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Diabetes mellitus: Vorbeugen, behandeln, gesund leben

blutzucker messen
Diabetes ist eine der Volkskrankheiten der Industrieländer. Die verschiedenen Typen zeigen sich auch auf die unterschiedlichste Arten.
Insulin wird in den Langerhansschen Inseln der Bauchspeicheldrüse produziert und steuert den Transport der Glukose ins Zellinnere. Dort wird die Glukose zur Energiegewinnung verwendet und aufgebraucht. Außerdem sorgt Insulin für eine Speicherung von Glukose in Form von Glykogen in der Leber und in Muskelzellen.
Auf diese Weise bewegt sich der Blutzuckerspiegel gesunder Personen für gewöhnlich konstant in einem schmalen Intervall zwischen 60-100 mg/dl oder 3,3 - 5,6 mmol/l. Ein Diabetes mellitus liegt laut den von der Weltgesundheitsorganisation WHO im Jahr 1999 festgelegten Richtlinien dann vor, wenn eines der folgenden drei Kriterien erfüllt ist (Glukosewerte jeweils venös im Plasma gemessen):

  • Der Nüchternblutzucker liegt über 126 mg/dl (7 mmol/l)
  • Der Zuckerwert liegt zwei Stunden nach der Gabe von 75 g Glukose im oralen Glukose-Toleranztest (oGTT) bei über 200 mg/dl (11,1 mmol/l).
  • Bei einer zufälligen Blutentnahme liegt der Zuckerwert bei über 200 mg/dl (11,1 mmol/l).

Verschiedene Typen von Diabetes mellitus

arzt kann ursachen für diabetes feststellen

Diabetes ist ein Oberbegriff verschiedener Krankheiten mit ähnlichem Erscheinungsbild. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen verschiedenen Arten. Im Falle des Typ-1-Diabetes sind die Langerhans-Inseln der Bauchspeicheldrüse zerstört oder nicht funktionsfähig, was zu einem absoluten Insulinmangel führt. Es wird weiter unterschieden zwischen den Typen 1a, bei dem es sich um eine Autoimmunreaktion handelt, und 1b, wobei die Ursache nicht bekannt ist.
Unter Typ-2-Diabetes werden diverse Ursachen wie Insulinresistenz, Hyperinsulinismus, relativer Insulinmangel und Sekretionsstörungen zusammengefasst. Typ 2 bezeichnet dabei den Fall, dass der Diabetes ohne Adipositas (Fettleibigkeit) auftritt. Beim Typ 2b tritt der Diabetes gepaart mit einer Adipositas auf. Es existieren weitere Formen des Diabetes, darunter beispielsweise der während der Schwangerschaft auftretende Schwangerschaftsdiabetes.

Der Diabetes der zweiten Art ist deutlich häufiger. Im Jahr 2012 waren in Deutschland 3.1 Millionen Menschen daran erkrankt, bei nur 300.000 Diabetikern vom Typ 1. Während sich der Diabetes vom Typ 1 zumeist schon in jungen Jahren zeigt, tritt die zweite Art gehäuft vor allem ab dem 40. Lebensjahr auf.

Diabetes vom Typ 1

Bei dieser Form des Diabetes greift das körpereigene Immunsystem die insulinproduzierenden Zellen an und zerstört diese. Dieser Vorgang wird als Insulitis bezeichnet. Mit fortschreitendem Ausfall der -Zellen manifestiert sich ein zunehmender Insulinmangel. Wenn ca. 90 % der insulinproduzierenden -Zellen zerstört sind, tritt Diabetes auf. Dies geschieht meistens zwischen dem 11. und 13. Lebensjahr, weshalb man auch von Jugenddiabetes spricht. Es wird davon ausgegangen, dass die Ursachen für diese Immunreaktion sowohl in einer genetischen Veranlagung als auch in bestimmten Umweltfaktoren bestehen können. Anzeichen sind häufig eine starke Gewichtsabnahme, Austrocknung, ständiger Harndrang und Durstgefühl, Sehstörungen, Schwächegefühl und Kopfschmerzen.
genetische veranlagung bei diabetes

