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Masern: Vorher Impfen oder die Infektion durchstehen?

masern meldepflichtige erkrankung
Masern sind eine durch den Masernvirus ausgelöste, hoch ansteckende Infektion, die meistens bei Kindern und Jugendlichen anzutreffen ist.
Der lateinische Name der Masern "Morbilli" leitet sich vom Wort Morbus ab, welches im allgemeinen Krankheit bedeutet. Eine Infektion mit dem Masernvirus ist für gewöhnlich mit Symptomen gekennzeichnet, die denen einer Grippe sehr ähneln, unter anderem Infektionen der oberen Luftwege. Trotz der guten Möglichkeiten zu impfen, treten in Mittel- und Osteuropa noch heute häufig Erkrankungen durch Masern auf.

Impfplicht: Ja oder Nein?

In Ländern mit Impfpflicht, wie etwa Norwegen, gilt die Krankheit als weitestgehend ausgerottet. Hier auftretende Fälle sind extrem selten und werden meistens durch Touristen ausgelöst, die erkrankte Personen oder resistente Erreger einschleppen. In Deutschland sind diagnostizierte Fälle meldepflichtig. Es gilt hier, dass der Verdacht auf eine Masern, die tatsächliche Infektionskrankheit und auch eventuelle Todesfälle, die durch das Virus ausgelöst wurden, umgehend dem Gesundheitsamt gemeldet werden müssen. Neben Röteln und Mumps, ist sie eine der bekanntesten Erkrankungen, die Kinder betrifft und kann durch Impfen der vom Stiko des RKI empfohlenen MMR verhindert werden.

Wie werden Masern ausgelöst?

Die Maserninfektion wird wie die meisten viral ausgelösten Infektionskrankheiten durch direkten Kontakt mit einem Erkrankten, aber auch durch Tröpfcheninfektionen über die Atemluft ausgelöst. Der Infekt gilt als hoch ansteckend und äußerst aggressiv, so dass es bei direktem Kontakt mit einem infizierten Patienten mit fast sicherer Wahrscheinlichkeit zu einer Ansteckung kommt. Auch bei der aerogenen Übertragung (über die Luft), reichen jedoch wenige Tröpfchen aus, um eine Ansteckung auszulösen. Diese werden beispielsweise beim Husten oder Niesen freigesetzt.
ansteckung durch virus

Nach einer Ansteckung mit dem Virus, kommt es jedoch meist nicht sofort zum Ausbruch der Masern. Meistens liegt zwischen diesen beiden Stadien eine relativ lange Inkubationszeit von acht bis zehn Tagen. Diese lange Inkubationszeit führt dazu, dass Masern schon dann weiter übertragen werden können, wenn der Betroffene sich noch gar nicht krank fühlt und noch keine typischen Symptome aufweist. Informationen, wie sich Betroffene in dieser Zeit zu verhalten haben, erteilt der zuständige Arzt. Das deutlichste Symptom der Masern, der typische rote Ausschlag, tritt für gewöhnlich erst etwa 14 Tage nach der Ansteckung mit dem Virus auf.

In dieser Phase der Erkrankung sind die Patienten hochgradig ansteckend. Etwa vier Tage nach Beginn des Ausschlages ebbt das Infektionsrisiko für Andere deutlich ab und der Patient kann die Erkrankung nun nicht mehr weitergeben, obwohl er sich selbst meist noch sehr krank fühlt. Voraussetzung für den Rückgang der Ansteckungsgefahr ist jedoch eine adäquate Behandlung der Infektion und ihrer Symptome.

Symptome

  • Schnupfen, Husten, Halsschmerzen
  • hohes Fieber
  • Schwäche
  • Flecken im Rachenraum
  • roter Ausschlag am ganzen Körper
  • starkes Jucken

Behandlung

  • strikte Bettruhe
  • viel Trinken
  • elektrolythaltige Speisen
  • fiebersenkende Mittel
  • Personen in der Umgebung Nachimpfen

