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Heuschnupfen: Wenn Gräser und Pollen eine Allergie auslösen

Autor: medizinfuchs Redaktion
Gräserallergie: Sommermonate werden zur Qual

Die Gräserallergie gehört zu den Pollenallergien, umgangssprachlich auch Heuschnupfen genannt. Die Allergie ist weit verbreitet: Jeder Sechste leidet zeitweilig an allergisch bedingtem Schnupfen und anderen Symptomen. In den meisten Fällen entwickelt sich der Heuschnupfen bereits im Kindes- und Jugendalter.
 Personen, die an ihr leiden, reagieren auf die Eiweiße bestimmter Gräserpollen allergisch, die in der Pollenflugsaison vom Wind verbreitet werden.

Häufige Symptome

Gelangen die allergieauslösenden Eiweiße auf die Schleimhäute der oberen Atemwege, lösen sie dort eine saisonale allergische Rhinitis aus. Wann sie für den Allergiker beginnt, ist davon abhängig, auf welche Gräser er überempfindlich reagiert. Das können die Samen von Wiesenlieschgras, Wiesenrispengras, Baum- oder Getreidepollen sein. Besonders oft kommt es durch Wiesengräser, Birke, Traubenkraut, Beifuß und Roggen zu einer Überreaktion des Immunsystems. Folgende typische Symptome treten dann auf:

Symptome

  • verstopfte Nase
  • laufende Nase
  • Niesreiz
  • Juckreiz
  • Husten
  • Atemnot
  • gerötete, juckenden, tränende Augen

Behandlung

  • Auslöser meiden
  • Antihistaminika
  • kortisonhaltige Arzneimittel
  • Nasenspray nutzen
  • Hyposensibilisierung
  • nicht bei offenem Fenster schlafen
  • Pollenschutzgitter verwenden

Beschwerden und Ursachen

20 Prozent aller Deutschen leiden an einer Pollenallergie. Laut Meinung verschiedener Mediziner begünstigt eine übertriebene Reinlichkeit das Auftreten einer Pollenallergie, weil sich das „ungeübte“ Immunsystem des Betroffenen nur schwer gegen allergieauslösende Substanzen zur Wehr setzen kann. In vielen Fällen wird eine Pollenallergie zudem vererbt. Viele Pollenallergien treten saisonal bedingt auf:

  • Gräserpollen: Beschwerden überwiegend während der Sommermonate

  • Pollen von Bäumen wie Erle, Birke, Esche und Hasel: Sind auf das Frühjahr beschränkt

  • Kräuterpollen: Leiden im Herbst 

Von Februar oder März bis Juli ist die Belastung mit Heuschnupfen Jahr für Jahr am größten. Die Saison mit der höchsten Konzentration entspricht meist dem Zeitraum zwischen April und Mai. Der Polleninformationsdienst informiert per Pollenkalender über die Hochphase. Auch die Wetterlage spielt für die Pollenkonzentration eine Rolle. Regen und Gewitter verschlimmern den Pollenflug. Jedes zweite Jahr befindet sich die Birke außerdem in den Mastjahren und gibt umso mehr Pollen ab.
allergie selbsttest

Heuschnupfen-Allergie-Selbsttest

Die Beantwortung folgender Fragen hilft dabei, einen bestehenden Verdacht abzuschwächen oder zu erhärten. Betroffene, die mehr als drei Fragen mit "Ja" beantworten, leiden mit hoher Wahrscheinlichkeit unter einer Blütenpollenallergie, sogenanntem Heuschnupfen. Sie sollten sich von einem speziell ausgebildeten Arzt (Allergologe) testen und gezielt behandeln lassen.

  1. Sind nahe Verwandte (Eltern, Großeltern, Geschwister) Allergiker?
  2. Sind die Augen häufiger, ohne erkennbaren Grund gerötet, jucken und tränen?
  3. Juckt die Nase, ist ein starker Niesreiz vorhanden?
  4. Ist die Nase häufig verstopft, läuft sie permanent oder geschieht beides im Wechsel?
  5. Kommen zu den genannten Symptomen möglicherweise noch Kopf- und Gliederschmerzen, Müdigkeit, Mattigkeit und/oder Antriebslosigkeit hinzu?
  6. Treten die Beschwerden vorwiegend im Frühjahr und Frühsommer?
  7. Sind die Beschwerden zu manchen Tageszeiten heftiger?
  8. Verstärken sich die Beschwerden im Freien?
  9. Trat bereits einmal oder mehrfach, ohne vermeintlichen Grund starker Husten, Atemnot oder ein enges Gefühl im Brustraum auf?