Genetische Veranlagung
Es konnten über 50 Gene ausfindig gemacht werden, welche bei der Entstehung dieser Form des Diabetes eine Rolle spielen können. Dabei handelt es sich wohl in den meisten Fällen um eine polygene Entstehung, bei der Veränderungen mehrerer Gene zugleich auftreten müssen. Speziell genetische Veränderungen am kurzen Arm des Chromosoms 6, der sogenannten MHC-Region, wurden mit der Entstehung von Diabetes in Verbindung gebracht.
Umweltfaktoren
Es konnten zahlreiche Umweltfaktoren identifiziert werden, die die Entstehung eines Diabetes begünstigen können. Um eine Autoimmunreaktion zu triggern, muss der Körper einem körperfremden Antigen ausgesetzt werden, welches einem körpereigenen Oberflächenprotein ähnelt. Die daraus resultierende Immunreaktion wendet sich dann sowohl gegen den Fremdkörper als auch gegen die körpereigenen Strukturen gleichermaßen. Besonders in den ersten Lebensmonaten kann die Exposition mit Antigenen die Entwicklung eines Diabetes stark begünstigen, wenn der Säugling bestimmten Umweltfaktoren ausgesetzt wird, da in diesem Alter eine immunmodellierende Wirkung auftritt. Oft können die für einen Diabetes verantwortlichen Antikörper schon im Alter von 3 Monaten im Körper des Säuglings festgestellt werden, obgleich der Diabetes erst Jahre später in Erscheinung tritt.

pens und blutzuckertester

Therapie
Bei dieser Art von Diab künstlich hergestellten Präparaten verabreicht werden. Da dies lediglich die Symptome, nicht aber die Ursache der Krankheit bekämpft, handelt es sich hierbei nicht um eine Heilung, sondern um eine Therapie, die kontinuierlich bis zum Lebensende aufrechterhalten werden muss. Die Aufnahme kann durch Spritzen, Pens oder implantierte Pumpen geschehen. Früher waren größere Spritzen mit wiederverwendbaren Nadeln die Norm. Mittlerweile haben sich weltweit die Pens durchgesetzt, da sie einfacher und unauffälliger zu handhaben und zu transportieren sind. Die Herstellung von Präparaten war früher aufwendig und kostspielig. Seit 1982 existieren Verfahren, in denen gentechnisch manipulierte Bakterien die Produktion des Hormons in großen Mengen übernehmen.

Diabetes Typ 2

In diesem Fall ist ausreichend Insulin im Blut vorhanden, doch es kann seine Wirkung an den Zellmembranen nicht korrekt entfalten. Dies wird als Insulinresistenz bezeichnet. Zu Beginn der Krankheit kann diese oft noch durch eine gesteigerte Insulinproduktion kompensiert werden. Im fortgeschrittenen Stadium genügt diese erhöhte Insulinproduktion jedoch nicht mehr und die Krankheit tritt auf. Der Blutzuckerspiegel steigt an.
Oft wird der Diabetes Typ 2 als "Altersdiabetes" bezeichnet, da vornehmlich ältere Menschen betroffen sind. Mittlerweile erkranken jedoch zunehmend auch viele Jugendliche daran. Die Ursachen der Krankheit sind multifaktoriell. Hauptauslöser ist jedoch meistens Übergewicht und Bewegungsmangel. Es spielen allerdings auch genetische Faktoren eine Rolle.

