Produktinformation zu ASPIRIN N 100 mg Tabletten
Inhalt pharmazeutisch geprüft durch
Apotheker Sascha Haupt
Anwendung
ASPIRIN N 100 mg enthält Acetylsalicylsäure in einer Dosierung von 100 mg pro Tablette. Der Wirkstoff hemmt die Aggregation der Blutplättchen (Thrombozyten) und vermindert dadurch die Bildung von Blutgerinnseln. Das Präparat wird gemäß zugelassenem Anwendungsgebiet als Teil der Standardtherapie bei instabiler Angina pectoris und beim akuten Herzinfarkt eingesetzt. Darüber hinaus wird es zur Vorbeugung eines weiteren Herzinfarkts nach einem ersten Herzinfarkt, nach bestimmten arteriellen gefäßchirurgischen oder interventionellen Eingriffen sowie zur Vorbeugung von TIA und Hirninfarkten nach entsprechenden Vorläuferstadien angewendet. ASPIRIN N 100 mg ist aufgrund seines Wirkstoffgehalts nicht zur Behandlung von Schmerzen vorgesehen.
Wirkstoffe und Hilfsstoffe
Der Wirkstoff von ASPIRIN N 100 mg ist Acetylsalicylsäure. Eine Tablette enthält 100 mg Wirkstoff. Als Hilfsstoffe sind Maisstärke und Cellulosepulver enthalten.
Dosierung
Die Dosierung richtet sich nach dem jeweiligen Anwendungsgebiet und der ärztlichen Anweisung. Bei instabiler Angina pectoris, akutem Herzinfarkt, nach bestimmten arteriellen Gefäßeingriffen sowie zur Vorbeugung von TIA und Hirninfarkten beträgt die empfohlene Dosis gemäß Gebrauchsinformation in der Regel 100 mg Acetylsalicylsäure einmal täglich, entsprechend einer Tablette. Die Tablette sollte möglichst nach einer Mahlzeit mit reichlich Wasser eingenommen werden und nicht auf nüchternen Magen. Die Behandlung ist grundsätzlich für eine längerfristige Anwendung vorgesehen. Über die individuelle Behandlungsdauer entscheidet der behandelnde Arzt.
Bei vergessener Einnahme soll nicht die doppelte Menge eingenommen werden. Bei Verdacht auf eine Überdosierung, insbesondere bei Schwindel, Ohrgeräuschen oder anderen auffälligen Beschwerden, ist unverzüglich ärztlicher Rat einzuholen. Eine bestehende Behandlung sollte nicht ohne Rücksprache mit dem behandelnden Arzt unterbrochen oder beendet werden.
Gegenanzeigen
Das Präparat darf nicht eingenommen werden bei einer Überempfindlichkeit oder Allergie gegen Acetylsalicylsäure, Salicylate oder einen der sonstigen Bestandteile, bei früheren Asthmaanfällen oder anderen Überempfindlichkeitsreaktionen auf Salicylate oder bestimmte nichtsteroidale Entzündungshemmer, bei akuten Magen- oder Darmgeschwüren, krankhaft erhöhter Blutungsneigung, Leber- oder Nierenversagen sowie bei schwerer, nicht medikamentös eingestellter Herzinsuffizienz. Eine weitere Gegenanzeige besteht bei gleichzeitiger Einnahme von Methotrexat in einer Dosierung von 15 mg oder mehr pro Woche. In den letzten drei Monaten der Schwangerschaft dürfen mehr als 100 mg Acetylsalicylsäure täglich nicht eingenommen werden.
Nebenwirkungen
Zu den häufigen Nebenwirkungen gehören Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall sowie geringfügige Blutverluste aus dem Magen-Darm-Bereich. Gelegentlich können Magen- oder Darmblutungen, Magen- oder Darmgeschwüre und Entzündungen des Magen-Darm-Trakts auftreten. Auch Hautreaktionen und Überempfindlichkeitsreaktionen sind möglich.
Blutungen, beispielsweise Nasen-, Zahnfleisch- oder Hautblutungen, können häufiger auftreten oder länger andauern, da Acetylsalicylsäure die Funktion der Blutplättchen hemmt. Selten bis sehr selten wurden auch schwerwiegende Blutungen, einschließlich Hirnblutungen, beschrieben. Sehr selten können unter anderem Nierenfunktionsstörungen, akutes Nierenversagen, erhöhte Leberwerte oder eine Verminderung des Blutzuckers auftreten. Bei entsprechend gefährdeten Personen kann die verminderte Harnsäureausscheidung einen Gichtanfall begünstigen.