Vermeidung von Auslösern

Viele Mediziner sind der Ansicht, dass ein Vermeiden allergieverursachender Pollen die sicherste und zugleich beste Therapieart für Allergiker sei. Dies lässt sich in der Praxis jedoch oftmals nur schwer umsetzen, da allergieauslösende Pollen Strecken von bis zu 300 Kilometern zurücklegen können.

  • Wer unter Heuschnupfen leidet, der durch Gräserpollen ausgelöst wird, erfährt Linderung, wenn er blühende Wiesen möglichst großräumig meidet.
  • Menschen mit einer Allergie gegenüber Blumenpollen sollten die bunte Pracht möglichst durchs geschlossene Fenster hindurch bewundern und auf Blumensträuße in der Wohnung verzichten.
  • Um die Symptome von Heuschnupfen zu lindern, empfiehlt es sich, Bekleidung, die Sie unterwegs tragen, nicht mit ins Schlafzimmer zu nehmen.
  • Außerdem ist es von Vorteil, sich täglich vor dem Schlafengehen die Haare zu waschen und nachts nicht bei offenem Fenster zu schlafen. Alternativ dazu können Sie sich ein Pollenschutzgitter einbauen lassen. 

Viele Allergiker leiden auch an sogenannten Kreuzallergien. Dabei reagiert der Körper nicht nur auf Pollen und Gräser, sondern auch auf bestimmte Lebensmittel und Gewürze:
  • Auslösende Gewürze: Anis, Dill und Basilikum, Chili, Kümmel, Oregano, Koriander
  • Reaktionen auf Obst: Steinobst, Bananen, Kiwis
  • Mit Gemüsearten: Karotte, Tomate, Cashewkernen, Erdnüssen oder Soja 

Behandlung Heuschnupfen

Behandlung Heuschnupfen

Da es keine hundertprozentige Sicherheit gibt, den Pollen ausweichen zu können, lassen Sie sich am besten Antihistaminika oder kortisonhaltige Mittel verschreiben. Zur Behandlung der entzündeten Augen sind antiallergische Augentropfen gut geeignet. Kortisonhaltige Nasensprays machen die verstopfte Nase wieder frei und lindern die Entzündung. Antihistaminika in Tablettenform reduzieren sämtliche allergischen Beschwerden, da sie die Ausschüttung von Histamin unterdrücken.

Anhand des Pollenflugkalenders kann der Arzt Rückschlüsse auf den speziellen Auslöser ziehen. Danach führt er einen Allergietest (Prick-Test) durch. Er gibt jeweils einen Tropfen mit den möglichen Allergenen auf die Haut und ritzt die jeweilige Stelle leicht an. Findet er etwa eine Viertelstunde später an einigen Stellen eine juckende Schwellung vor, handelt es sich um die Auslöser. In 80 Prozent aller Fälle stimmen die Ergebnisse des Prick-Tests mit den Erkenntnissen aus der Anamnese und dem Untersuchungsergebnis der Nasenschleimhaut überein. Daneben gibt es RAST, IgE, die molekulare Allergiediagnostik und den Provokationstest.

Bei rund 20 Prozent aller getesteten Personen liefert der Pricktest keine eindeutigen Ergebnisse. Dafür gibt es verschiedene Ursachen, wie:
  • die betroffene Person leidet unter Neurodermitis oder einer anderen Hauterkrankung
  • obwohl alle Anzeichen für Heuschnupfen sprechen, reagiert der Körper nicht auf die verabreichten Pollenextrakte
  • es reagieren zu viele Hautstellen, sodass keine gezielte Desensibilisierung möglich ist
  • kleine Kinder können mitunter ihre Arme nicht lange genug stillhalten
Prick-Test bei Allergien

Hyposensibilisierung bei Allergie

Die Hyposensibilisierung ist in vielen Fällen von Allergien des Soforttyps hilfreich. Sie bewirkt eine Verbesserung der Beschwerden und kann diese sogar langfristig zum Verschwinden bringen. Es gibt die Möglichkeit, diese Therapie mit Impfungen, die vom Arzt verabreicht werden oder mit Tabletten oder Tropfen zu Hause durchzuführen.

