- Zur medikamentösen Narkosevorbereitung
- Kurzzeittherapie von akut aufgetretenen bradykarden Herzrhythmusstörungen
- Gegenmittel (Antidot) zur Behandlung von Vergiftungen mit Parasympathomimetika
- Hinweis:
- Bei der Therapie von Herzrhythmusstörungen darf Atropin nur unter ständiger Überwachung des EKG und der vitalen Parameter angewendet werden.
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Atropinsulfat B.Braun 0.5mg/ml Glasampulle
PZN: 00648037- Arzneimittel
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- Ampullen
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Produktinformation zu Atropinsulfat B.Braun 0.5mg/ml Glasampulle 3
Indikation
Indikation
Kontraindikation
Kontraindikation
- Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden
- bei Engwinkelglaukom
- bei Tachykardie bei Herzinsuffizienz und Thyreotoxikose
- bei tachykarden Herzrhythmusstörungen
- bei Verengungen der Herzkranzgefäße (Koronarstenose)
- bei mechanischen Verschlüssen des Magen-Darm-Traktes
- bei paralytischem Darmverschluss
- bei Vorliegen von krankhaft erweiterten Dickdarmabschnitten (Megakolon)
- bei obstruktiven Harnwegserkrankungen
- bei bestehender Vergrößerung der Vorsteherdrüse (Prostatahypertrophie) mit Restharnbildung
- bei Myasthenia gravis
- bei akutem Lungenödem
- bei durch eine Schwangerschaft bedingten Krankheitszuständen (Schwangerschaftstoxikose)
- wenn Sie allergisch gegen Atropin und andere Anticholinergika oder einen der sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind
- bei Alkylphosphat-Vergiftung (Vergiftungen mit phosphororganischen Cholinesterasehemmstoffen)
- Hinweis:
- Bei bestimmungsgemäßem Gebrauch dieses Arzneimittels als Gegenmittel (Antidot) bei Vergiftungen mit direkten oder indirekten Parasympathomimetika gelten die oben genannten Gegenanzeigen als relative Gegenanzeigen, da in diesen Fällen eine Atropin-Therapie als lebensrettend angesehen werden muss.
Dosierung von Atropinsulfat B.Braun 0.5mg/ml Glasampulle
Dosierung von Atropinsulfat B.Braun 0.5mg/ml Glasampulle
- Medikamentöse Narkosevorbereitung
- Erwachsene
- Erwachsene erhalten 3 bis 5 Minuten vor Narkosebeginn intravenös 0,01 mg Atropinsulfat pro kg Körpermasse verabreicht. Die gleiche Dosis kann 30 bis 60 Minuten vor Narkosebeginn intramuskulär oder subkutan injiziert werden.
- Kinder
- Kinder erhalten 3 bis 5 Minuten vor Narkosebeginn intravenös 0,01 mg Atropinsulfat pro kg Körpermasse bis zu einer Höchstdosis von 0,5 mg verabreicht.
- Bei intramuskulärer Anwendung werden 30 bis 60 Minuten vor Narkosebeginn 0,02 mg Atropinsulfat pro kg Körpermasse bis zu einer Höchstdosis von 0,5 mg injiziert.
- Erwachsene
- Bradykarde Herzrhythmusstörungen
- Erwachsene
- Erwachsene erhalten Intravenös oder intramuskulär 0,5 bis 1,5 mg Atropinsulfat alle 4 bis 6 Stunden injiziert, entsprechend 1 bis 3 ml Atropinsulfat.
- Kinder
- Kinder erhalten Intravenös 0,01 mg Atropinsulfat pro kg Körpermasse (Minimaldosis 0,1 mg, Höchstdosis 0,5 mg) injiziert.
- Die Dosis kann maximal zweimal nach 10 bis 15 Minuten wiederholt werden.
- Erwachsene
- Gegenmittel (Antidot) bei Vergiftung mit direkten und indirekten Parasympathomimetika
- Alkylphosphat-Vergiftung
- Bei Vergiftungen phosphororganische Cholinesterasehemmstoffen:
- Erwachsene
- Erwachsene erhalten initial je nach Schweregrad bis zum Rückgang der Bronchialsekretion intravenös 2 bis 5 mg Atropinsulfat alle 10 bis 15 Minuten, entsprechend 4 bis 10 ml Atropinsulfat.
- In Einzelfällen können bis zu 50 mg Atropinsulfat verabreicht werden.
- Als Erhaltungsdosis werden intravenös 0,5 bis 1 mg Atropinsulfat alle 1 bis 4 Stunden injiziert, entsprechend 1 bis 2 ml Atropinsulfat.
