Hilfe zum Preisvergleich Tel: 030 - 94 888 740 Di-Do von 10-15 Uhr

nach oben

Windpocken: Wissenswertes und hilfreiche Tipps

windpocken
Windpocken sind eine klassische Kinderkrankheit, die lange der Pockenkrankheit zugeordnet wurde.

Die wichtigsten Informationen zu Windpocken

Ab dem 16. Jahrhundert setzte sich die Erkenntnis durch, dass es sich um eine ganz eigenständige Erkrankung handelt. Den Begriff Windpocken findet man zum ersten Mal 1632 beim deutschen Arzt Daniel Sennert. Eine klare Abgrenzung nahm zum ersten Mal der englische Mediziner William Heberden im 18. Jahrhundert vor. Dennoch wurde von Wissenschaftlern bis ins 19. Jahrhundert darüber gestritten, ob die Windpocken eine eigene Krankheit oder eine Sonderform der Pocken sind. Der Nachweis für eine Verbindung zwischen Windpocken und Gürtelrose konnte im Jahre 1925 erbracht werden. Erst 1947 gelang es Medizinern, das verantwortliche Virus (den Erreger) mit Hilfe eines Elektronenmikroskops nachzuweisen.

tröpcheninfektion mit lebenslanger immunität

Windpocken (auch Wasserpocken oder Spitzblattern genannt) ist eine hoch ansteckende Tröpfcheninfektion, von der fast ausschließlich Kinder vor dem 14. Lebensjahr betroffen sind. Der größte Teil der Patienten verfügt danach über eine lebenslange Immunität gegen die Krankheit. Dies ist ein Grund dafür, dass sie zu den Kinderkrankheiten gezählt wird. Aber nicht nur Kinder können von der Erkrankung betroffen sein. Eine Erstinfektion in fortgeschrittenem Alter ist zwar selten, kann aber auch Erwachsene treffen. In diesen Fällen nimmt die Krankheit oft einen schwereren Verlauf, als dies bei Kindern der Fall ist.

Häufige Fragen zum Thema Windpocken

Die Inkubationszeit bei dieser Erkrankung beträgt etwa zwei Wochen. Die ansteckende Phase beginnt circa zwei Tage vor dem Auftreten des Hautausschlags und ist nach dem Verkrusten der letzten Bläschen überstanden. Sobald Komplikationen auftreten, kann sich die Dauer auf einen längeren Zeitraum von mehreren Wochen ausdehnen. Zur Dauer einer Windpockeninfektion gibt es aber sehr unterschiedliche Informationen.
Wie bei allen Kinderkrankheiten sollten Sie als Eltern Ihr Kind prophylaktisch gegen den Varizella-Zoster-Virus, Mumps, Masern und Röteln vom Haus- bzw. Kinderarzt impfen lassen und so das Übertragen einer Infektion verhindern. Seit 2004 wird eine solche Impfung in der Bundesrepublik allgemein von den Ärzten empfohlen. Seit 2013 ist eine Windpockenerkrankung meldepflichtig.
Eine etwas unorthodoxe Methode der Vorbeugung hat sich in Großbritannien und den USA entwickelt. Dort veranstalten Familien so genannte Pocken-Partys (pox-parties), bei denen sie die Kinder bewusst mit dem Erreger in Kontakt bringen, um die Erkrankung herbeizuführen. Dieselbe Methode gibt es auch für Masern und Röteln. Ziel ist die lebenslange Immunität der Kinder nach dem Abklingen der Kinderkrankheiten. Diese Partys sind zwar eine nicht alltägliche Behandlung, aber sie ersparen Impfungen und bekämpfen die Varizellen durchaus erfolgreich.
Eine vorbeugende Maßnahme, um eine Ansteckung innerhalb der Familie zu vermeiden und die Gesundheit zu erhalten, ist auch ein Kontaktverbot mit erkrankten Kindern für Mitglieder der Familie bzw. des eigenen Nachwuchs. Dies gilt vor allem, wenn er noch gar keine Windpocken hatte oder nur an einer sehr leichten Form erkrankt war. In diesem Fall besteht nämlich kein ausreichender Schutz vor einer erneuten Infektion.
Besonders in der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten. Zwar sind nur drei bis vier Prozent aller gebärfähigen Frauen nicht immun und es infizieren sich relativ wenige Schwangere mit dem Varizella-Zoster Virus. Dennoch sind Schwangere aufgrund ihres veränderten Immunsystems einer größeren Anfälligkeit für Infektionen ausgesetzt. Schwangere können bei Windpockenerkrankungen beispielsweise sehr viel häufiger als Nichtschwangere an Komplikationen wie etwa einer Lungenentzündung erkranken.

