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Keuchhusten: Nur Impfungen bieten ausreichend Schutz

Keuchhusten: nur Impfungen bieten ausreichend Schutz
Der hoch infektiöse Keuchhusten (Pertussis) galt lange Zeit als Krankheit, die nur bei Babys und kleinen Kindern auftritt.
Da jedoch heutzutage die meisten Kinder durch eine Impfung gegen die bakterielle Infektion geschützt sind, erkranken hauptsächlich Jugendliche und Erwachsene daran. Der Grund: Sie verfügen lediglich über eine Grundimmunisierung, die nur einige Jahre genügend Schutz vor der langwierigen Erkrankung bietet. Für Säuglinge ist Keuchhusten sogar lebensbedrohlich, da sie beim Versuch zu husten ersticken können.

Was ist Keuchhusten?

Als Keuchhusten bezeichnet der Mediziner eine höchst ansteckende Infektionskrankheit, die durch die Übertragung bestimmter Bakterien zustande kommt. Typisch für sie sind Hustenanfälle mit nachfolgendem keuchendem Einatmen. Seit 2013 ist die Erkrankung meldepflichtig. Behandelnde Ärzte und Gemeinschaftseinrichtungen, in denen vor allem Kleinkinder und Säuglinge betreut werden, sind verpflichtet, Erkrankte, akut Infizierte, Verdachtsfälle und an Pertussis Verstorbene den Gesundheitsämtern anzuzeigen. Keuchhusten tritt vornehmlich während der Herbst- und Wintermonate auf. Problematisch ist, dass in den letzten Jahren immer mehr ältere Personen an ihm erkranken und dass Geimpfte zwar selbst geschützt sind, den Erreger aber übertragen können.

Welche Symptome treten bei Keuchhusten auf?

keuchuhsten lange genesungszeit

Typisch für eine Pertussis-Infektion sind Hustenanfälle, die für Säuglinge tödlich sein können. Die ersten Symptome treten nach einer Inkubationszeit von 7 bis 30 Tagen auf. In dieser Zeit ist das Ansteckungsrisiko für andere Menschen am höchsten. Keuchhusten kann mehrere Monate andauern und verläuft in drei Stadien, deren Symptome sich entsprechend der jeweiligen Altersgruppe der Patienten unterscheiden. Im ersten Stadium, das bis zu zwei Wochen anhält, zeigt der Infizierte erkältungsähnliche Symptome wie Schnupfen, leichten Husten, Heiserkeit, erhöhte Temperatur und eine Augen-Bindehautentzündung.

Das Anfallsstadium ist gekennzeichnet durch heftige Hustenanfälle mit herausgestreckter Zunge und kann bis zu 6 Wochen andauern. Beim Einatmen ist ein lautes Keuchen zu hören. Es kommt bei etwa 50 Prozent der Patienten vor und wird durch den Versuch, bei geschlossenen Stimmlippen einzuatmen, ausgelöst. Nachts sind die Beschwerden besonders stark. Der Patient hustet durchsichtigen, zähflüssigen Schleim oder erbricht den Auswurf. Bei Säuglingen kommt es beim Versuch zu husten oft zum Atemstillstand. Ältere Personen haben in der Regel keine Hustenanfälle, sondern einen trockenen Husten, der mehrere Monate bestehen bleibt.

Im letzten Pertussis-Stadium (Erholungsphase) klingen die Beschwerden langsam ab. Zirka 10 Wochen später ist die Infektion verschwunden. Bei Säuglingen mit Keuchhusten kommt es außer zu den gefürchteten Atem-Aussetzern oft zu Komplikationen wie Entzündungen des Mittelohrs, der Lunge und des Gehirns sowie zur Erweiterung der Bronchien.

Wie diagnostiziert man Keuchhusten?

bakterien als ursache

Der Nachweis von Bordetella pertussis erfolgt oft über einen während des ersten Krankheitsstadiums vorgenommenen Rachenabstrich. Außerdem lässt sich die DNS des Bakteriums mithilfe der Polymerase-Kettenreaktion im Sekret des Erkrankten eindeutig identifizieren, kopieren und detailliert untersuchen. Ab dem zweiten Stadium finden sich im Blut des Betroffenen Antikörper gegen den Krankheitserreger. Darüber hinaus lässt sich Keuchhusten anhand seiner typischen Symptome diagnostizieren.

Wie behandelt man Keuchhusten?

Die Infektion wird kausal mit Antibiotika bekämpft. Dabei kommen vor allem die Wirkstoffe Cotrimoxazol und Erythromycin zum Einsatz. Die frühzeitige Anwendung der Arzneimittel sorgt für ein schnelles Abklingen der Infektion und verkürzt den Zeitraum der höchsten Ansteckungsgefahr auf wenige Tage. Die Keuchhusten-Symptome werden durch die Gabe der Antibiotika jedoch nur geringfügig gelindert.

Um sie zu bessern, sollten Sie die Atemluft im Krankenzimmer stets feucht und kühl halten, indem Sie beispielsweise kalte, feuchte Tücher aufhängen. Sorgen Sie dafür, dass der Erkrankte viel Ruhe hat und geben Sie ihm viel zu trinken und nur kleine Mahlzeiten. Kleine Kinder, die während ihrer Hustenattacken Angst haben, müssen beruhigt werden. Erkrankte Babys dürfen jedoch nur in der Klinik behandelt werden: Bei ihnen muss man oft den infektiösen Schleim absaugen.

Häufige Fragen zum Thema Keuchhusten

Keuchhusten wird durch eine Ansteckung mit dem Bakterium Bordetella pertussis ausgelöst. Er wird in der Regel über eine Tröpfcheninfektion übertragen: Eine infizierte Person hustet oder niest in der Nähe anderer Menschen und verbreitet so die Bakterien. Gelangen sie auf die Schleimhäute der Atemwegsorgane, rufen sie dort eine Infektion hervor.

Das Bakterium kommt überall auf der Welt vor und kann auf Oberflächen bis zu fünf Tage überleben. Vermehrt er sich in den Atemwegen, produziert er das Pertussis-Toxin (PT). Es schwächt das menschliche Immunsystem, zersetzt die infizierten Schleimhäute und zerstört sogar die benachbarten Gewebe. Die mildere Keuchhusten-Variante wird von einer Ansteckung mit Bordetella parapertussis verursacht.
Achten Sie bitte darauf, dass Sie Ihren Infektionsschutz Ihr ganzes Leben lang erneuern. Auch eine gut überstandene Keuchhusten-Infektion schützt Sie nur höchstens einige Jahre vor der nächsten Ansteckung. Frauen, die vor ihrer Schwangerschaft nicht geimpft wurden, sollten das unbedingt in der ersten Woche nach ihrer Niederkunft tun, um ihr Neugeborenes nicht unnötig zu gefährden. Haben Sie (noch) keinen Impfschutz, halten Sie sich besser nicht in der Nähe infizierter und erkrankter Personen auf.

Wie kann man Keuchhusten vorbeugen?

auffrischung der impfung

Die wirksamste Methode, einer Pertussis vorzubeugen, besteht darin, sich selbst und die eigene Familie impfen zu lassen. Die aus vier Teilen bestehende Grundimmunisierung erfolgt schon im Säuglingsalter. Der Impfschutz muss später durch zwei Auffrischungen erneuert werden. Sie werden zwischen dem fünften und sechsten sowie dem neunten und siebzehnten Lebensjahr durchgeführt. Bei Erwachsenen erfolgt die Auffrischung mithilfe eines Kombinationsimpfstoffs gegen Tetanus, Diphtherie und Pertussis (TdaP-Impfung).

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