altersdiabetes kann belasten

Symptome

Oftmals verläuft diese Art des Diabetes jahrelang ohne gravierende Beschwerden. Es kommt nur selten zu starkem Gewichtsverlust oder häufigem Wasserlassen aufgrund von erhöhtem Blutzucker. Zu Beginn zeigen sich meist unspezifische Symptomen wie Schwäche, Müdigkeit, Infektanfälligkeit und Sehstörungen. Die Diagnose geschieht daher oft eher zufällig. Häufig gehen die erhöhten Blutzuckerwerte mit einem deutlich erhöhten Blutdruck einher. In seltenen Fällen kann es zum hyperosmolaren Syndrom kommen. Dabei sind die Nieren durch den extrem erhöhten Blutzuckerwert dazu gezwungen, soviel Wasser auszuscheiden, dass der Flüssigkeitsverlust nicht mehr durch Trinken ausgeglichen werden kann. Übergewicht ist die Hauptursache dieser Erscheinungsform von Diabetes. Hauptrisikofaktor ist die übermäßige Anlagerung von Bauchfett, das Organe wie Leber und Bauchspeicheldrüse umgibt, meist verursacht durch eine fett- und zuckerhaltige Ernährung.
Erblichkeit
Die Wahrscheinlichkeit, als Kind eines Typ 2 Diabetikers selbst diese Form des Diabetes im Laufe des Lebens zu entwickeln, liegt bei etwa 50 %. Hat ein eineiiges Zwillingsgeschwister diese Form der Diabetes, liegt die Wahrscheinlichkeit, die Krankheit zu entwickeln, für das andere Geschwister bei nahezu 100 %.
sport als hilfsmittel zur vermeidung von diabetes

Therapie
Einer der Hauptfaktoren bei der Entstehung der Krankheit ist oft Fettleibigkeit. Deshalb sollte eine Behandlung in vielen Fällen darin bestehen, Gewicht zu verlieren, viel Sport zu treiben und allgemein viel Bewegung in den Alltag einzubauen.
Ungefähr die Hälfte aller neu diagnostizierten Diabetiker vom Typ 2 sind in der Lage, durch einen Gewichtsverlust von 10 Kilogramm ihren nüchternen Blutzuckerwert zu normalisieren. Deshalb empfiehlt sich für die Betroffenen ein umfassender Wandel ihres Lebensstils, ihrer Ernährung und ihrer sportlichen Betätigung. Dazu ist jedoch eine hohe Motivation und Kooperationsbereitschaft des Patienten von Nöten. Als Mindestmaß an Bewegung gelten 3 mal 30 Minuten körperlicher Anstrengung pro Woche.

Zur Therapierung stehen auch Medikamente zur Verfügung. Allerdings sollte darauf erst zugegriffen werden, wenn alle Verbesserungsversuche durch körperliche Betätigung bereits ernsthaft versucht wurden. Ziel einer Medikation ist die Normalisierung des Blutzuckers und die Senkung des Blutdrucks, um so das Risiko sekundärer Erkrankungen zu verringern. Insbesondere ein stark erhöhter Blutdruck steigert das Risiko von Herzinfarkten und Schlaganfällen. Deshalb kommt der Senkung des Blutdrucks oft primär eine höhere Priorität zu als der Normalisierung des Blutzuckerspiegels.

Häufige Fragen zum Thema Diabetes

Die Anzahl an Diabetes erkrankter Personen nimmt seit Jahrzehnten weltweit zu. Die "International Diabetes Federation (IDF)" bezeichnet Diabetes als die "Epidemie des 21. Jahrhunderts". Waren es im Jahr 1980 noch etwa 153 Millionen Diabeteskranke weltweit, stieg die Zahl bis 2011 schon auf 382 Millionen und wächst weiter. Das sind 8.7 % der Weltbevölkerung, oder jeder zwölfte Mensch. Schätzungen für das Jahr 2030 gehen von 592 Millionen Diabeteskranken weltweit aus.