Die Sterblichkeit steigt bei solchen Lungenentzündungen etwa um 30 Prozent. Ist eine schwangere Frau mit dem Erreger infiziert, kann sie ihm über den Mutterkuchen die gesamte Schwangerschaft hindurch an ihr ungeborenes Kind weitergeben. Die Auswirkungen der Viren können, je nach Zeitpunkt der Infektion in der Schwangerschaft, von einer harmlosen Infektion bis zu einer Fehlgeburt reichen.

Auch dieses Risiko zeigt deutlich, dass eine Impfung im Kindesalter notwendig und vorbeugend ist. Neben Schwangeren gehören auch Menschen zur Risikogruppe, deren Körper durch ein geschwächtes Immunsystem beeinträchtigt ist. Beispielsweise erwachsene HIV-Patienten bzw. Menschen mit anderen Immunschwächeerkrankungen sind besonders anfällig für eine Infektion mit Varizellen bzw. mit Röteln, Masern oder Mumps. Durch die Ansteckung kann es zu Komplikationen kommen, die zu einem problematischen Verlauf der Erkrankung führen können.

Was ist die Ursache für Windpocken?

Sie werden durch das so genannte Varizella-Zoster-Virus (ein Herpes-Virentyp) ausgelöst, das hoch ansteckend ist. Ursächlich für das Übertragen und eine Infizierung mit dem Virus ist der unmittelbare Kontakt mit den symptomatischen Bläschen, z. B. bei Kontakt mit dem Körper eines Infizierten. Eine weitere Möglichkeit ist die so genannte Tröpfcheninfektion, bei der eine bisher nicht infizierte Person Tröpfchen aus der Atemluft (Exspirationströpfchen) einer bereits infizierten Person einatmet.
Impfen als schutz möglich

Eine solche Ansteckung kann bis etwa zwei Tage vor Ausbruch des typischen Hautausschlags (Exanthems) erfolgen. Es besteht ebenfalls die Möglichkeit, sich auch ohne direkten Kontakt zu Infizierten über die Luft mit dem Virus zu infizieren. Dies ist möglich, da es über mehrere Meter hinweg lebensfähig bleibt und sich mit der Luft bewegen kann (daher die Bezeichnung Windpocken). Eine Ansteckung durch Kontakt mit Spielzeug oder Kleidung ist normalerweise ausgeschlossen. Auch bei bereits aufgetretenem Hautausschlag ist eine Übertragung nicht mehr möglich, da bereits zu viele Tage vergangen sind.

Echten Schutz für Kinder bietet in der Regel das Impfen, durch welches eine Übertragung verhindert wird. Eine solche Impfung kann jeder Hausarzt durchführen.

Welche Symptome treten bei Windpocken auf?