Symptome und Begleiterkrankungen

Vorphase, Vorläuferphase oder Prodromalstadium: 
  • Nach der Inkubationszeit der Masern treten bei fast allen Patienten zunächst Symptome auf, wie man sie bei einer Grippe/Influenza erwarten würde. Charakteristisch sind hier vor allem Beschwerden im Bereich der oberen Atemwege wie etwa Schnupfen, Husten und Bronchitis, aber auch starke Halsschmerzen und Schluckbeschwerden.
  • Auch Entzündungen der Nasennebenhöhlen und der Stirnhöhle sind keine Seltenheit.
  • Zu den grippalen Symptomen können oft auch noch andere Erscheinungen wie etwa hohes Fieber, Bindehautentzündungen und verquollenes Gesamtaussehen kommen.
  • Patienten klagen in dieser Phase oft über Unwohlsein und Schwäche.
  • Ein weiteres typisches Zeichen sind die sogenannten Koplik-Flecken. Diese sind kleine Flecken im Bereich der Mundschleimhaut, die wie Sandkörnchen aussehen und besonders im Bereich der Backenzähne, aber auch im Rachenraum auftreten. Meist verschwinden diese Flecken innerhalb kurzer Zeit wieder vollständig.
  • Dieses Stadium dauert gewöhnlich drei bis fünf Tage. 
fieber im zweiten stadium
zweiten Stadium der Maserninfektion:
  • Hier kommt es zu dem für die Erkrankung typischen roten Ausschlag, der sich für gewöhnlich von den Ohren beginnend über das Gesicht auf den ganzen Körper ausbreitet. Dieser Ausschlag zeigt sich in Form von großflächigen, tiefroten Flecken, welche lediglich im Gesicht etwas blasser ausfallen können.
  • Patienten leiden in der Ausschlagphase häufig an hohem Fieber bis über 40° C und starker Müdigkeit sowie Schwäche.
  • In einigen Fällen kommt es außerdem zu Einblutungen in die oberen Hautschichten.
  • Diese hochgradig ansteckende Krankheitsphase dauert zwischen 4 Tage und einer Woche an und bildet die Hochphase der Infektion.
dritte Phase, die Erholungsphase, auch Rekonvaleszenz:
  • In dieser Phase ebbt der typische Ausschlag ab und bildet sich vollständig zurück.
  • Bei einigen Patienten kommt es dabei zu einer schuppigen Hautflechte am gesamten Körper, wobei Hände und Füße nicht betroffen sind. Auch diese Schuppen verschwinden jedoch mit der Regeneration der Haut wieder vollständig, können aber vorübergehend für starkes Jucken sorgen.
  • Während der Rekonvaleszenz kommt es außerdem zum Erstarken des körpereigenen Immunsystems. Die Abwehrkräfte kehren zu ihrer ursprünglichen Stärke zurück, jedoch ist der Patient besonders am Anfang noch äußerst anfällig für Infektionen und Folgeerkrankungen.

Diagnose und Behandlung

Die Diagnose von Masern ist durch einen Arzt oder Kinderarzt meist problemlos und relativ schnell möglich, da diese ein sehr typisches Erscheinungsbild aufweisen.
Zur Untermauerung der Diagnose werden des Weiteren verschiedenen labordiagnostische Untersuchungen herangezogen, wie etwa Nachweis des Masernvirus innerhalb einer angelegten Blutkultur des betroffenen Patienten.
Bereits der Verdacht auf Masern ist von jeweiligem Arzt noch vor Bestätigung der Diagnose an das zuständige Gesundheitsamt zu melden und gegebenenfalls im Anschluss zu bestätigen. Sollte es zu Komplikationen im Krankheitsverlauf kommen, sind weitere diagnostische Maßnahmen erforderlich, so zum Beispiel eine Untersuchung des Hirnliquors bei Verdacht auf Meningitis/Enzaphalitis.
bettruhe ist elementär

Die Behandlung der Erkrankungen erfolgt symptomatisch, da keine einheitliche und wirksame Therapie gegen das Virus direkt existiert. Ist ein Patient erst einmal infiziert, kann das Masernvirus weder aufgehalten noch stark abgeschwächt werden. Behandelt werden die beim entsprechenden Patienten speziell auftretenden Symptome, die sich stark unterscheiden können. Allgemein gilt, dass Betroffene strikte Bettruhe halten sollen und möglichst viel Flüssigkeit zu sich nehmen müssen. Elektrolythaltige Speisen wie etwa Brühe sind ebenfalls zu empfehlen, um dem Körper möglichst unkompliziert schnell verwertbare Nährstoffe zukommen zu lassen. Gegen das Fieber werden fiebersenkende Mittel, die an die entsprechende Altersklasse angepasst werden, verabreicht.

Für Personen, die nicht geimpft sind, sich aber im direkten Umfeld eines Erkrankten befinden, wird eine sofortige Nachimpfung empfohlen, die bei intaktem Immunsystem in den meisten Fällen eine Ansteckung verhindert.

Impfung und Schutz

Der Impfschutz gegen diese Art Erkrankungen wird von der Weltgesundheitsorganisation, dem Robert-Koch-Institut, der Stiko und den meisten Ärzten flächendeckend und für alle Altersklassen empfohlen. Um einen lebenslangen Schutz vor einer Erkrankung durch Masern zu erhalten, werden 2 Impfungen benötigt, eine innerhalb des ersten Lebensjahres und eine weitere Impfung zwischen dem 15. und 23. Lebensjahr.

impfung schützt

Diese Impfung ist in Deutschland Bestandteil einer Dreifachimpfung, der MMR, und ist gegen Mumps, Masern und Röteln wirksam. Verabreicht wird sie in Form einer Spritze mit Lebendimpfstoff, was bedeutet, dass ein sehr abgeschwächtes Virus in den Körper indiziert wird. Der Körper bildet im Angesicht des Virus entsprechende Abwehrkräfte, die ihn gegen einen Befall durch das echte Virus schützen. In den ersten Tagen nach der Impfung mit einem Lebendimpfstoff kann es zu leichten grippalen Symptomen kommen, die sich jedoch problemlos behandeln lassen und schnell ausheilen.