Mit dieser spezifischen Immuntherapie, auch unter der veralteten Bezeichnung Desensibilisierung bekannt, lassen sich Allergien langfristig behandeln. Das Ziel dieser Therapie ist, dass sich das Immunsystem an die allergieauslösenden Stoffe gewöhnt und somit der Verlauf der Allergie günstig beeinflusst wird. Dabei wird die Sensibilisierung des Körpers gegenüber dem Allergen etappenweise herabgesetzt, bis es nur noch geringe oder keine allergischen Beschwerden mehr verursachen kann. Umgangssprachlich wird diese Therapie teilweise auch als Allergie-Impfung bezeichnet.

Hyposensibilisierung: Zwei Möglichkeiten

Hyposensibilisierung

Klassische Therapie mit Spritzen
Die klassische Therapie läuft in zwei Phasen ab und muss fortlaufend über drei Jahre angewendet werden. 

1. Phase - Anfangsbehandlung (Steigerungsphase):
In dieser Zeit spritzt der Allergologe wöchentlich einen entsprechenden Allergenextrakt unter die Haut. Die Dosis wird dabei Woche für Woche bis zu einer gewissen Maximalmenge erhöht. Wenn keine Nebenwirkungen auftreten, wird mit der Erhaltungstherapie begonnen.
2. Phase - Erhaltungstherapie:
In dieser Phase impft der Arzt die Maximaldosis einmal im Monat, damit sich nun das Immunsystem an das Allergenextrakt gewöhnen kann.

Ein großer Vorteil bei der Spritzentherapie ist, dass die Patienten unter einer kontinuierlichen Kontrolle durch den Arzt stehen. Außerdem muss diese Form der Therapie nicht täglich durchgeführt werden. Mit der Spritzentherapie kann im Gegensatz zur Tablettentherapie eine breit gefächerte Bandbreite an Allergien behandelt werden.

Behandlung für zu Hause mit Tabletten
Die Hyposensibilisierungstherapie mittels Tabletten ist sehr patientenfreundlich und eine sehr effektive Form der Therapie. Die erste Tablette muss unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden, damit kontrolliert werden kann, ob eine mögliche allergische Reaktion besteht. Ist alles in Ordnung, können die Tabletten täglich zu Hause eingenommen werden. Die Tablette wird dabei unter die Zunge gelegt (sublinguale Impfung). Dort löst sie sich in nur wenigen Sekunden auf. Die Therapie verläuft über drei Jahre und steht aktuell für Hausstaubmilbenallergiker sowie für Gräser- und Roggenpollen-Allergiker zur Verfügung. Diese Form der Therapie benötigt von den jeweiligen Patienten viel Selbstdisziplin, vor allem bei Verbesserung der Symptome oder in den Monaten nach Ende der Pollenflugsaison.

Weitere Therapievarianten

weitere Behandlungsmöglichkeiten und Therapien

Kurzzeittherapie:
Die Kurzzeittherapie wird präsaisonal durchgeführt. Hierbei werden nur einige Spritzen vor der Pollenflugsaison verabreicht. Insgesamt läuft dieses Verfahren ebenso über drei Jahre.

Intrasaisonale Immuntherapie:
Bei der intrasaisonalen Therapie werden ebenso wie bei der klassischen Therapie ansteigende Dosen des Allergens verabreicht, auf das die Patienten allergisch reagieren. Neu ist bei dieser Therapie allerdings, dass die Allergenlösung höher aufgereinigt wird und damit besser verträglich ist. Deshalb kann sie auch während der Pollensaison durchgeführt werden.

Homöopathische Mittel & Hausmittel bei Pollenallergien

Homöopathische Medikamente und Hausmittel allein ersetzen die schulmedizinische Behandlung von Allergien nicht. In Kombination mit den bewährten Allergiemedikamenten und einer Hyposensibilisierung können Haus- und Naturheilmittel allergische Symptome allerdings lindern. Zu den verbreitetsten Mitteln zählen:

  • Tees auf der Basis von Salbei, Schafgarbe, Mariendistel und Brennnessel
  • Säfte mit Aloe Vera zur Entzündungshemmung
  • Lösungen mit Wirkstoffen wie Zink oder Vitamin A, C und E zur Verminderung allergischer Entzündungsrektionen und Verbesserung der Allgemeinkonstitution
  • natürliche Antibiotika wie Manuka-Honig, dessen hoher MGO-Gehalt entzündungslindernd wirkt
  • Ergänzungsmittel mit Omega-3-Fettsäuren zur Immunstärkung bei gleichzeitiger Entzündungshemmung

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