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COPD: Atemwegsinfekt früh erkennen

COPD: Atemwegsinfekt früh erkennen
Obgleich die COPD in Deutschland mit etwa 3 bis 5 Millionen Betroffenen die vierthäufigste Todesursache darstellt, wird COPD oftmals erst spät erkannt.
Dabei ist gerade eine rechtzeitige Diagnose mit frühem Behandlungsbeginn entscheidend. Denn: Je früher entsprechende Therapiemaßnahmen ergriffen werden können, desto höher ist die Lebenserwartung und vor allem die Lebensqualität der Betroffenen. Dies sind zumeist Raucher jenseits der 50.

COPD: Was ist das?

Unter den Begriff COPD (kurz für chronic obstructive pulmonary disease, dt. chronisch-obstruktive Lungenkrankheit) werden verschiedene chronische Erkrankungen der Atemwege zusammengefasst, die mit einer Verengung der Atemwege in den Bronchien (sogenannte Atemwegsobstruktion) einhergehen. Die Atemwegsobstruktion führt zu einer zunehmenden Beeinträchtigung des Luftstroms in den Atemwegen, die das Atmen bzw. konkret das Ausatmen immer mehr erschweren. Sobald sich eine COPD entwickelt hat, ist diese nicht mehr vollständig reversibel (umkehrbar). Mithilfe einer geeigneten Therapie kann die Progression – das Fortschreiten – der Lungenkrankheit aber verlangsamt und die Lebenserwartung sowie Lebensqualität der Betroffenen verbessert werden.

Größter Risikofaktor ist das Rauchen

rauchen als risikofaktor

Der größte Risikofaktor und die häufigste Ursache ist dabei der Tabakkonsum. Nicht umsonst wird die COPD umgangssprachlich auch als „Raucherlunge“ bezeichnet. Bei bis zu 90 Prozent der COPD-Betroffenen ist das Rauchen für die Erkrankung verantwortlich. Denn Tabakrauch reizt nicht nur die Bronchialschleimhaut, auch das Protein Alpha-1-Antitrypsin wird durch diesen inaktiviert. Dieses ist ein bedeutender Gegenspieler der sogenannten Proteasen. Durch Rauchen gerät das Gleichgewicht zwischen Alpha-1-Antitrypsin und den Proteasen durcheinander, was wiederum zu einer Zerstörung des Lungenparenchyms (Lungengewebes) führt. Etwa die Hälfte aller älteren Raucher erkrankt an einer COPD, da Tabakrauch die altersbedingte Verschlechterung der Lungenfunktion zusätzlich beschleunigt.

Risikofaktoren

  • Rauchen
  • Staub, Gase, Dämpfe
  • häufige Atemwegsinfekte
  • Alpha-1-Antitrypsin-Mangel

Symptome

  • Atemnot
  • chronischer Husten
  • Auswurf
  • deutlicher Leistungsabfall

Andere Risikofaktoren

atemnot durch beruf

Selten wird eine COPD durch andere Risikofaktoren wie giftige Gase, Stäube oder Dämpfe verursacht. Dies kommt zumeist bei bestimmten Berufsgruppen vor. So ist COPD bei in Steinkohlegruben arbeitenden Bergleuten eine anerkannte Berufskrankheit (sogenannte „Bergmannsbronchitis“). Darüber hinaus kann ein genetisch bedingter Mangel an Alpha-1-Antitrypsin. Dieser führt wie bei einem durch Rauchen bedingten Alpha-1-Antitrypsin-Mangel zu einer Zerstörung des Lungenparenchyms und zu einer Entwicklung eines Emphysems (krankhafte Aufblähung der Lungenbläschen). Auf dem Boden eines Lungenemphysems kann sich wiederum eine COPD entwickeln. Daneben steigt das Erkrankungsrisiko zusätzlich mit dem Grad der Luftverschmutzung am Wohnort, einem Asthma bronchiale, Tuberkulose sowie wiederkehrende Atemwegsinfekte.

Die COPD ist insbesondere durch eine rasche Abnahme der Lungenparameter charakterisiert. Für die Betroffenen äußert sich die Erkrankung zumeist anhand der folgenden Symptome: Atemnot, Husten, Auswurf. Ärzte sprechen hier auch gerne von einer AHA-Symptomatik. Chronischer Husten ist insbesondere dann typisch, wenn sich die COPD auf dem Boden einer Bronchitis entwickelt hat. Dieser macht sich vor allem nach dem Aufstehen bemerkbar. Daneben ist die Erkrankung durch zunehmende Atemnot gekennzeichnet, die sich vor allem bei Alltagsbelastungen wie dem Ankleiden oder Treppensteigen bemerkbar macht.

lungenschäden

Behandlung einer COPD

Grundpfeiler einer jeden COPD-Therapie ist die Ausschaltung und dauerhafte Vermeidung der zugrundeliegenden Risikofaktoren. Hierzu gehört vor allem die Nikotinkarenz. Die weiteren Therapiemaßnahmen sind abhängig von Ausprägung und Fortschritt der Erkrankung und orientieren sich an einem Stufenplan.