Leider kommt es trotz der Empfehlung und Einfachheit der Impfung in Deutschland immer wieder zu Masern-Epidemien, da einige Eltern die Impfung ihrer Kinder verweigern oder vergessen. Vor einigen Jahren wurden sogar sogenannte Masernpartys veranstaltet, bei denen sich Kinder untereinander anstecken sollten, um Immunität gegen das Virus zu erlangen. Von der Bundesärztekammer wurde dieses Verhalten jedoch als unverantwortlich beschrieben und in einigen Fällen sogar zu Anzeige gebracht, da aus den Partys sogar Todesfälle resultierten.

Prognose bei einer Masernerkrankung

masern für kleine kinder schmerzhaft

Im Allgemeinen ist die Prognose einer Masernerkrankung in Deutschland und allgemein in Mitteleuropa recht positiv. Bei adäquater medizinischer Versorgung kommt es unter 200.000 Erkrankungen in Deutschland lediglich zu einem Todesfall. Jedoch sollten weder die unterschiedlich auftretenden Symptome, noch die Folge- und Begleiterkrankungen unterschätzt werden. Speziell für Kinder sind anhaltendes Fiber oder eine Hirnhautentzündung ungeahnt heftige Komplikationen, die im späteren Verlauf auch dauerhafte Schädigungen wie etwa Krampfanfälle auslösen können.

Nicht zu unterschätzen sind auch die Auswirkungen auf einen erkrankten Erwachsenen, bei dem Komplikationen und Krankheit meist noch deutlich intensiver verlaufen und zu schwereren Schädigungen führen können. Bedenkt man, dass es seit Jahrzehnten eine gut funktionierende Impfung gegen Masern existiert, sind jedoch sowohl die gemeldeten Fälle, als auch Todesfälle und Schädigungen durch Komplikationen völlig unnötig, da durch zweifaches Impfen gegen MMR ein lebenslanger Schutz vor der Erkrankung gewährt und unnötige Risiken vermieden werden. Außerdem besteht hier ebenfalls ein Schutz gegen Mumps und Röteln.

Häufige Fragen zum Thema Masern

Nach einer Infektion mit Masern besteht ein erhöhtes Risiko an bakteriellen und viralen Infektionen zu erkranken. Speziell Mittelohrentzündungen und Lungenentzündungen treten durch das lange Zeit geschwächte Immunsystem nach und während einer Masernerkrankung relativ häufig auf und bedürfen einer schnellen Behandlung. Auch eine Entzündung des Gehirns (Enzephalitis) oder der Hirnhaut (Meningitis) sind mögliche Begleiterscheinungen und müssen sofort entsprechend behandelt werden, um Folgeschäden wie etwa Lähmungen und geistige/kognitive Schädigungen zu vermeiden.
Bakterielle Nebenerkrankungen wie Bronchitis, Mittelohr- und Nebenhöhlenentzündungen oder Rachitis/Laryngistis (Rachen oder Kehlkopfentzündung) werden durch Gabe von Antibiotika behandelt. Gegen Halsschmerzen und verstopfte Nase werden Nasensprays und Schmerzmittel verabreicht. Treten gefährliche Nebenerkrankungen wie schwere Lungenentzündungen oder Hirn- und Hirnhautentzündungen auf, muss die Behandlung im Krankenhaus erfolgen, um Folgeschäden zu vermeiden.
Innerhalb der Epidemien kommt es leider häufig zu schweren Verläufen und sogar zu Todesfällen, welche durch rechtzeitige Arztbesuche und Impfungen leicht hätten verhindert werden können. Erwachsene können sich über Broschüren der Stiko des RKI Informationen über alle empfohlenen Impfungen holen. In den Ländern, in denen Impfpflicht bei Kindern und Jugendlichen besteht, sind seit Einführung dieses Gesetzes keine Todesfälle mehr bekannt. Auch gemeldete Infektionen sind fast nicht existent und betreffen in der Regel Personen aus Ländern ohne Impfpflicht, wie etwa Touristen, Monteure oder Gastarbeiter. In Deutschland wird die Pflicht, bei Kindern und Jugendlichen zu impfen, seit einiger Zeit diskutiert und gefordert, besteht jedoch bis heute noch nicht.

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