Quark.
  • Da auch andere biogene Amine Symptome einer Histaminintoleranz auslösen können, empfiehlt es sich, auch auf Tomaten, Bananen, Himbeeren, Kiwis, Zitrusfrüchte, Erdbeeren, Birnen und Hülsenfrüchte zu verzichten.

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