Bei schwarzem Stuhl, blutigem Erbrechen, ungewöhnlich starken oder länger anhaltenden Blutungen, Atemnot, Schwellungen von Gesicht, Zunge oder Kehlkopf oder anderen Zeichen einer schweren allergischen Reaktion ist unverzüglich ärztliche Hilfe erforderlich.
Aufbewahrung
Das Produkt ist vor starker Hitze und direkter Sonneneinstrahlung zu schützen und für Kinder unzugänglich bei unter 25° Celsius aufzubewahren.
Das Präparat sollte nach Ablauf des Verfallsdatums nicht mehr verwendet und immer in der Orginal-Verpackung aufbewahrt werden. Die Verpackung ist nach jeder Anwendung sorgfältig zu verschließen.
Patientenhinweise
Acetylsalicylsäure kann die Blutungsneigung erhöhen. Informieren Sie deshalb Ihren Arzt oder Zahnarzt vor operativen Eingriffen, einschließlich zahnärztlicher Eingriffe, über die Einnahme. Bei ungewöhnlichen Blutungen ist ärztlicher Rat einzuholen.
Besondere Vorsicht ist unter anderem bei Asthma bronchiale, Heuschnupfen, Nasenpolypen oder chronischen Atemwegserkrankungen, bei Allergien, früheren Magen-Darm-Geschwüren oder Magen-Darm-Blutungen, eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion sowie bei bestimmten Herz-Kreislauf-Erkrankungen erforderlich.
Bei schwerem Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenasemangel kann ein erhöhtes Risiko für den Zerfall roter Blutkörperchen bestehen.
Bei gleichzeitiger Einnahme anderer Arzneimittel ist besondere Vorsicht erforderlich. Dies gilt insbesondere für Blutgerinnungshemmer, andere Thrombozytenaggregationshemmer, bestimmte kortisonhaltige Arzneimittel, nichtsteroidale Entzündungshemmer wie Ibuprofen oder Naproxen, Methotrexat, Valproinsäure, bestimmte Antidepressiva sowie bestimmte Arzneimittel gegen Bluthochdruck, zur Entwässerung oder gegen Gicht. Ibuprofen und Naproxen können insbesondere die durch niedrig dosierte Acetylsalicylsäure bewirkte Hemmung der Blutplättchen abschwächen. Vor einer regelmäßigen Einnahme weiterer Arzneimittel sollte ärztlicher oder pharmazeutischer Rat eingeholt werden.
Alkohol sollte während der Anwendung vermieden werden, da sich insbesondere das Risiko für Magen-Darm-Geschwüre und Blutungen erhöhen kann.
Während der Schwangerschaft darf das Präparat insbesondere in den ersten sechs Monaten nur nach ausdrücklicher ärztlicher Empfehlung angewendet werden. Ab der 20. Schwangerschaftswoche kann eine länger dauernde Anwendung unter anderem die Nierenfunktion des ungeborenen Kindes und die Fruchtwassermenge beeinflussen.
Im letzten Schwangerschaftsdrittel dürfen nicht mehr als 100 mg Acetylsalicylsäure täglich eingenommen werden. Während der Stillzeit gelten für niedrige Tagesdosen besondere Vorgaben. Bei höheren Dosen ist ärztlicher Rat erforderlich.
Bei Kindern und Jugendlichen mit fieberhaften Erkrankungen soll die Anwendung nur auf ärztliche Anweisung erfolgen. Bei länger anhaltendem Erbrechen im Zusammenhang mit einer solchen Erkrankung muss insbesondere an das sehr seltene, aber schwerwiegende Reye-Syndrom gedacht und unverzüglich ärztliche Hilfe gesucht werden.
Pflichtangaben
ASPIRIN N 100 mg Tabletten. Wirkstoff: Acetylsalicylsäure.
Anwendungsgebiete: Instabile Angina pectoris als Teil der Standardtherapie; akuter Herzinfarkt als Teil der Standardtherapie; Vorbeugung eines weiteren Herzinfarkts nach einem ersten Herzinfarkt; nach arteriellen gefäßchirurgischen oder interventionellen Eingriffen, z. B. nach ACVB oder PTCA; Vorbeugung von TIA und Hirninfarkten nach entsprechenden Vorläuferstadien. Das Arzneimittel ist apothekenpflichtig.
Pharmazeutischer Unternehmer: Bayer Vital GmbH, 51368 Leverkusen, Deutschland.
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.