- Kinder
- Kinder erhalten initial 0,5 bis 2 mg Atropinsulfat intravenös injiziert, entsprechend 1 bis 4 ml Atropinsulfat.
- Erhaltungsdosis entsprechend der klinischen Symptomatik.
- Zusätzlich zur Atropinisierung erfolgt die Gabe von Reaktivatoren der Acetylcholin-Esterase (Obidoximchlorid)!
- Bei oraler Vergiftung erfolgt einer Magenspülung und die Gabe von medizinischer Kohle.
- Erwachsene
- Bei Vergiftungen phosphororganische Cholinesterasehemmstoffen:
- Carbamat-Vergiftung / Muscarin-Vergiftung
- Bei oralen Vergiftungen mit direkt wirkenden m-Cholinozeptor-Agonisten wie bei Risspilzen (Innocybe-Arten), Trichterlingen (Clitocybe-Arten) bzw. bei Vergiftungen mit Insektiziden und Herbiziden vom Carbamat-Typ (Cholinesterasehemmstoffe):
- Erwachsene
- Erwachsene erhalten initial 1 bis 2 mg Atropinsulfat intravenös oder intramuskulär injiziert, entsprechend 2 bis 4 ml Atropinsulfat.
- Ggf. erfolgt die Dosierung wie bei Alkylphosphatvergiftung.
- Kinder
- Kinder erhalten entsprechend der klinischen Symptomatik intravenös 0,02 bis 0,05 mg Atropinsulfat pro kg Körpermasse injiziert.
- Zusätzlich erfolgt eine Magenspülung und die Gabe von medizinischer Kohle.
- Überdosierung von Neostigmin und Pyridostigmin (indirekt wirkende m-Cholinozeptor-Agonisten) bei Myasthenia gravis:
- Nach Intubation werden 1 bis 2 mg Atropinsulfat intravenös injiziert, entsprechend 2 bis 4 ml Atropinsulfat.
- Alkylphosphat-Vergiftung
- Wenn Sie eine größere Menge angewendet haben, als Sie sollten
- Symptome einer Überdosierung
- Bei Überdosierung oder Vergiftung sind typische Symptome weite Pupillen (Lichtscheuheit), Akkomodationsstörungen (Weitsichtigkeit), Mundtrockenheit, Durstgefühl und Schluckbeschwerden, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen, Luftnot, scharlachrote heiße trockene Haut, Überwärmung, Herzklopfen und Herzrasen (Tachykardie) und erhöhter Blutdruck.
- Daneben kommt es infolge einer Darm- und Blasenlähmung zu Stuhl- und Harnverhaltung.
- Eine starke Überhitzung bzw. Wärmestauung (Hyperthermie) kann bei Säuglingen und Kleinkindern schon bei therapeutischer Dosierung auftreten und erklärt sich durch die Hemmung der Schweißsekretion und damit der Beeinträchtigung der Temperaturregulation.
- Weitere Symptome sind gekennzeichnet durch motorische Unruhe, Erregungszustände, Krämpfe, Verwirrtheitszustände (Desorientierung) und Sinnestäuschungen (Halluzinationen). Psychosen unter dem Bild einer Schizophrenie bzw. eines Alkoholdeliriums können auftreten. Die zentrale Erregung geht schließlich über in eine starke Schläfrigkeit (Somnolenz), Koma und Atemlähmung.
- Symptome einer Überdosierung
- Was ist zu tun, wenn Atropinsulfat in zu großen Mengen angewendet wurde (beabsichtigte oder versehentliche Überdosierung)?
- Neben Allgemeinmaßnahmen (z. B. physikalische Maßnahmen bei Hyperthermie) müssen unter intensivmedizinischen Bedingungen die vitalen Parameter überwacht und ggf. korrigiert werden.
- Medikamentöse Therapie bei Überdosierung
- Erwachsene
- Erwachsene erhalten als Gegenmittel (Antidot) 1 bis 2 mg Physostigmin langsam intravenös injiziert (ggf. Wiederholung in stündlichem Abstand).
- Bei Krämpfen werden 10 bis 20 mg Diazepam intravenös verabreicht.
- Kinder
- Kinder erhalten als Gegenmittel (Antidot) 0,5 mg Physostigmin langsam intravenös oder intramuskulär injiziert (ggf. Wiederholung in stündlichem Abstand).
- Bei Krämpfen werden initial 1 bis 2 mg Diazepam intravenös verabreicht.
- Erwachsene
Patientenhinweise
Patientenhinweise
- Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen
- Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie das Arzneimittel anwenden.
- Bei Patienten mit frischem Herzinfarkt können unter der Gabe von Atropinsulfat tachykarde Herzrhythmusstörungen bis zum Kammerflimmern auftreten.