Bei der Mehrheit der Fälle handelt es sich um Diabetes vom Typ 2. Gründe für den kontinuierlichen Anstieg der "Zuckerkrankheit" sind eine zunehmend alternde Weltbevölkerung, eine ungesunde zucker- und kalorienreiche Ernährung und eine steigende Anzahl von Personen, die unter Fettleibigkeit leiden. Schätzungen zufolge könnte im Jahr 2050 bis zu ein Zehntel der Weltbevölkerung betroffen sein. Über 20 % der Ausgaben der deutschen Krankenkassen fließen bereits in die Behandlung von Diabetes und daraus resultierenden Krankheiten.
Bei Diabetes kann es zu gravierenden Komplikationen kommen. Zu den akuten Gefahren zählt das diabetische Koma. Dabei können die Blutzuckerwerte extrem ansteigen (über 1000 mg/dl (56,0 mmol/l)). Das hat zur Folge, dass das Blut stark übersäuert. Umgekehrt kann es bei der Hypoglykämie zu einer extremen Unterversorgung mit Glukose im Blut kommen, was im schlimmsten Fall zur Bewusstlosigkeit führen kann. Darüber hinaus kann es zu einer Reihe von Folgeerkrankungen kommen. Dazu zählen Bluthochdruck, Neuropathie, Herzinfarkt, Schlaganfall, diabetisches Fußsyndrom, Amputationen und Erblindung.
Es wird davon ausgegangen, dass mehrere verschiedene Gene Einfluss auf die Entstehung eines Diabetes nehmen können. Eines der beteiligten Gene wurde 2004 am Baptist Medical Center der Wake Forest University (USA) identifiziert. Es wird mit PTPN1 bezeichnet, befindet sich auf dem Chromosom 20 und es existieren unterschiedliche Formen dieses Gens. Eine Form erhöht das Risiko einer Diabeteserkrankung, während eine andere Form des Gens vor einer Erkrankung schützt, und eine dritte Form neutral zu sein scheint.

Es gilt als gesichert, dass es weitere Gene gibt, die die Entwicklung beeinflussen können. In Langzeitstudien konnte gezeigt werden, dass Kaiserschnitte die Wahrscheinlichkeit eines Diabetes stark erhöhen. Grund dafür ist, dass bei einem Kaiserschnitt die Zusammensetzung der kindlichen Darmflora beeinflusst wird, was die Entstehung von Autoimmunität begünstigt. Bei Kindern von Diabetikern war die Anzahl von Diabetesfällen nach Kaiserschnitten doppelt so hoch wie bei Kindern mit natürlicher Geburt.

Auch Vitamin D-Mangel begünstigt die Entwicklung eines Diabetes. Dies spielt besonders in Ländern mit geringer UVB-Sonnenstrahlung eine große Rolle. Darüber hinaus gibt es Diabetes auslösende Viren. Dazu zählen zum Beispiel die Coxsackie-B-Viren, aber auch eine in der Gebärmutter während der Schwangerschaft stattfindende Rötelninfektion mit dem Rötelnvirus. Letzteres führt in 50 % aller Fälle zu Diabetes. Des Weiteren sind Echoviren, das Cytomegalievirus und Herpesviren zu nennen. Auch frühkindliche Atemweginfektionen können mit einem späteren Auftreten von Diabetes in Verbindung gebracht werden.

Fazit

Weltweit steigt die Anzahl von Menschen mit Diabetes. Höchstwahrscheinlich wird dieser Trend in den nächsten Jahrzehnten anhalten und die Gesundheit von noch mehr Menschen wird betroffen sein. Dadurch werden immense Kosten für Krankenkassen und Staaten entstehen. Immer mehr Kinder entwickeln den früher als "Alterdiabetes" bekannten Diabetes Typ 2 bereits in jungen Jahren. Umso wichtiger ist eine umfassende Aufklärung und Prävention schon im Jugendalter. Diese Form lässt sich gut durch Sport und eine gesunde Ernährung vorbeugen. Auch bei einer bereits bestehenden Erkrankung sind Sport und ein gesunder Lebenswandel die beste Behandlungsmethode. Die wichtigsten Vorrausetzung sind dabei eine gute Betreuung und die Motivation der Diabetiker.

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