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Tierhaarallergie: Wenn das Kuscheln mit Hund & Katze krank macht

Autor: medizinfuchs Redaktion
Tierhaarallergie: Wenn das Kuscheln mit Hund & Katze krank macht
Wer eine Tierhaarallergie hat, leidet oft darunter, dass er sein Zuhause nicht mit einem Haustier teilen darf. Die Beschwerden auslösenden Allergene verteilen sich über die Atemluft und nicht nur über die Tierhaare. Er muss die Nähe zu Tieren meiden und auf sämtliche Einrichtungsgegenstände verzichten, in denen Tierhaare und Federn verarbeitet wurden. Sogar der gelegentliche Kontakt zu Tierhaltern bleibt oft nicht ohne Folgen.

Tierhaarallergie - Was ist das?

Als Tierhaarallergie bezeichnet man die allergische Reaktion auf spezifische Proteine, die sich in tierischen Ausscheidungen befinden. Sie kommen im Talg, Speichel, Schweiß, Kot, Urin und in den Hautschuppen der Tiere vor und werden vor allem über ausfallende und ausgekämmte Tierhaare verbreitet.
  • Personen, die an der Allergie des Soforttyps (Typ I-Allergie) leiden, reagieren nicht nur auf Haustiere wie Hunde, Katzen, Meerschweinchen und Kaninchen, sondern auch auf Wild- und Nutztiere überempfindlich.
  • Zu den Tierhaarallergien gehört auch die wesentlich seltener vorkommende exogen-allergische Alveolitis. Bei dieser Typ III/Typ IV-Allergie sind vor allem die Lungenbläschen (Alveolen) betroffen. Man findet die Berufskrankheit häufig bei Nutztierhaltern und Vogelzüchtern.

Die Tierhaarallergie gehört nach der Pollenallergie und der Überempfindlichkeit gegen den Kot der Hausstaubmilbe zu den hierzulande am weitesten verbreiteten allergischen Erkrankungen: Jeder zehnte Bundesbürger kann die tierischen Eiweißverbindungen nicht vertragen.

Die Allergie auf Hunde und Katzen

allergie gegen tiere

Hunde:
In deutschen Haushalten leben 8, 6 Mio. Hunde. Der Hund zählt damit neben Katzen zu den beliebtesten Haustieren. Nichtsdestotrotz führen Hunde bei Menschen mit hypersensiblem Immunsystem zu den Beschwerden einer Inhalationsallergie. Nicht Hundehaare rufen die Symptome hervor, sondern Proteine.   Zwar bleibt die Katzenallergie unter den Tierhaarallergien die häufigste, trotzdem unterliegen auch Hundeallergien mit schätzungsweise 16 % der erwachsenen Bevölkerung weiter Verbreitung.

Katzen:
Geraten Menschen die an einer Katzenallergie leiden mit Hautschuppen, Speichel oder Urin der Katzen in Kontakt, so erkennt ihr Immunsystem darin enthaltene Proteine fälschlicherweise als Krankheitserreger und leitet Abwehrreaktionen ein.

Entstehung der Allergie

Wie entsteht eine Tierhaarallergie?

Die Allergie gegen die über Tierhaare verbreiteten Proteine ist erblich bedingt. Sie kommt durch eine genetisch bedingte, zu intensive Immunreaktion zustande. Das menschliche Abwehrsystem bildet Immunglobulin E-Antikörper gegen die eigentlich harmlosen Eiweiße und schüttet den Botenstoff Histamin aus. Er verursacht die allergischen Symptome.

Die krank machenden tierischen Proteine haften an Tierhaaren und gelangen so auch ins Umfeld des Allergikers. Katzenallergene werden noch zusätzlich über die Luft verbreitet. Über die Atmung gelangen sie auf die Nasenschleimhaut und in die unteren Atemwege, wo sie eine entzündliche Reaktion auslösen.

Auslösende Proteine bei Hunden und Katzen

Bei den Allergenen der Hundehaarallergie handelt es sich statt um Haare vorwiegend um das Protein Can f 1 innerhalb der Hautschuppen und des Hundespeichels. Die Vierbeiner geben die Hundeallergene in die Luft ab, wodurch sie in Kontakt mit dem Allergiker geraten. Bei Inhalationsallergien wie der Hundeallergie wird vor allem die eintrittsstellennahe Schleimhaut der Atemwege zum Angriffspunkt der Immunreaktion.

Für 90 % aller Katzenhaarallergiker handelt es sich bei dem ursächlichen Allergen um das Protein Fel d 1. Auch die Proteine Fel d 2 bis 7 können Symptome auslösen.

Symptome bei einer Tierhaarallergie 

  • Niesreiz
  • allergischer Schnupfen
  • Husten
  • Atemnot
  • Halskratzen
  • tränende, juckende oder brennende Augen
  • gestörte Konzentration
  • Schlafstörungen

In schweren Fällen kommt es zu einer Bindehautentzündung. Aus der Atemnot kann sich sogar ein allergisches Asthma entwickeln, falls sich der Betroffene nicht behandeln lässt. Bei manchen Patienten verursachen die Allergene noch zusätzlich Hautausschläge.