- Bei Patienten mit Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz), Mitralklappenstenose, hohem Blutdruck (Hypertonie) und Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose) ist Atropinsulfat vorsichtig zu dosieren, da Tachykardien vermieden werden sollten.
- Kinder und ältere Menschen
- Säuglinge und Kleinkinder bis zum zweiten Lebensjahr sowie Erwachsene über 65 Jahre sind besonders empfindlich gegenüber den toxischen Effekten von Atropinsulfat, ebenso Patienten mit Mongolismus (Down-Syndrom). Eine besonders vorsichtige Dosierung ist daher in diesen Fällen geboten.
- Atropin hemmt die Schweißsekretion und beeinträchtigt dadurch die Fähigkeit zur Temperaturregulation. Bei fiebernden Patienten, insbesondere bei Kindern und bei hoher Lufttemperatur ist bei der Anwendung besondere Vorsicht geboten, da es rascher zu einer Überhitzung und zum Wärmestau (Hyperthermie) kommen kann.
- Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen
- Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch die Sehleistung und das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr, das Bedienen von Maschinen oder das Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt werden.
Schwangerschaft
Schwangerschaft
- Wenn Sie schwanger sind oder stillen, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.
- Schwangerschaft
- Atropinsulfat ist plazentagängig und tritt in geringen Mengen in die Muttermilch über.
- Eine Anwendung von Atropinsulfat in der Schwangerschaft sollte nur unter strengster Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen, da es beim Ungeborenen zu einer Maskierung von Bradykardien durch atropininduzierte Tachykardien kommen kann.
- Atropin darf nicht unter der Geburt und bei einem Kaiserschnitt angewendet werden, da es zu Herzrhythmusstörungen (insbesondere Tachykardien) bei der Mutter und beim Kind kommen kann.
- Stillzeit
- Da Atropin in die Muttermilch übergeht, sollte bei Anwendung von Atropin abgestillt werden.
Einnahme Art und Weise
Einnahme Art und Weise
- Die Anwendung erfolgt durch medizinisches Fachpersonal.
Wechselwirkungen bei Atropinsulfat B.Braun 0.5mg/ml Glasampulle
Wechselwirkungen bei Atropinsulfat B.Braun 0.5mg/ml Glasampulle
- Anwendung zusammen mit anderen Arzneimitteln
- Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen / anwenden, kürzlich andere Arzneimittel bzw. vor kurzem eingenommen / angewendet haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen / anzuwenden.
- Welche anderen Arzneimittel beeinflussen die Wirkung von diesem Präparat?
- Die anticholinergen Effekte folgender Pharmaka können bei gleichzeitiger Anwendung von Atropinsulfat verstärkt werden:
- Antihistaminika
- Neuroleptika (Phenothiazine, Butyrophenone)
- trizyklische und tetrazyklische Antidepressiva
- Pethidin
- Methylphenidat
- Antiparkinsonmittel mit Ausnahme der Dopaminrezeptor-Agonisten
- Antiarrhythmika wie Chinidin, Procainamid und Disopyramid
- Dopamin-Antagonisten wie Metoclopramid
- Die anticholinergen Effekte folgender Pharmaka können bei gleichzeitiger Anwendung von Atropinsulfat verstärkt werden:
- Wie beeinflusst dieses Präparat die Wirkung bei anderen Arzneimitteln?
- Die gleichzeitige Anwendung von Cisaprid und Atropin führt zu einer vollständigen Aufhebung der Wirkung von Cisaprid.
- Infolge der durch Atropin verminderten Darmbeweglichkeit (Darmmotilität) werden gleichzeitig verabreichtes Digoxin und Nitrofurantoin verstärkt, Phenothiazine und Levodopa vermindert resorbiert.
- Beachten Sie bitte, dass diese Angaben auch für vor kurzem angewandte Arzneimittel gelten können.
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.
Wirkstoffe & Inhaltsstoffe
- Atropin sulfat 1-Wasser
- 0,513 mg
- Atropin
- 0,43 mg
- Atropin sulfat, wasserfrei
- 0,5 mg
- Natrium chlorid
- Hilfsstoff
- Natrium Ion
- 152 µmol Hilfsstoff
- Natrium Ion
- 3,5 mg Hilfsstoff
- Salzsäure, konzentriert
- Hilfsstoff
- Wasser, für Injektionszwecke
- Hilfsstoff
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Erfahrungsberichte zu Atropinsulfat B.Braun 0.5mg/ml Glasampulle, 10x1 ml
Die Produktbewertungen zu Atropinsulfat B.Braun 0.5mg/ml Glasampulle beinhalten die persönlichen Erfahrungen der Medizinfuchs-Nutzer. Sie dienen nicht als Ersatz für eine persönliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.
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