Leichte COPD (Stufe 1)
Bei einer leichten COPD genügt in vielen Fällen eine Vermeidung der Risikofaktoren. Da COPD-Betroffene häufig an Infektionserkrankungen leiden, wird zudem eine aktive Immunisierung gegen Pneumokokken und Influenzaviren (Grippe- und Pneumokokken-Schutzimpfung) empfohlen. Zusätzlich können bei Bedarf sogenannte kurz- und schnellwirksame Bronchodilatoren zum Einsatz kommen. Das sind Wirkstoffe, die die Bronchien erweitern und damit die Atmung erleichtern.

Mittelgradige COPD (Stufe 2) 
Bei einer mittelgradigen COPD kommt darüber hinaus eine Dauertherapie mit einem oder mehreren langwirksamen Bronchodilatoren hinzu. Daneben werden Patientenschulungen, Atemgymnastik (Atemmuskeltraining wie Stenoseatmung, „Lungensport“) sowie rehabilitative Maßnahmen empfohlen.
beatmung notwendig

Schwere und sehr schwere COPD (Stufe 3 und 4)
Ab einer schweren COPD können insbesondere bei wiederkehrenden Exazerbationen (= deutliche Verschlechterung des Krankheitsbildes) inhalative Glukokotikoide infrage kommen. Exazerbationen werden zumeist durch bakteriell bedingte Bronchialinfekte ausgelöst. Daher ist bei einer akuten Exazerbation zumeist eine Antibiotikatherapie angezeigt. Bei einer sehr schweren COPD ist darüber hinaus bei Ateminsuffizienz bzw. Anzeichen einer Rechtsherzinsuffizienz eine Langzeitbehandlung mit Sauerstoff (Beatmung) angezeigt. In einigen Fällen – u. a. bei Vorliegen eines Lungenemphysems - kann auch ein chirurgischer Eingriff indiziert sein.

Häufige Fragen zum Thema COPD

Die obstrukiv-chronische Lungenerkrankung weist einen progredienten, d.h. fortschreitenden Verlauf auf. Wenn Sie die Erkrankung nicht behandeln lassen, schreitet diese entsprechend voran. Die Lebenserwartung verringert sich bei Vorliegen einer COPD um durchschnittlich 5 bis 7 Jahre. Diese Prognose kann sich durch eine fehlende Behandlung erheblich verschlechtern. Zudem steigt das Risiko für Begleit- und Folgeerkrankungen wie Atemwegsinfekte, Lungenentzündungen, Lungenemphysem, Lungenfibrose (Zunahme des Bindegewebes in der Lunge) sowie ein Cor pulmonale (Rechtsherzinsuffizienz).
Ausgangspunkt einer jeden COPD ist die chronische Entzündung der Atemwege (sogenannte chronische Bronchitis). Dieser liegt zumeist eine langjährige Belastung der Lunge zugrunde, die zu einer Veränderung des sogenannten Flimmerepithels. Die Innenfläche der Bronchien ist mit diesem Flimmerepithel ausgekleidet, das wiederum zahlreiche Bronchialdrüsen und Zilien (Flimmerhärchen) enthält. Durch die rhythmische Bewegung der Zilien werden die oberflächliche Schleimschicht sowie daran haftende Fremdpartikel aus der Lunge befördert und schließlich abgehustet (= mukoziliare Clearance). Bei anhaltender Reizung der Bronchialschleimhaut kommt es zu einer chronischen Entzündung, die schließlich zu einer Umwandlung des Epithels und Zerstörung der Zilien führt. Die bronchiale Klärfunktion ist gestört und der in den Bronchien festsitzende Schleim bietet Krankheitserregern einen Nährboden.

Wie Sie einer COPD vorbeugen können

In den Fällen, in denen die Erkrankung auf eine langjährige Reizung der Bronchialschleimhaut durch inhalative Noxen zurückführbar ist, können Sie einer COPD vorbeugen, indem Sie den auslösenden Faktor vermeiden. Dies gilt insbesondere für das Rauchen, mit dem Sie spätestens aufhören sollten, wenn Sie an Asthma leiden oder Anzeichen einer chronischen Bronchitis feststellen. Sie reduzieren damit zugleich auch Ihr Lungenkrebsrisiko, denn bei Rauchern mit COPD liegt ein erhöhtes Risiko für Lungenkrebs vor.

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