Hier muss man unterscheiden zwischen den Symptomen bei Kindern und denen bei Erwachsenen. Als typische Symptome bei erkrankten Kindern gelten kurzes, leichtes Fieber sowie Glieder- und Kopfschmerzen. Am nächsten Tag entstehen dann die klassischen Flecke. Diese entwickeln sich schnell zu kleinen Knötchen und bilden schließlich innerhalb kürzester Zeit in ihrer Mitte etwa reiskorngroße Bläschen. In seltenen Fällen sind diese Flecke und Bläschen an den Mund-, Augen- oder Nasenschleimhäuten bzw. im Genital- oder Afterbereich zu finden.
hautausschlag durch windpocken

Bei Kindern verläuft die Krankheit in der Regel ohne Komplikationen. Etwa drei bis fünf Tage nach dem Auftreten des Hautausschlags klingt sie schließlich ab. Die Kruste der Bläschen fällt normalerweise einfach ab, ohne Narben zu hinterlassen. Dazu ist es allerdings notwendig, dass Sie als Eltern das Kind daran hindern, sich zu kratzen.

Erkranken Erwachsene, so reagiert der Körper anders und der Verlauf ist oft problematischer. Neben den klassischen Symptomen wie Fieber und Hautausschlag kommt es sehr häufig bei fortgeschrittenem Alter zu Gehirnhautentzündung, Lungenentzündung sowie Beschwerden im Magen-Darm-Trakt. In diesen Fällen sollte unbedingt der Arzt konsultiert werden. Er kann durch eine gezielte Diagnose, die entsprechende Behandlung und Medikamente die Symptome bekämpfen. Informationen zu den Ursachen, der adäquaten Behandlung sowie die vorbeugenden Impfungen erhalten Sie bei Ihrem Hausarzt oder im Internet.

Wie werden Windpocken behandelt?

Bei einem unkomplizierten Verlauf werden lediglich die Symptome behandelt. Nach der Infizierung ist eine Impfung nicht mehr hilfreich. Es werden also keine Medikamente gegen die Ursache verordnet, sondern nur die Beschwerden und Begleiterscheinungen versorgt, beispielsweise das Fieber oder der Juckreiz. Auf diese Weise wird zudem Komplikationen wie bakterielle Entzündungen entgegengewirkt.

Die folgenden Methoden finden Anwendung:
  • Aufenthalt in kühler Umgebung, um den Juckreiz zu reduzieren
  • Schneiden der Fingernägel, um starkes Kratzen sowie Entzündungen zu verhindern
  • Baden, um den Juckreiz zu lindern
  • Einnahme von Medikamenten, die den Juckreiz lindern

Zeigt sich ein schwerer Krankheitsverlauf, besteht die Möglichkeit, die Windpocken-Erreger auf direktem Wege zu bekämpfen. Dabei nutzt der Arzt so genannte Virustatika, Medikamente, welche gezielt die Viren angreifen. Solche Virustatika sind hauptsächlich für Patienten vorgesehen, die ein geschwächtes Immunsystem besitzen.

Wie stehen Windpocken und Gürtelrose in Verbindung?

gürtelrose und windpocken beides herpes virus

Gürtelrose wird auch als Herpes Zoster (auch einfach Zoster genannt) bezeichnet. Die Gürtelrose oder Kopfrose ist eine Viruserkrankung und wird durch das Varizella-Zoster-Virus (VZV) hervorgerufen, welches zur Familie der Herpesviren gehört. Damit wird die Verbindung zwischen beiden Erkrankungen deutlich. Beide Krankheiten besitzen also dieselbe Ursache und Patienten mit Windpocken haben häufig auch unter Herpes Zoster zu leiden. Der Zusammenhang besteht darin, dass durch eine Herpes Zoster Erkrankung auch eine Windpockenerkrankung verursacht werden kann, selbst dann, wenn der Betroffene vorher weder eine Windpockeninfektion noch eine Impfung hinter sich gebracht hatte.

Vor allem bei Erwachsenen brechen beide Krankheiten häufig aus. Nach aktuellen Informationen aus Medizinerkreisen ist das Übertragen der auslösenden Viren bei Erwachsenen also in diesem Fall nicht notwendig. Eine Impfung gegen beide Krankheiten ist im Erwachsenenalter nicht mehr sinnvoll.

Artikel empfehlen:

Bestseller Windpocken

› mehr