Unterschiedliche Symptome bei verschiedenen Rassen

Im Vergleich zu Hundeallergenen gelten Katzenallergene als aggressivere Proteine und führen dementsprechend öfter zu schwerwiegenderen Symptomen. Vorwiegend sind die Haut und die Schleimhäute der Atemwege betroffen. Häufig reagieren Katzenallergiker nicht auf jede beliebige Katze allergisch, sondern leiden nur im Kontakt mit bestimmten Individuen an Symptomen. Forscher gehen mittlerweile von einer genetischen Allergiebasis aus. Die Veranlagung zu Allergien eines bestimmten Typen lässt sich an familiärer Häufung nachvollziehen, wie sie im Hinblick auf allergische Belastungen viele Familien betrifft.

Typisch für eine Hundehaarallergie ist, dass die Hunderassen ein unterschiedlich hohes allergenes Potenzial haben: Kurzhaarrassen verursachen öfter Beschwerden als Hunderassen mit langen Haaren. Das ist bei Katzenallergien nicht der Fall.

Häufige Fragen zum Thema Tierhaarallergie

Da die allergenen Eiweiße von Katzen und Hunden einen ähnlichen molekularen Aufbau haben, sind Menschen mit einer Hundehaarallergie auch gegen Katzenhaare allergisch (Kreuzallergie). Bei der Vogelallergie reagieren die Betroffenen auf die im Vogelkot und in den Federn befindlichen Allergene.
Saugen Sie Ihre Wohnung täglich mit einem Staubsauger, der einen Tierhaar-Filter hat. Außerdem sollten Sie alle Böden ohne Teppich einmal pro Tag feucht wischen. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Haustier nicht bei Ihnen im Schlafzimmer übernachtet und lassen Sie es möglichst nicht auf Ihren Sitzmöbeln Platz nehmen.
In den seltensten Fällen reagieren Hundehaarallergiker auf alle Hunderassen allergisch. Oft bleiben die Betroffenen im Kontakt mit Sorten wie dem Pudel beschwerdefrei, während die Kontaktaufnahme mit anderen Arten Symptome hervorruft. Von Rasse zu Rasse produzieren Hunde unterschiedliche Mengen an Can f 1. Während Hundehalter im Kontakt mit Boxern beispielsweise oft allergische Reaktionen zeigen, gelten Sorten wie der Portugiesische Wasserhund als Allergiker-freundliche Rassen. Nicht nur die Hundeart spielt für die produzierte Proteinmenge eine Rolle: Von Individuum zu Individuum kann es sogar innerhalb derselben Rasse gravierende Unterschiede geben. Mittlerweile halten Allergieärzte für allergische Reaktionen eines bestimmten Typen genetische Veranlagung für den wichtigsten Risikofaktor.

Behandlung einer Tierhaarallergie

Der Tierhaarallergiker hat grundsätzlich die Möglichkeit, den Kontakt mit Tieren und Tierhaltern zu meiden, damit es bei ihm nicht zu Beschwerden kommt. Das ist in der Realität oft schwierig, da man bei manchen Menschen nicht weiß, ob sie Tiere haben oder nicht. Allerdings kann er Kleidungsstücke und Matratzen, bei deren Herstellung Tierhaare verwendet wurden, aus seinem Zuhause entfernen. Eine bewährte Methode ist die medikamentöse Behandlung der Symptome. Der Facharzt für Allergologie verschreibt Ihnen dafür
  • Glukokortikoide (Tropfen)
  • Antihistaminika (Tabletten) oder
  • adrenalinhaltige Sprays für Inhalationen

Allergische Hautausschläge bessern sich, wenn Sie eine Creme auftragen, die Urea (Harnstoff) oder Dexpanthenol beinhaltet.

Fallen die Symptome in ihrer Ausprägung nur gering aus, dürfen die Tiere eventuell weiter im Haushalt leben. Besonders das Schlafzimmer sollten sie aber nicht betreten. Im Akut-Fall werden Allergiker durch Mittel wie Antihistaminika oder Medikamente wie adrenalinhaltige Inhalationssprays behandelt. Unbehandelte Allergien führen oft zu starken Beeinträchtigungen der Bronchialschleimhaut und können sich zu allergischem Asthma bronchiales entwickeln.

Hyposensibilisierung

Die bestmögliche therapeutische Option ist jedoch die Immuntherapie (Hyposensibilisierung). Sie beseitigt die Ursache der Tierhaarallergie. Der Arzt injiziert Ihnen drei Jahre lang das Allergen und gewöhnt Ihr Immunsystem an den Auslöser. Er verwendet dazu das im Tierspeichel enthaltene Eiweiß Fel-d1. Es verursacht in 9 von 10 Fällen die belastenden Beschwerden und wird anfangs vier Wochen lang einmal pro Woche in ansteigender Dosierung gespritzt. Danach erhalten Sie jeweils eine Injektion pro Monat.

Diagnose durch Prick-Test

Wie stellt der Arzt eine Tierhaarallergie fest?

Welches Allergen für die Symptome verantwortlich ist, stellt der untersuchende Arzt mithilfe eines Allergietests (Prick-Tests) fest. Er tropft verschiedene Allergene auf die Haut des Unterarms und ritzt die jeweiligen Stellen dann leicht an. Etwa eine Viertelstunde später ist die mit dem Tierhaarallergen beträufelte Stelle geschwollen und gerötet. Zur Sicherung der Diagnose entnimmt er seinem Patienten noch eine Blutprobe und lässt sie im Labor auf bestimmte Antikörper untersuchen (Enzym-Allergo-Sorbent-Test). Ein Provokationstest, bei dem er ihm seinen Auslöser direkt über die Nase verabreicht, liefert weitere Informationen.

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